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Von Kopie des Originals, in Sütterlin geschrieben, zur
Verwendung in der
Schützen-Gilde Döllingen 1876 e.V. gegr. 1993
umgeschrieben von Ingo Triebe
(orthografisch und stilistisch mit dem Original
übereinstimmend, d.h. von mir wurde nichts geändert !
[heute nicht gebräuchliche Begriffe sind von mir
erläutert; für 100% richtige Darstellung von Kürzeln verbürge ich mich
nicht]
von mir hinzugefügt wurden Hinweise zu Geschehnissen
und Personen, die in dieser Chronik erwähnt werden)
Inventar – Verzeichniß
des Krieger-Vereins zu Döllingen am 23. I.1906
Gegenstand Mark Bemerkungen
Eine Fahne mit Nägel und Bänder, Mark 400
Eine Trommel 25
Ein Tambourmajorstab 10
Zwei Trauerstäbe mit Flohr 3
Zwei Querpfeifen bef. bei Laurentzsch 10
Geschenk von
H. v. Plötz
Ein Bild, Kaiser Wilhelm der Große - 10
Geschenk von
H. v. Plötz
Ein Ordenskissen (Geschenk von Fräulein B.
Schuster) 6
Ein Medalion, Kaiser Wilhelm II., u.
Kaiserin Auguste Victoria,
Schießprämie III.Preis aus Elsterwerda, 10
zusammen:
gest. vom Kreis-Krieger-Verband
Liebenwerda 474 M.
Handbuch für Kr.Ver. vom Kr.Kr.Verband
1909 geschenkt erhalten 2
Vereinsstempel 2
Am 23.XII.10 4 Gewehre, Jägerbüchse Mod.
71 erhlt. Kiste u. Gurth18 Sa. 496 M.
28.I.13 Ein Infantr. Gewehr M. 71
geschenkt von E. Große 6 502 M.
1. Der
Kriegerverein wurde am 12. Febr. 1876 gegründet;
zum Vorstand wurden gewählt die
Kameraden: zum Hauptmann Friedrich Lentzsch, zum
Adjutant der Töpfermeister Ed. Rößler, zum Zahlmeister
Wilh. Klare. 1894 den 10. August trat der Verein zum
deutschen Kriegerbund, und die Chargen wurden daher
umgeändert: Hauptmann zum Vorsitzenden, Zahlmeister zum
Kassenführer, Feldwebel zum Schriftführer.
Kamerad Friedrich Lentzsch legte
seine Charge am 1. Juli 1878 nieder, und wurde an seiner
Stelle der Kamerad August Schuster gewählt. Schuster ist
heute noch Vorsitzender und erhielt am 24. September
1903 vom Kreis-Krieger-Verband das Kreuz für 25jährige
Mitgliedschaft im Vorstande. Kamerad Klare wahr volle 25
Jahre Kassenführer vom 12. Februar 1876 (Gründungstag)
bis 12. Februar 1901, und legte seine Charge wegen hohen
Alter (76 Jahre) nieder, erhielt vom Kr.Kr.Verb. das
Kreuz für 25jährige Mitgliedschaft im Vorstand, an
seiner Stelle wurde der Kamerad Moritz Wilhelm gewählt.
Kamerad Ernst Große wurde zum
Schriftführer am
1. Oktober 1878 gewählt und erhielt
vom Kreis-Krieger-Verband am 24. September 1903 das
Kreuz für 25jährige Mitgliedschaft im Vorstande.
Kamerad Karl Rentzsch wurde am 1.
Januar 1879 zum Adjutant gewählt, diese Charge wurde zum
stellvertretenden Kassenführer umgeändert, Kamerad
Rentzsch erhielt am 24. September 1903 vom
Kreis-Kriegerverband das
Kreuz für 25jährige Mitgliedschaft im
Vorstande.
Die Vereinsfahne wurde bei Gründung
des Vereins angeschafft; angefertigt hat dieselbe der
Kaufmann Ley in Plessa, für den Preis von 350 Mark;
Kamerad Friedrich Lentzsch legte das Geld für die Fahne
aus, und erhielt dasselbe Ratenweise vom Verein zurück.
Eingeweiht wurde die Fahne im Sommer 1876, die Weiherede
hielt Herr Pastor Hirsch aus Hohenleipisch.
In früheren Jahren, von 1876 bis
circ. 1890 wurde dem Verein von Polizeilicher Seits,
viele Schwierigkeiten bereitet, z.B. mußte der Stern aus
der Fahnenspitze (Fahnenstange) entfernt werden, weil er
dem eisernen Kreuz ähnlich war, auch mußte der
preußische Adler, welcher in Seide gestickt auf der
einen Seite der Fahne sich befand, heraus, die
herausnahme des Adlers, sowie das Anfertigen eines
Eichenkranzes mit der Inschrift „Treu und fest", in
Seide gestickt, hat wieder der Kaufmann Ley in Plessa
ausgeführt. Alle diese Schwierigkeiten sind vom
deutschen Kriegerbund beseitigt und jede Behörde sieht
mit Achtung auf die Kriegervereine dessen höchster
Protektor Sr. Majestät der deutsche Kaiser ist.
Döllingen, den 24. Januar 1906
E. Große
Schriftführer
№ 2.
Döllingen, den 24. Januar 1906
August Schuster, Vorsitzender seit
I.
VII.
78
Ernst Große, Schriftführer seit
I. X.
78
Moritz Wilhelm, Kassenführer seit
12.II.
01
Eduard Rößler, Stellvertr. Vorsitzender seit
I.8.91
Karl Rentzsch, Stellvertr. Kassenführer
I.
I.
79
Heinr. Hofmann, Stellvertr.
Schriftführer und
12. II.01
Der erweiterde Vorstand:
Friedrich Nowka, Beisitzer
Friedrich Lentzsch, Hauptmann z. d.
resp. a. D.
Wilhelm Klare, Kassenführer a. D.
Eduard Beger, Fahnenträger
Reinh. Herrig, „ „" u. Stellvertr.
seit 1. 8. 02
D. d. 24.
I.
06
E. Große, Schriftfr.
№ 3.
d. 27. 1. 08
Das Kreuz welches der
Kreis-Kr.-Verband an Vorstandsmitglieder für 15jährige,
resp. 25jährige Mitgliedschaft im Vorstande verleihet,
ist laut Bestimmungen des Kr. Kr. Verb., nach dem Tode
des Inhabers, an den Kr. Kr. Verb. zurückzugeben.
№ 4
d. 27. 1. 08
Kaisers Geburtstagsfeier, sowie das
Stiftungsfest; welches auf dem, den 1. August jeden
Jahres am nächsten liegenden Sonntag fällt, wird in
diesem Jahre bei Richter, und die Appelle bei Nowka
abgehalten.
Den
I.
Januar jeden Jahres wird gewechselt,
so daß vom
I.
Januar 1909, die Feste bei Nowka, und die Appelle bei
Richter fallen.
№
5 Ich
Unterzeichneter bestimme, daß mein Gewehr Model
71 №
36151, nach
meinem Tode, an den Verein als Eigentum übergeht.
Döllingen, den 27. Januar 1908
E.Große, Schriftführer
№
6 d. 27.
I.
08
An dieser Stelle mache ich
aufmerksam, daß am
12. Febr. 1901 beim Festcomers
(Kommers: aus bes. Anlass veranstaltetes Trinkgelage
[bürgerl. Studenten] lat. > franz. ),
des 25jährigen Bestehen
des Vereins, im Nowka’schen Locale, verschiedene
Schenkungen dem Verein gemacht wurden und zwar dahin
lautend: „"„lebe ich noch bei der 50jährigen Feier des
Bestehen des Vereins, í
u.s.w., so schenke ich dem Verein u.s.w." Die
darauf bezüglichen Papiere mit eigenhändiger
Unterschrift der Schenkenden, befin„
den sich bei den Acten des Vereins. Z. Zt. beim Vor„
sitzenden Kamerad Schuster. Unter den Schenkenden befand
sich der als Ehrengast geladene, nicht Soldat gewesene
Hüfner Wilhelm Bober.
