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Döllingen
(SWB). Traditionell wird ... seit 1880 Obstanbau betrieben. Doch schon
kurz nach der Wende war eine negative Entwicklung zu verzeichnen.
Teilweise fielen ganze Baumreihen der Säge zum Opfer, denn es waren
ganz neue Bedingungen für die Vermarktung des Obstes entstanden.
Der
Biologische Arbeitskreis Bad Liebenwerda (BAK) versuchte, ..., Einfluss
auf diese Entwicklung zu nehmen, um so viele Kirschbäume und -allen wie
möglich zu schützen. Das geschah nicht nur, um den guten Ruf der
Region, sondern auch um das seit Jahrzehnten landschaftsprägende Bild,
das so typisch ist für diesen Raum, zu erhalten.
Doch was
versteht man eigentlich unter "Streuobstwiese"? Traditionelle
Formen des Obstanbaus, bei denen Hochstämme verschiedener Obstarten und
-sorten, Alters- und Größenklassen auf Grünland stehen und den
Eindruck vermitteln, als ob die Bäume zufällig über die Wiese
"gestreut" seien. Streuobstwiesen mit einer gleichmäßigen
Altersverteilung, einer guten räumlichen Durchmischung und
Höhenschichtung haben einen enormen ökologischen Wert. Mindestens 320
verschiedene Tierarten und 450 Pflanzenarten kommen auf einer
Streuobstwiese vor.
Im
Januar 1994 fassten einige Mitglieder des BAK den Entschluss, die Sache
selbst in die Hände zu nehmen und pachteten eine 1 ha große, völlig
verwilderte Obstanlage mit 120 ca. 35 Jahre alten Kernobstbäumen und
brachten diese in mühsamer Arbeit wieder in Ordnung und Nutzung.
Landschafts- und umweltgerechte Landnutzungsformen zu erhalten und
weiterzuentwickeln und gesunde Naturprodukte zu erzeugen war das
eigentliche Ziel. Um auch andere zur Nachahmung zu bewegen, beteiligte
man sich mit dem Projekt am Umweltpreis des EE- Kreises.
Auf
über 6 ha wurden die bewirtschafteten Obstanlagen in Döllingen in den
Folgejahren erweitert. Über 350 Hochstammapfelbäume (vor allem alter
regionaler Sorten) sowie 35 Birnenbäume wurden neu- bzw. nachgepflanzt.
Doch
Obstanbau ohne Ökonomie, nur um die Bäume zu erhalten, ist
volkswirtschaftlich nicht vertretbar und so wurden Wege zur Vermarktung
des Obstes gesucht und gefunden. So verarbeiteten zum Beispiel die
Obstkeltereien Reichard/Hohenseefeld (1996) und Rolla/Hosena (1997) 12
bzw. 20 Tonnen Äpfel in extra Chargen zu einem hochwertigen naturreinen
Apfelsaft.
Jedoch
waren die Anstrengungen bei Anbau, Verarbeitung und Vermarktung in
ehrenamtlicher Arbeit nicht mehr zu bewältigen und so wurden Partner in
der Gemeindevertretung Döllingen und in der Schradenfrucht GmbH
Gröden gefunden. Im Hinblick auf die Gemeindevertretung beschloss die
Gemeindevertretung Döllingen im Jahre 1996, ihren Ort zur
Streuobstgemeinde zu entwickeln.
Noch in
diesem Jahr ist in Döllingen die Fertigstellung eines pomologischen
Schaugartens geplant. Dort sollen dann rund 135 verschiedene Obstsorten
zu sehen sein. |