Ernst Große,
Schriftführer
№ 7
Der Kriegerverein zu Döllingen
In den sechziger und zu Anfang der
siebziger Jahre des letztvergangenen Jahrhunderts
bildete sich, ge „
fördert namentlich durch die damaligen Kriege, wie in
den Städten so auch in den größeren Dörfern
Kriegervereine, mit dem Zweck:
„
gräbniß zu erweisen und den Hinter„
bliebenen eine Beihülfe zu den Kosten des
Begräbnisses zu gewähren, sowie Liebe und Treue
für König und Vaterland und rechte Kameradschaft
untereinander zu betä„
tigen und zu pflegen."
Der Kriegerverein des Nachbarortes
Hohenleipisch, im Jahre 1865 gegründet, stand gleich vom
Anfang an in hoher Blüte, und es traten denselben im
ersten Jahrzehnt seines Bestehens eine Anzahl gedienter
Soldaten auch aus hiesigem Orte bei. Der hier in
Döllingen längst schon vieler „
seits gehegte Wunsch um Bildung eines Orts„Kriegervereins
erfüllte sich, indem am 12. Februar 1876 23 gediente
Soldaten zu„
sammentraten und diesen Verein grün„
deten. Es waren dies: Friedrich Lentzsch,
Gottlieb Poppe, Eduard Rößler,
August Schuster, Ernst Große, Karl
Rentzsch sen, Karl Rentzsch jun,
Heinrich Hofmann, Gottlieb Hofmann,
Eduard Lentzsch, Wilhelm Klare, Karl Hellmann, Friedrich
Lehmann, Ernst George, Karl Schulze, Traugott Hänsgen,
Traugott Voigt, Karl Nollau, Gottfried Krausch, Karl
Ober, Gottfried Wagner, Heinrich Hauptvogel und
Wilhelm Hauptvogel, diese
letzteren beide aus Kahla.
Recht deutlich zeigte sich das rege
Interesse für
für die Sache außer Andern dadurch,
daß gleich die Anschaffung einer Vereinsfahne
beschlossen wurde, trotzdem dass die Kosten dafür, bei
der geringen Mit „
gliederzahl für den Einzelnen hoch waren. Schon im Juli
des Gründungsjahres konnte die Weihe der„
selben vollzogen werden. Dies geschah unter sehr starker
Beteiligung auswärtiger Kameraden.
Die stetige Bevölkerungszunahme des
Ortes, sowie die Vermehrung des stehenden Heeres bewirk „
ten ein andauerndes Wachsen der Mitgliederzahl des
Vereins, diese hat sich seit Gründung fast ver„
dreifacht und beträgt jetzt 63.
Seine Vereinsangelegenheiten regelt
der Verein in vierteljährlichen abzuhaltenden Ver „
sammlungen.
Angeführt seien hier nun zuerst
Feiern ernster Art. Bisher starben 14 Vereinsangehörige,
welche der Verein durch gemeinsame Teilnahme am
Begräbniß die letzten Ehren erwieß und zwar: Im Jahre
1879, Gottlob Große; 1882 Karl Schulze und Traugott
Hänsgen; 1890 Karl Rentzsch sen.; 1891 Traugott Voigt;
1894 Ehrenreich Wilhelm, dieser war 1798 geboren, im
Kriegsjahr 1815 schon Soldat und erreichte das hohe
seltene Alter von 96 Jahren; 1898 starb Herr Hauptmann
von Ploetz, derselbe war Ehrenvorsitzender und ein
eifriger Gönner und Förderer des Vereins. Sein Tod war
für den Verein ein sehr schmerzlicher Verlust. Er starb
als Erster von den Mitgliedern des Vereins die an den
Kriegen von 1866 und 1870/71 teilgenommen. Ferner wurden
zur großen Armee abgerufen: 1899 Gottlieb Poppe; 1891
Gottfried Krausch; 1903 Traugott Hauptvogel; 1905 Ernst
Grünberg; 1907 Wilhelm Heÿde, Gottlieb Köhler und
Friedrich Nowka. Diese drei Letztgenañten waren
Kriegsteilnehmer, der Tod hielt im letzten Jahre leider
zu reichliche Ernte unter
den Männern welche den Stolz und die
Zierde der Kriegervereine bilden.
Jetzt sind im Verein noch 12
Kriegs-Veteranen.
Erwähnt werden nun noch Feiern froher
Art.
Der Verein feierte jährlich 2 Feste.
Das erste zum Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers, das
andere gewöhnlich in den ersten Tagen des Augustmonats.
Diese Feste erfreuen sich der re „
gen Teilnahme des Ortes. Den Anfang jeder dieser Feste
bildet der gemeinsame Kirchgang. Beim Sommerfeste findet
das Königsschießen statt. Der Besuch dieses Festes von
Auswärts war immer ein recht reger. Viele kommen da aus
der Ferne nach der Heimat. Auch die Nachbarvereine von
Plessa, Kahla und Hohen„
leipisch stellen sich regelmäßig ein. Der hiesige Verein
erwiederte dann diesen Besuch an deren Vereinsfesten.
An allen größeren
Kriegervereinsfesten der näheren und weiteren Umgebung
als: Fahnen- und Denkmals-Weihen und Jubiläumsfeiern hat
sich der hiesige Verein fast stets beteiligt, in Folge
dessen fanden sich am 7. Juli 1901 zur Feier des
25jährigen Stiftungsfestes eine so große Anzahl aus „
wärtiger Vereine und Gäste hier ein, wie der Ort niemals
zuvor gesehen. Der Verlauf dieses vom herrlichsten
Wetter begünstigten Festes war ein recht guter; zum
Gelingen desselben haben namentlich auch die dem Verein
nicht angehörenden Einwohner des hiesigen Ortes, in
opferwilligster Weise sehr viel beigetragen.
Wertvolle Nägel als Geschenk erhielt
hier die Vereinsfahne seitens des Kreis=
Kriegerverbandes, der Vereine zu Gorden, Grünewalde,
Bockwitz, Mückenberg, Pleßa,
Hirschfeld, Elsterwerda, Prösen,
Biehla, Dreska und Kraupa, sowie von der Jugend, wie
auch von den Bergleuten hier.
Fahnenschleifen stifteten: die
Familie von Plötz, der Jugendverein und Fräulein Berta
Schuster.
Anläßlich dieses Festes stiftete der
Verein ein Kreuz für 25jährige Mitgliedschaft, dieses
erhielten sofort August Schuster, Ernst Große, Wilhelm
Klare, Karl Rentzsch, Heinrich Hofmann, Gottlieb
Hofmann, Heinrich Hauptvogel, Ernst George, Karl Ober,
Friedrich Lentzsch,
Dolsthaida, und
Wilhelm Hauptvogel aus Kahla. In folgenden Jahren
erhielten dieses Kreuz noch: 1902, Eduard Beger; 1903,
August Peschel; 1905, Karl Richter, Eduard Nadler und
Hermann Poppe;
1906 der Töpfer Eduard Rößler und der
Torfmeister Eduard Rößler; 1907 Karl Greger und 1908
Hermañ Rößler.
Der hiesige Kriegerverein gehört seit
dem 10. August 1894 dem deutschen Kriegerbunde an.
Dieser Verband umfaßt rund 26.000 Vereine mit 2 ½½
Millionen Mitglieder.
Das seitens des
Kreis-Kriegerverbandes gestiftete Kreuz für 25jährige
Tätigkeit im Vorstande er „
hielten aus unserm Verein folgende Kameraden: 1901,
Wilhelm Klare, 1903 August Schuster, Ernst Große und
Karl Rentzsch, und 1905 Friedrich Nowka. Das Kreuz für
15jährige Tätigkeit im Vorstande erhielt 1906 Eduard
Rößler.
Möge der Verein weiter wachsen und
blühen. Möge er stets sein eine echte, rechte
Pflegestätte der Kameradschaft, und vornehmlich eine
Pflegestätte der Liebe und Treue für Kaiser und Reich,
für Fürst und Vaterland.
D. d.
I. II. 08
№ 8
d. 28. 1. 08
Betreffs Orden-Verleihung !
„
ige, resp. 15jährige Tätigkeit im Vorstande sind, laut
Bestimmungen des Kreis-Kriegerverbandes, bis zum 15.
Januar an den Vorstand des Kreis-Kriegerverbandes
einzureichen, damit dieselben Kaisersgeburtstag zur
Verleihung gelangen. Der hiesige Verein verleiht das
Kreuz für 25jährige Mitgliedschaft im Verein ebenfalls
Kaisersgeburtstag.
d. 28. 1. 08
№ 10
d. 28. 1. 08
I.Aug.
07) „Der Verein zeigt auch für den andern Gastwirt
hiesigen Orts, bei welchem das Fest nicht fällt, die
Musik für den Festtag auf dem Verein an, auch weñ der
Verein an diese Musik gahr nicht teil nimmt!
№
11 Am 11. Juli
1894, beim Begräbniß unseres ältesten Mitgliedes, des 96
Jahre alten Kameraden, Kriegsveteran aus den
Freiheitskriegen, Stellmachermeister und Guts-Auszügler
Ehrenfried Wilhelm, schenkten seine Erben dem Verein 20
Mark. Diese 20 Mark verwendete der Verein zur
Anschaffung der Bundesabzeichen.
№
12 Am 12. März
1903, beim Begräbniß des Kame„
raden, Gutsauszügler Traugott Hauptvogel, schenkte sein
Sohn der Gutsbesitzer Kamerad Hermann Hauptvogel dem
Verein 25 Mark.
№
13 Döllingen, den
19. Juli 1908
Der Verein hielt gestern Abend seinen
Zahlungsappell in Nowkas Gasthof ab, wobei gleichzeitig
das diesjährige Fest besprochen wurde. Das Fest findet
wie alljährlich im Rittergutspark statt; der Ball in
Richters Gasthof; für Nowkas Gasthof wird die Tanzmusik
von dem Verein beim Amtsvorsteher mit angezeigt;
Schießstand baut der Kamerad Kassenführer Wilhelm, auch
liefert derselbe die Gewehre sowie Munition, gegen
Entschädigung, zum Schießen. Die Musik stellt Kamerad
Rentzsch.
E. Große Schriftführer
№ 14
Döllingen, den 4. August 1908
(Reveille:
Wecksignal, [milit.] )
statt, worauf die Musik
verschiedenen Personen Morgenmusik brachte. Um 8 Uhr
ward geschlossen zur Kirche gegangen; nach der Kirche,
nach abbringen der Fahne wurde weggetreten. Um ½2 Uhr
wurde zum Feste angetreten. Der Festball fand in
Richters Saale statt. Der Ort hatte Festgewand angelegt,
verschiedene Ehrenpforten waren erbaut, besonders
festlich geschmückt war die Straße im oberen Dorfe
(Reuterweg), Ehrenpforte stand an Ehrenpforte und
Flaggen wehten an Flaggen, wobei sich mit herstellen von
Festschmuck besonders die Kameraden Kassierer Wilhelm
und Sergeant Gärtner, wie alljährlich auszeichneten.
Beim Königsschießen errang die Königswürde Kamerad Kohl,
und der alte König, Kamerad Duterstedt wurde der
Königswürde entbunden. Kamerad Kohl war vor 2 Jahren
schon mal König, ist überhaupt ein Scharfschütze durch
und durch. Der Festplatz war wie alljährlich der
Rittergutspark, und Abends beim Einzug hielt Herr
Rittergutsbesitzer Kamerad Günther eine Ansprache worin
er betonte, daß er den Festplatz gern dem Verein zum
Feste gebe, wünschte aber daß das Fest statt Anfang
August, Anfang Juli falle, damit das Fest vor der Ernte
stattfände, gedachte auch in ehrenden Angedenkens des
früheren Ritterguts„
besitzers,
unseres verstorbenen Ehrenvorsitzenden Herrn Hauptmann
von Plötz.
Beim Einzug hielt der Vorsitzende
i.V. Leutnant Kamerad Rößler eine markige Ansprache,
(das Kommando hatte der Vorsitzende, Hauptmann Schuster,
wegen Krankheit, dem Leutnant Rößler übergeben) worin er
nächst Gott unseren vielgeliebten Kaiser feierte, in
ehrenden Worten gedachte er den 10jährigen Todestag des
Fürsten Bismarck als den Baumeister des deutschen
Reiches. Den Kriegsteilnehmern brachte er ein dreifaches
Hoch.
Viele Häuser hatten beim Einzug
illimuniert. (steht
wirklich so geschrieben !)
Der Ball fand in
kameradschaftlicher Eintracht fast bis zum Morgen statt.
E. Große Schriftführer
№ 15
Döllingen, den 15. November 1908
Am 6. November oj. ging unser
hochverehrter Vorsitzender, Kamerad Schuster plötzlich
heim zur Großen Armee. Sein Tot reißt eine große Lücke
in unsern Verein, und wir werden ihn oftmals schmerzlich
vermissen; mit Rat und Tat, selbst mit Geldopfer ging er
dem Verein stets voran, und wußte selbst in den
schwierigsten Angelegenheiten stets den rich „
tigen Weg zu finden. Sein Andenken wird im Verein stets
in Ehren gehalten werden. Schuster half den Verein, am
12. Februarí 1876
mit gründen und wurde zum Fahnenträger ge„
wählt. Am
I.
Juli 1878 trat
Kamerad Friedrich Lentzsch als Hauptmann (Vorsitzender)
zurück, an dessen Stelle wurde Schuster gewählt. Am 24.
September 1903 erhielt er vom Kreis-Kriegerverband für
25jährige Mitgliedschaft im Vorstande das goldene Kreuz.
Ueber 30 Jahre hat Kamerad Schuster mit jugendlichem
Eifer als Vorsitzender unse„
res Vereins gewirkt und blieb Gott, dem Kaiser und dem
Verein getreu bis in den Tod.
Ernst Große,
Schriftführer
№ 16
Kaisers Geburtstag !
Der Kriegerverein feierte den
Geburtstag Sr. Maj. des Kaisers am Sonntag den 31.
Januar im Nowka’schen Saale. Vormittags 10 Uhr ging der
Verein geschlossen zum Gottesdienst, wo Herr Pastor
Fritz eine sehr schöne Predigt hielt, und auf die Feier
des Tages besonders hinwies. Bei Eröffnung des Balles
hielt der Vorsitzende Kamerad Rößler eine markige
Ansprache, worin er Kaisers Geburtstag als Jubiläum, und
dem Kaiser als den Erhalter des Friedens feierte, und
die Kameraden zum heilighalten ihres Diensteides, und
zur Treue zu Fürst und Vaterland ermahnte; seine Rede
klang mit dem Kaiserhoch aus. Darauf wurde Kamerad Kohl
mit dem Kreuz für 25jährige Mitgliedschaft im Verein
decoriert. Dann trug die Sangesabteilung, unter Leitung
des Herrn Hauptlehrer Krautwurst mehrere Gesangstücke
recht gut vor, als erstes: „"„Dem Kaiser sei mein erstes
Lied" !
Während der Kaffeepause wurde ein
Teaterstück „"„Die Einquartierung" recht humor=
voll gespielt, welches die Lachmuskeln in reger
Tätigkeit erhielt.
Am Tanz war eine rege Beteiligung,
und Jung und Alt hielt bis zum Morgen aus, und jeder
Kamerad nahm das frohe Bewußtsein mit nach Hause einen
recht vergnügten Kame „
radschaftlichen KaisersGeburtstag gefei„
ert zu haben.
Döllingen, den
I.
Februar 1909
Ernst Große
Schriftführer
№ 17
Döllingen, den 14. März 1909
Herr Leutnant Hermann von Plötz, Sohn
des verstorbenen Rittergutsbesitzer Herrn Hauptmann von
Plötz, wurde 1896 zum Ehrenmitglied des Kriegervereins
ernannt, da der betreffende Herr aber bis heute nichts
von sich hören ließ, und wir nicht wissen wo er ist, so
wird die Ehrenmitgliedschaft als erloschen betrachtet:
I.A.
Schriftführer
№ 18
„"Abschrift !"
Döllingen, den
7. Juli 1901
Rapport des Krieger-Vereins-Döllingen
seit seinem Bestehen, mithin von den verflossenen 25.
Jahren, beim Jubileumsfest, den 7. 7. 01.
Der Verein wurde am 12. Februar 1876,
von 25 Mitglieder gegründet, wovon 12 Mitglieder dem
Verein noch angehören, es sind dies die Kameraden:
Friedrich Lentzsch, August Schuster, Wilhelm Klare,
Ernst Große, Karl Rentzsch, Heinrich Hofmann, Gottlieb
Hofmann, Heinrich Hauptvogel, Wilhelm Hauptvogel, Karl
Nollau, Karl Ober und Ernst George. Im Laufe der
vergangenen 25 Jahre meldeten sich 65 Kameraden an. Ab
gingen vom Verein: durch Abmeldung 20, durch Tod 13
Kameraden, so daß der Verein heute 57 Mitglieder und 1
Ehrenmitglied zählt, welches Herr Leutnant und Forst „
Assesor von Plötz ist.
Veteranen aus den Kriegen 1864, 1866,
1870/71 zählt der Verein 14 Mann, außer diesen noch 2
Veteranen von 1848, welches der 79 Jahre alte Kamerad,
Gutsauszügler Traugott Hauptvogel und der 76 Jahre alte
Kamerad, Kassenführer a.D. Wilhelm Klare ist. Kamerad
Klare führte die Kassengeschäfte des Vereins volle 25
Jahre mit treue und fleiß, und erhielt in Anerkennung
seiner Pflichttreue vom Vorstande des Elbe „
und Elster„Verbandes
die „"„Auszeichnung für 25jährige Mitgliedschaft im
Vorstande".
Unter den verstorbenen Kameraden
befanden sich 2 Kriegs „Veteranen
und zwar: der Stellmachermeister, Gutsauszügler
Ehrenfried Wilhelm, welcher im Jahre 1894 im Alter von
96 Jahren starb, und Veteran aus den Befreiungskriegen
war; er war kaum dem Knabenalter entwachsen als er an
den Befreiungskriegen teilnehmen mußte, und den Anfang
seiner Militairdienstzeit in der russischen Armee beim
Schanzenbau bei Mühlberg begann. Der 2. Veteran war
unser hochverehrter Ehrenvorsitzender Herr Hauptmann von
Plötz, welcher Veteran aus den Feldzügen 1866, 1870/71
war, und 1898 starb. Ehre ihrem Andenken."
№ 19
Döllingen, den 17. April 1909.
Betrifft die Wahl des Vorsitzenden !
I.
Quartals 1909. 2.
Kyffhäuserfahrt. 3. Wahl eines Vorsitzenden an Stelle
des Verstorbenen Kameraden, Vorsitzenden A. Schuster.
Zur Versammlung hatten sich die
Kameraden fast voll vollzählich eingefunden. Die Steuer
wurde wie üblich pro Quartal mit 60 M. bezahlt. Zu der
am 13. u. 14. Juni oj. stattfindenden Kyffhäuserfahrt
meldeten sich 7 Personen.
Bei der Wahl eines Vorsitzenden wurde
der Vorsitzende-Stellvertreter Kamerad Ed. Rößler fast
einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. An Stelle des
Kamerad Rößler wurde der Obersteiger Kamerad Oppermann
fast einstimmig zum Vorsitzenden-Stellvertreter gewählt.
Beide nahmen die Wahl dankend an. Nachdem der Apell mit
einem dreifachen Hoch auf Sr. Maj. unserm Kaiser
geschlossen, blieben die Kameraden noch lange in feucht
fröhlicher Stimmung beisammen.
№ 20
Döllingen, den 15. Juli 1909
Betrifft das Fest 1909.
Der Verein hielt den 10. Juli oj.
seinen Zahlungsappell ab, wobei betreffs des
diesjährigen Festes beschlossen wurde: daß das Fest
Sonntag den 25. Juli bei Nowkas und wie bisher gefeiert
werden solle. Am 14. d. Mts. schreibt der
Rittergutsbesitzer einen Brief an den Vorstand, worin er
anzeigt: das, da der Verein seinem Wunsche, das Fest vor
der Ernte zu feiern, nicht nachgekommen sei, er die
Hergabe des Festplatzes verweigere und sich vom Verein
abmelde.
Darauf wurde der Verein sofort zum
Appell bestellt und beschlossen daß das Fest für
Diesjahr vollständig ausfalle, dafür aber ein Ball den
12. September stattfinden soll.
Es war nicht fein von dem Herrn
Rittergutsbesitzer den Festplatz dem Verein zu
entziehen, und hat damit vielen Aerger und Unwillen
nicht nur in den Verein, sondern auch in das ganze Dorf
gebracht.
Das Fest wurde stets den nächsten
Sonntag zum
I.
August, zur
Erinnerung an die großen Gedenktage, 16. u. 18. August
u. 2. September 1870 , gefeiert, wobei Rücksicht auf
Hohenleipisch und Pleßa genommen wurde; dieses schöne
patriotische Fest, welches seit 1876 im Rittergutspark
gefeiert wurde, wurde durch den Rittergutsbesitzer Herrn
Günther zerstört. Ernst Große
№ 21
Döllingen, den 13. September 1909
„Sedan"
mit Ball und Königsschießen; Kamerad Herr Förster Kieser
hatte beim Herrn Forstmeister Jordan, Elsterwerda, die
Erlaubniß eingeholt, daß der Verein den im fiskalischen
Forst belegenen Schießstand benutzen durfte. Um 3 Uhr
Nachmittags marschierte der Verein mit Musik nach dem
Forsthaus, holte Kamerad Kieser ab, und marschierte von
da nach dem Schießstand;
Die Königswürde errang Kamerad
Hermann George; für Getränke hatte Frau Pützsch – und
für die nötige Wurst der Fleischer Rentzsch gesorgt, die
Musik spielte schöne Concertstücke, somit war das
Königsschießen ein recht schönes, kameradschaftliches,
im frischen grünen Wald gefeiertes Fest.
Nachdem der alte König (Kamerad Kohl)
der Königswürde entkleidet, der neue König gehuldigt und
der Abend heran rückte, marschierte der Verein, an
welchen sich viele Nichtmitglieder und Gäste
angeschlossen hatten, zurück nach dem Dorfe, direkt in
Nowkas Saal., worauf der Ball nach kurzer Pause eröffnet
wurde, die Beteiligung war eine sehr rege, auch hatten
sich viele Kameraden und Gäste von Nah und Fern
eingefunden.
Eine sehr wohl gesetzte Ansprache
hielt der Vorsitzende Kamerad Rößler, worin er die
Bundesgemeinschaft mit Oesterreich, die deutsche Armee
und unserm Kaiser feierte, seine Ansprache schloß mit
einem dreifachen Hoch auf dem Kaiser. Der Ball verlief
in gemütlicher, kameradschaftlicher Eintracht. Jeder
Kamerad nahm das Bewußtsein mit nach Hause ein schönes
Fest gefeiert zu haben.
№ 22
Döllingen, den 21. November 1909
Tiefergriffen von schmerzlichem
Mitgefühl wurde der Verein durch den Tot der
unvergeßlichen treuen Gattin unseres hochverehrten
Vorsitzenden Kamerad Ed. Rößler, welche an schwerer
Operation am 18. d. Mts. in Dresden verstarb, und heute
am Totenfest hier beerdigt wurde. Der Verein nahm am
Begräbniß geschlossen teil, und legte am Sarge einen
Kranz nieder.
Der Verein ruft ihr ein Ruhe sanft in
die Ewigkeit nach.
Ernst Große
Schriftführer
№ 23
Döllingen, den 31. Januar 1910
Kaisers Geburtstag feierte der Verein
am Sonntag den 30. d. Mts. mit Kirchgang. Abends fand
Ball im Richterschen Saale statt; die Teilnahme war eine
Zahlreiche und rege, Bierfeuchte, kameradschaftliche,
während bis Morgens 3 Uhr.
Ansprache an den Verein und allen
Anwesenden hielt der Königliche Förster Herr Kamerad
Kieser worin er zur Liebe und Treue zu unserm Kaiser und
angestamten Herscherhause ermahnte und mit einem
dreifachen Hoch auf unseren Kaiser schloß.
E. Große
№ 24
Döllingen, den 25. März 1910
Auf den vom Verein gestelten Antrag,
betreffs Unterstützung für die Wittwen Schuster und
Köhler, erhielten dieselben am 22. März oj. aus der
Kaiser Augusta Stiftung (Preußischer
Landes-Krieger-Verband) jede eine einmalige
Unterstützung von 9 Mark.
Diese Unterstützung war die erste die
der Verein vom Deutschen Krieger Bund erhielt.
E. Große
Schriftführer
Döllingen, den
I.
April 1910
Auf Antrag des Vereins „Betreffs
Unterstützung der Wittwen Schuster und Köhler" erhielten
dieselben aus der Kaiser Augusta Stiftung, am
22. März oj. jede 9 Mark einmalige
Unterstützung.
E. Große
Schriftführer.
№ 25
Döllingen, den 12. April 1910
Der Kriegerverein hielt am Sonnabend
den 9. d. Mts. seinen Zahlungsappell im Nowkaschen Local
ab; der Kassierer legte die Jahresrechnung, welche
geprüft und richtig befunden wurde, es wurde ihm
Entlastung erteilt, der Kassenbestand war 44 Mark. Dann
wurde beschlossen für den Verein 4 Jägerbüchsen
M 71 zu
beschaffen; dieselben werden vom Artillerie Depot, durch
die Kreis-Verbände, pro Stück 3 Mark abgegeben; die
Bestellung dieser Gewehre besorgte der Schriftführer
schriftlich. Sonntag den 10. d. Mts. bei der
Vertreter-Versammlung des Kreis Verbandes in
Liebenwerda, wo der Verein durch den Schriftführer
vertreten war, erfuhr derselbe daß die nächste Gewehr
Abgabe den nächsten
I.
Oktober erfolgt.
E. Große
Schriftführer
№ 26
Döllingen, den 8. Mai 1910
Gestern wurde das aelteste Mitglied
des Vereins, Berginvalide Kamerad Friedrich Wilhelm
Klare zur letzten Ruhestätte begleitet. Der Verstorbene
war vielleicht einer der Letzten die noch am Leben sind,
welche an dem Kriege gegen Dänemark 1848 teil genommen
haben.
Klare war der 7. Sohn des Hüfners
Klare in Kahla, geboren den 26. Dezember 1825.
Patenstelle nahm an Sr. Hochselige Majestät König
Friedrich Wilhelm
III.,
weshalb der Verstorbene
in der Taufe den Namen nach seinem hohen Paten
„Friedrich Wilhelm" erhielt.
Seine Militairpflicht genügte er von
1845 bis 1848 beim Kaiser Alexander Garde Grenadier
Regiment
№ 1
in Berlin. Bei
den Märzunruhen bildete die 8. Kompagnie, welcher Klare
angehörte, die Besatzung des Königlichen Schlosses,
wofür der König dieser Kompagnie die Bezeichnung
„"„Ehren-Kompagnie" gab. Nach Ausmarsch der Truppen aus
Berlin ging das Regiment nach dem Kriegsschauplatz in
Schleswig und nahm teil an der Schlacht bei Schleswig
den 23. April 1848.
1876 half Klare den hiesigen
Kriegerverein gründen, wobei er die Charge des
Kassierers volle 25 Jahre vom Tage der Gründung, 12.
Februar 1876 bis
12. Februar 1901 begleitete, und dann
wegen hohen Alters, 76 Jahre alt, niederlegte. Er
erhielt vom Elbe und Elster-Kriegerverband die
Auszeichnung für 25jährige Mitgliedschaft im Vorstande.
Ein leuchtendes Beispiel treuer
Pflichterfüllung, war er stets vorbildlich im Verein,
und bewahrte alle militairische Tugenden treu bis an
sein Ende. Körperlich ein Riese, jedoch in letzten
Jahren sehr hinfällig geworden, bezwang ihn der Tod am
4. Mai. Der Verein wird ihm stets ein treues Andenken
bewahren.
E. Große
№ 27
Döllingen, den 9. Mai 1910
Einladungen waren eingegangen von
Prösen zur Feier des 25jährigen Bestehen des Vereins
(Militair Verein) zum Sonntag den 19. Juni 1910. Ferner
Einladung vom Krieger-Verein Elsterwerda zur Fahnenweihe
Sonntag den 5. Juni 1910.
Die Einladung nach Prösen wurde
abgeschrieben, die Einladung nach Elsterwerda angenommen
und gestern 25 Mann, darunter sämtliche 10 Veteranen
angemeldet.
E. Große
Schriftführer
№ 28
Döllingen, den 14. August 1910.
Der Kriegerverein feierte am Sonntag
den 7. August sein diesjähriges Sommerfest. Sonnabend
Abend fand Zapfenstreich, Sonntag früh Reveille und um 8
Uhr Kirchgang statt. In der Kirche wieß der Pastor Fritz
besonders auf den Krieg 1870/71 hin, daß diese unsere
Feier ein Jubileum sei, indem seit dem Kriege 40 Jahre
vergangen und mancher Teilnehmer seitdem zur ewigen Ruhe
gegangen sei. Um ½2 Uhr wurde angetreten; die Veteranen
wurden vom Verein mit Eichensträußchen geschmückt, der
Vorsitzende Kamerad Rößler hielt eine kurze kräftige
Ansprache und schloß mit einem vom Verein mit
Begeisterung aufgenommenen dreifachen Hoch auf die
Veteranen.
Dann Umzug im Ort und Auszug nach dem
Festplatz, der Festplatz war die sog. Brache an der
Ziegelei, die Genehmigung dazu war von der Direktion
Pleßaer Werke eingeholt worden.
Das Schankzelt auf dem Festplatz
hatte Gastwirt Richter, da das Fest bei ihm (Abends
Ball) stattfand. Es war vom Vorstand beschlossen daß nur
der Wirt bei dem das Fest stattfindet, das Schankzelt
auf dem Festplatz baut, da der Festplatz etwas vom Dorfe
abgelegen ist, würde derselbe nicht so sehr besucht sein
wie der frühere im Rittergutsgarten, und wenn beide
Wirte da herausbauen wollten, würden dieselben nicht auf
ihre Kosten kommen. Die Königswürde errang Kamerad
Oppermann, nachdem der alte König Kamerad Hermann George
seiner Würde entkleidet und der neue König gehuldigt,
fand gegen Abend der Einzug statt. Nach dem Einzuge
sprach der Vorsitzende an allen die zu dem Gelingen des
Festes beigetragen seinen Dank aus und schloß seine so
schöne Rede mit einem mit Begeisterung aufgenommenen
dreifachen Hoch auf dem Kaiser; nachher Ball.
Der Ball war nicht ganz so lebhaft
wie sonst, weil in den umliegenden Orten überall
Festlichkeiten stattfanden, es ging aber
kameradschaftlich, gemütlich her, jeder teilnehmende
Kamerad bezeichnete das Fest als ein wohlgelungenes.
Schriftführer
№ 29
Döllingen, den 16. August 1910
Ernst Große
№ 30
Döllingen, den 24. Dezember 1910
№
1441L., 2569E., 5150G., 9473K.,
sind gestern vom Kr. Kr.
Verband in Liebenwerda abgeholt worden. Bedingungen
sind: Der Verein muß Besitzer der Gewehre bleiben,
sollte der Verein aufgelößt werden, sind die Gewehre an
die Militairbehörde zurück zu geben, auch ist für den
daran entstandenen Schaden, bei der Zurückgabe, der
Verein haftbar.
Ernst Große
Schriftführer
№ 31
Döllingen, den 28. Januar 1911.
Am 26. d. Mts. erhielt der Verein die
Rechnung von den erhaltenen 4 Jägerbüchsen welche auf
17,60 Mark lautede, die Gewehre a 3,50 M = 14 M.,
Vepackung, Porto und sonstige Unkosten 3,60 M. = zus.
17,60 M. Der Verein hatte Unkosten für abholen der
Gewehre aus Liebenwerda und Portos 1,05 M. mithin kosten
die Gewehre in Summe 18,65 Mark.
Große
Schriftführer
№
3
Vorstehende Rechnung
wurde am 29. I.
11 an den
Schriftführer des Kreis Kriegerverbandes in Liebenwerda
abgeschickt. Große
№ 32
Abschrift
Revers.
(Revers: schriftl. Erklärung rechtlich bedeutsamen
Inhalts)
Der unterzeichnete Vorstand
bescheinigt hiermit von dem Artillerie-Depot in Erfurt 4
Büchsen 71,
ohne Mündungsdecke
erhalten zu haben, und verpflichtet sich, diese Gewehre
wieder an das nächstliegende Artilleriedepot kostenfrei
gegen Erstattung des Materialwertes zurückzuliefern,
sobald der Verein aus dem Preußischen
Landeskriegerverbande austreten sollte.
Außerdem verpflichtet sich der
Verein, den ihm bekannt gegebenen Bedingungen für die
Überlassung von Gewehren und Patronen an Kriegervereine
entsprechend zu verfahren.
Döllingen den 29. Januar 1911
Der Vorstand
Des Kriegervereins
gez. Rößler Große gez.M. Wilhelm
Vorsitzender Schriftführer
Kassenführer
№ 33
Döllingen, den 31. Januar 1911.
Der Verein feierte Kaisers Geburtstag
Sonntag den 29. d. Mts. mit Kirchgang und Abends Ball im
Nowkaschen Gasthof. Gleich nach der Kirche fand das
Begräbnis des 25 Jahre alten Kameraden Militairinvaliden
Karl Rentzsch statt. Im Ballsaal feierte der Vorsitzende
Kamerad Rößler in seiner Ansprache Kaisers Geburtstag
und dessen hohe Verdienste, den 40. Geburtstag des
Deutschen Reiches und um die Verdienste des Reiches die
Veteranen ermahnte die jungen Kameraden es den alten
gleich zu tun, er sei aber auch der festen Überzeugung
sollte Deutschland mit Krieg bestürmt werden, würden die
jungen Kameraden es den alten gleich tun. Dann
überreichte er mit gut gehaltenen Worten die vom
Preußischen Landes-Kriegerverbandes gestiftete
Auszeichnung
„"Das Kaiser Wilhelm
I
Denkmal auf dem
Kypfhäuser"
für Kameraden welche
länger als 20 Jahre im Vorstand tätig waren den
Kameraden Schriftführer Ernst Große für 32 jährige
Mitgliedschaft im Vorstande, und Kameraden Karl Rentzsch
für
31 jährige Mitgliedschaft im
Vorstande, er schloß mit einem mit Begeisterung
aufgenommenen dreifachen Hoch auf dem Kaiser.
Der Ball verlief ungetrübt; besonders
nahmen die Herren Kameraden Vorsitzender Rößler und
Förster Kieser sich den Veteranen an und feierten
dieselben mit Wort und Tat, jeder ging am frühen Morgen
mit dem Bewußtsein nach Hause ein schönes Fest gefeiert
zu haben.
Ernst Große
Schriftführer
№
34 Der
Kriegerverein feierte Sonntag den 30. Juli sein
diesjähriges Fest. Der Festplatz befand sich an der
Ziegelei. Die Hitze war an den Tagen wie alle Tage, sehr
groß (35°°°°°°˚
C im Schatten) da jedoch ein frischer Ostwind blies, so
war es erträglich. Gleich nach dem Gottesdienst fand die
Wahl eines stellvertretenden Vorsitzenden statt, da der
bisherige Kamerad Oppermann verzogen; die Wahl fiel auf
Kamerad
Osw. Heinrich. Am Nachmittag mußte
Kamerad Heinrich das Kommando übernehmen, da der
Vorsitzende Kamerad Rößler wegen den im Grünewalder
Lauch ausgebrochene Waldbrand abgerufen wurde. Die
Königswürde errang Kamerad Laurentzsch. Der Ball fand im
Petsch schen Saale statt und verlief recht gut. Von
Auswärtigen Vereinen war nur der Kahla er erschienen.
Döllingen den 2. August 1911
Ernst Große
Schriftführer
№ 35
Döllingen, den 1. Februar 1912.
Der Kriegerverein feierte Kaisers
Geburtstag den 27. Januar in Richters Saal. Den Abend
zuvor fand Zapfenstreich statt. Der Ball begann um
7 Uhr; Fräulein Marta Rößler sprach
einen Prolog; darauf hielt der Vorsitzende Kamerad
Rößler die Festrede, welche mit einem mit Begeisterung
aufgenommenen dreifachen Hoch auf den Kaiser endete.
Darauf folgte ein „Einakter,
"Rekrutenabschied" welches sehr gut gespielt wurde und
die Lachmuskeln in Tätigkeit erhielt. Für das nötige Naß
sorgten die neu zum Verein hinzugetretenen Kameraden,
sowie der König des Vereins, somit verlief die Kaisers
Geburtstagsfeier recht humorvoll und kameradschaftlich.
Am anderen Tag, Sonntag den 28. ging der Verein
geschlossen zur Kirche; darauf folgte Frühschoppen,
welcher bis zum Abend dauerde.
Große
Schriftführer
№ 36
Döllingen, den 5. August 1912.
Sonntag den 4. August feierte der
Verein sein diesjähriges Sommerfest, dazu waren Vereine
geladen: Hohenleipisch, Plessa u. Kahla; erschienen war
nur Kahla; Pleßa fuhr, des guten Wetter halber, fleißig
Getreide heim, da Dreska auch sein Fest feierte kam in
Hohenleipisch gahrnichts zu stande und blieb Zuhause.
Das Fest verlief bei herrlichem Wetter aufs prächtigste.
Die Königswürde errang Kamerad Müller und der alte König
Kamerad Laurentzsch wurde enttront. Der Ball welcher bei
Richter stattfand verlief ebenfalls kameradschaftlich,
feucht gemütlich.
Kamerad Kühne, welcher schon lange
krank, war dem Verein auch so wohlwollend erst heute
Montag den 5. August zu sterben, sein früherer Tod
würde, da er viele Verwande im Vereine hat, das Fest
stark beeinflußt haben.
E. Große
№ 37
Döllingen, am 27. Januar 1913
Der Kriegerverein feierte gestern den
26. Januar den Geburtstag Sr. Majestät unseres Kaisers
mit Kirchgang; Abends fand Ball im Nowkaschen Saale
statt; wobei der Kamerad Laurentzsch für 25 jährige
treue Mitgliedschaft mit dem dazu gestifteten Ehrenkreuz
ausgezeichnet wurde. Der Witwe Schuster wurden 12 Mark,
Unterstützung vom Deutschen Kriegerbund, auf Gesuch des
Vereins vom 5. d. Mts., eingegangen am 20. d. Mts., am
heutigen Kaisers-Geburtstag überreicht. Der Saal war
festlich geschmückt, wobei sich Kamerad Kassierer Moritz
Wilhelm in hervorragender weise, wie stets bisher,
auszeichnete, ihm sei an dieser Stelle vom Verein
gedankt. Der Vorsitzende Kamerad Rößler hielt die
Festrede, welche verdient den Nachkommen erhalten zu
werden, und nachstehend aufgeführt ist:
Veehrte Gäste liebe Kameraden !
Wir sind heute hier zur Feier des Geburtstags
Sr. Majestät unseres Kaisers zusammen gekommen. In wenigen
Monaten, am 15. Juni werden es 25 Jahre daß unser Kaiser an der
Spitze unseres Vaterlandes Vaterlandes steht.
Daß er der rechte Mann für die höchste Stelle des Reiches ist
hat er in den 25 Jahren seiner Regierung mehr als genügend
bewiesen. Er hält das Erbe seiner Väter fest, er sorgt und wacht
in jeder Beziehung und unermüdlich für das Wohl seines Reiches.
Wir wissen dieí
jetzige Zeit ist ernst, sehr ernst, drohende
Kriegswolken stehen über unserem Erdteile, was die
Zukunft bringen wird wissen wir nicht, doch solange
unser Volk seinem Kaiser vertraut und treu und fest zu
ihm steht, können wir ruhig der künftigen Zeit entgegen
sehen.
Wir wollen gute Deutsche sein und
bleiben und wollen heute hier unserm Kaiser als
Geburtstagsgeschenk das Gelöbnis steter Liebe und Treue
bringen, indem wir rufen Sr. Majestät der Kaiser Wilhelm
der II
er lebe hoch, hoch, hoch.
Verehrte Anwesende !
Wir wollen heute auch einmal auf die
Zeit vor hundert Jahren zurück blicken.
Das Jahr 1813 hat bei uns einen guten
Klang, denn in diesem Jahre befreite sich Deutschland
von der langen französischen Fremdherrschaft und
Knechtschaft. Gewaltige Opfer an Gut und Blut, an
Menschenleben und Eigentum sind damals von unserm durch
unglückliche Kriege verarmten Volke gebracht worden.
Tausende und abertausende deutscher
Jünglinge und Männer sind auf den Schlachtfeldern bei
Großgörschen, bei Bautzen an der Katzbach, bei
Großbeeren, bei Dannewitz, bei Dresden, bei Kulm, bei
Wartenburg und an anderen Orten verblutet. Viel mehr
noch in der gewaltigen Völkerschlacht bei Leipzig.
Doch es waren diese Opfer nicht
umsonst, der Sieg bei Leipzig am 18. Oktober, machte der
langen französischen Gewaltherrschaft für imer ein Ende.
Döllingen, am 27. Januar
1913
In einem Liede von E. M. Arndt aus
jener Zeit heißt es treffend:
O Leipzig freundliche Lindenstadt,
dir ward ein bleibendes Ehrenmal,
solange rollet der Jahre Rad,
solange die Ströme zum Meere reisen
werden noch spätere Enkel preisen
die Leipziger Schlacht.
Ja, wir können sie preisen die
Leipziger Schlacht, denn seit derselben hat kein fremdes
Kriegsheer wieder deutschen Boden betreten, was vorher
ja so oft geschehen. Wir alle wissen nicht was es zu
sagen hat den Krieg mit fremden Völkern im eigenen Lande
zu haben, wir haben dies Gott sei Dank noch nicht
erlebt. Unsere Gegend ist vor hundert Jahren noch lange
nicht am härtesten betroffen worden, trotzdem ist es
damals auch hier traurig genug gewesen.
Ich habe vor 12 Jahren die Geschichte
unseres Ortes im Kirchturmknopfe für spätere Zeiten
niedergelegt; was darin über die Zeit vor hundert Jahren
gesagt ist habe ich in meiner Jugend alten Leuten, die
diese Zeit erlebt hatten, abgelauscht;
ich werde dies hier bekannt geben.
Verehrte Anwesende, daß solche Zeiten
nicht wiedergekehrt sind verpflichtet zum Dank.
Ehre sei dem Gedächtnis der
Teilnehmer an den Befreiungskriegen.
Das deutsche Volk wird das Gedächtnis
derselben
am 18. Oktober
d. Jrs. auf dem Schlachtfelde bei Leipzig noch besonders ehren.
Daß solche Zeiten nicht wiedergekehrt
sind, dafür haben sich aber auch in späterer Zeit
deutsche Männer hoch verdient gemacht. Es sind alle
diejenigen welche vor nunmehr 43 Jahren unsere Erbfeinde
die Franzosen den Einfall in unser Vaterland verwehrten
und sie im eigenen Lande so glänzend besiegten.
Zum Vorbilde möge dienen die Taten
dieser Männer allen denen die einmal berufen sein werden
unser Vaterland vor seinen Feinden zu schützen.
Ein großer Teil dieser
Kriegsteilnehmer weilt nicht mehr unter den Lebenden.
Ehre sei und bleibe ihren Andenken, denjenigen aber die
noch unter uns weilen laßt uns danken dadurch das wir
rufen:
Die Veteranen sie leben hoch, hoch,
hoch.
Und nun einen Rückblick auf unseren
Ort.
Ich greife hier bis auf das Jahr 1806
zurück. Die Geschichte unseres Ortes enthält aus der
Zeit vor hundert Jahren folgendes:
Nach der Schlacht bei Jena kamen Ende
Oktober 1806 Teile der französischen Armee auf dem
Marsche nach Berlin hier durch und belästigten die
Einwohner sehr stark. Solche Einquartierungen
wiederholten sich in der folgenden Zeit sehr oft,
außerdem mußten häufig ganz bedeutende Kriegslieferungen
geleistet werden und die Steuern für die Bezahlung der
Kriegsschulden waren fast unerschwinglich.
Im Jahre 1811 sammelte Napoleon sein
zum Kriege mit Rußland bestimmtes Heer
in Deutschland, da waren die lange
andauernden Einquartierungen ganz besonders drückend.
Die Soldaten stellten Anforderungen die überhaupt nicht
zu befriedigen waren.
Der Nachbarort Pleßa wurde damals
durch, von Soldaten verwahrlostes Feuer , bis auf nur
wenige Häuser, ganz vollständig eingeäschert.
Der Winter von 1812 zu 1813 kam sehr
frühzeitig und war so außergewöhnlich strenge, wie man
einen solchen vorher kaum jemals erlebt hatte.
Im Januar 1813 wurde die Niederlage
der Armee Napoleons in Rußland hier bekannt.
Im zeitigen Frühjahr kamen dann acht
Tage lang Reste dieser Armee hier durch. Der Zustand
dieser Menschen war ganz jammervoll, sie kamen ohne
Waffen, waren zerlumpt, ganz abgehungert, hatten die
Glieder erfroren und viele waren auf den Tod krank,
Ihnen nach kamen bald die Preußen und
Russen, dann aber kam auch wieder Napoleon mit einer
frischen Armee. Starke Einquartierungen waren da häufig,
Kriegslieferungen und Fuhren mußten sehr oft geleistet
werden. Im Mai mußte der Ort Gespanne für Kriegsfuhren
nach Bautzen stellen, diese kamen dort in den Bereich
der großen Schlacht, die Fuhrleute mussten flüchten und
kamen größtenteils alle ohne Wagen und Zugtiere zurück.
Sie erzählten noch lange von den Schrecken dieser
Schlacht, wo sie hatten zu gleicher Zeit 20 Dörfer in
den Flammen stehen sehen.
Im Mai mussten auch die
Arbeitsfähigen Männer von hier nach Mühlberg und dort
helfen Schanzen bauen.
Die schlimmste Zeit für unsern Ort
kam im September, da bezog ein sehr starker Trupp
Kosaken bei Hohenleipisch für mehrere Wochen ein Lager
und plünderte von dort aus täglich die Gegend. Diese
Kosaken nahmen alles, was sie habhaft werden konnten,
konnten sie nahmen das Vieh, die Lebensmittel, das
Getreide und Heu und ruinierten nebenbei noch vieles.
Außerdem war Niemand seines Lebens
mehr sicher, so wurde hier der Einwohner Platz
aufgegriffen, auf einen Wagen festgebunden und mit
fortgeschleppt; er kam als todkranker Mann zurück und
starb an den Folgen der Misshandlungen.
Alle hiesige Einwohner mussten aus
dem Orte in den Wald flüchten, eine Sumpfgegend, die
sogenannten Pankaupen, ½ ½
Stunde nordöstlich vom Dorfe, war ihr Zufluchtsort, dort
herbergten sie mit dem wenigen geretteten Hab und Gut,
in mit Streu gedeckten Hütten, fast 4 Wochen lang; nur
zur Nachtzeit, wo die Kosaken im Lager waren, durfte man
sich in das Dorf wagen. Erst im Oktober zogen die
Soldaten nach Leipzig hin ab.
An den Tagen der Leipziger Schlacht
erzitterte bis hierher die .Erde von dem Donner der
Kanonen und bange fragte man: wie wird es noch weiter
kommen? Glücklicher Weise wälzten sich die Kriegsheere
nach Westen dem Rheine zu und die hiesige Gegend wurde
durch den Krieg nicht wieder betroffen.
Trotzdem war auch die nachfolgende
Zeit noch eine recht traurige, es fehlte überall am
allernotwendigsten; die Leute waren durch den Krieg ganz
verarmt, sie erholten sich von den Folgen desselben nur
sehr schwer und erst nach langer Zeit. Ueberdies
erforderte die Bezahlung der Kriegsschulden noch mehrere
Jahrzehnte lang hohe Steuern.
Verehrte Anwesende, daß solche Zeiten
nicht wiedergekehrt sind verpflichtet zu großen Dank.
Ehre sei dem Gedächtniß der
Teilnehmer an den Befreiungskriegen.
Ernst Große
Schriftführer
№ 38
Döllingen, den 28. Januar 1913
№
5 bezeichnete
Gewehr habe ich heute dem Verein als Eigentum übergeben.
Ernst Große
Schriftführer
№ 39
Döllingen, den 28. Januar 1913
Am 22. März 14
wurden erhielt dieselbe wieder 12 M. vom Kriegerbund.
Große, Schriftführer
№ 40
Döllingen, den 11. März 1913
(Kommers: aus besonderem Anlaß veranstaltetes
Trinkgelage [bürgerlicher Studenten], lat ranz)
und Abends Familienabend
in Nowkas Localitäten. Die Festrede hielt der
Vorsitzende Kamerad Rößler, welche im mit Begeisterung
aufgenommenen Kaiserhoch ausklang.
Festrede unter Nummer 43.
Große, Schriftführer
№ 41
Döllingen, den 7. August 1913
Sonntag den 3. August feierte der
Kriegerverein sein diesjähriges Sommerfest. Das Fest
verlief kameradschaftlich, fröhlig in hergebrachter
Weise. Das Königsschießen fand gleichzeitig mit statt.
Die Königswürde errang nach heißem Kampf Kamerad Karl
Richter jun. Der alte so mildtätige König Kamerad Müller
wurde seiner Würden entkleidet und dem neuen König
übergeben. Zu erwähnen ist noch daß der Kriegerverein
Hohenleipisch mit eigene Musik und recht zahlreicher
Beteiligung erschienen war: Das Fest verlief in allen
Teilen sehr gut.
Große, Schriftführer
№ 42
Döllingen, den 30. November 13
Auf das am 17. d. Mts. gestellte
Unterstützungs-Gesuch für die Witwe Köhler gingen am 26.
d. Mts. 12 Mark Unterstützunggeld vom Kriegerbund durch
den Kreis-Kriegerverband hier ein, dasselbe wurde ihr
vom Vorsitzenden des Vereins Kamerad Rößler, nach ihrem
Aufenthaltsort Dresden per Post zugesand.
Große, Schriftführer
Jahrhundertfeier am 9. März 1913
№
43 Am 9. März
1913 wurde der Verein zu der Jahrhundertfeier, sowie zu
dem 25jährigen Todestage des Großen Kaiser Wilhelm
I.
zum Appell
zusammen gerufen wozu sich fast die ganze Gemeinde im
Nowkaschen Saale versammelt hatte, wobei der Vorsitzende
Kamerad Rößler nachstehende Ansprache hielt:
Verehrte Anwesende !
Ueberall in unserem Vaterlande
erinnerte man sich in diesen Tagen froh und dankbar an
die große Zeit vor hundert Jahren, an die Zeit der
Erhebung unseres Vaterlandes und Befreiung von der
franzischen Knechtschaft.
Nach der Niederlage, nach der Vernichtung der französischen Armee
in Rußland, sagte sich unser Volk mit Recht: „Jetzt oder
nie"
Am 17. März 1813 erließ König
Friedrich Wilhelm der
III.
von Breslau aus
den Aufruf zum Kriege, nachdem bereits am 3. Februar der
Aufruf zum freiwilligen Eintritt in das Heer und am 10.
März die Stiftung des eisernen Kreuzes vorangegangen
waren.
Verehrte Anwesende: „Der König rief,
und Alle, Alle kamen"
„Das Volk stand auf, der Sturm brach
los"
Alle kamen die nur einigermaßen
wehrfähig waren, sie kamen aus allen Ständen und
Berufen. Aus den höheren Schulen Lehrer wie Schüler, aus
der Werkstatt Meister und Gesellen, vom Lande der Bauer
wie der Knecht..
Es galt für feige, es galt für
schimpflich zurück zu stehen.
Wer nur irgend konnte rüstete sich
selbst aus. Wer nicht mit in den Krieg konnte, gab Alles
was er nur geben konnte zur Ausrüstung Anderer her.
Jeder suchte nach besten Kräften beizutragen.
Gottbegnadete Dichter wie Körner,
Arndt, Schenkendorf u.a. begeisterten durch Kriegslieder
das Volk.
Männer wie Jahn und Frießen hatten
schon durch turnerische Erziehung an der Wehrfähigkeit
der Jugend vorgearbeitet.
Es fanden sich auch die rechten
Männer zur Leitung und Führung.
Da war der hochverdiente Minister von
Stein, dem auch das Bündnis mit Rußland zu verdanken
ist.
den Vertrag mit den Russen schloß und der
sich als ausgezeichneter Heerführer bewährte.
Da war Scharnhorst, der Gründer der
Landwehr, einer der besten Männer damaliger Zeit, von
dem es im Liede heißt: „Keiner war wohl treuer, reiner,
näher stand dem König keiner, doch dem Volke schlug sein
Herz."
Er wurde zu Anfang des Krieges bei
Lützen verwundet, eilte trotzdem nach Oestreich um
dieses zum Bündnis zu bewegen und starb leider an den
Folgen der Verwundung am 28. Juni in Prag.
Da war der alte und doch so
tatkräftige Blücher, der Marschall Vorwärts, was dieser
geleistet ist ja bekannt, es ist mit unvergänglichen
Buchstaben in der Geschichte unseres Vaterlandes
verzeichnet.
Da hat sich Gneisenau so hoch
verdient gemacht, da waren Bühlow, Kleist und Andere
bedeutende Heerführer.
Jeder hat damals seine Schuldigkeit
getan, jeder an seinem Platze, vom Höchsten bis zum
Niedrigsten. Das ganze Volk hat sein Bestes gegeben.
Gewaltige Opfer hat es bedurft, die
Fremdherrschaft abzuschütteln, doch sie waren Gott sei
Dank nicht umsonst, es ist glänzend gelungen.
Verehrte Anwesende !
Wie vor hundert Jahren der König rief
und Alle, Alle kamen, so rief er auch in späterer Zeit
mehrmals wieder, auch da kamen Alle die gerufen wurden
gern und willig und zeigten sich ihrer Vorfahren im
höchsten Grade würdig, im höchsten Grade würdig unter
der Führung des großen Königs und Kaisers Wilhelm des
I.,
dessen Todestag
sich heute zum 25. Male jährt, sein Andenken bleibe hoch
in Ehren. Noch muss ich erwähnen: Ich habe einige unter
uns den Rufe des Königs zum Kriege folgen sehen,
unvergeßlich ist mir der Eindruck geblieben, sie gingen
gern, sie gingen willig und furchtlos.
Wir leben jetzt wieder in einer sehr
ernsten Zeit, jeden Tag gewärtig, daß unser König und
Kaiser ruft, nun verehrte Anwesende: „Nichtswürdig ist
die Nation, die nicht ihr Alles freudig setzt an ihre
Ehre". So es fürs Vaterland gilt, muss jeder der gerufen
wird, diesen Rufe gern und willig folgen.
So es fürs Vaterland gilt, muß Jeder
an den Platze wo er steht oder zu stehen kommt seine
Schuldigkeit tun, sein Bestes leisten und geben.
„Mit Gott für König und Vaterland"
dies wahr der Wahlspruch vor hundert Jahren.
Mit Gott für König und Vaterland,
Mit Gott für Kaiser und Reich dies
gilt noch heute und soll für immer gelten.
In diesem Sinne bitte ich mit mir
einzustimmen in den Ruf, Sr. Majestät der Kaiser und
König Wilhelm d.
II.
er lebe hoch,
hoch, hoch.
№
44 Zur
Jahrhundertfeier der Schlacht bei Leipzig
am 18. Oktober 1913 hatte der Verein
Appell im Richterschen Gasthof, wobei der Vorsitzende
Kamerad Rößler nachstehende Ansprache an die Kameraden
hielt:
„Liebe Kameraden !
Wie wir ja alle wissen, ist heute ein
großer nationaler Gedenktag. Heute vor genau hundert
Jahren wurde auf Leipziger Fluren im ganz gewaltigen
Ringen die Macht des korsischen Eroberes, des
französischen Gewaltherrschers gebrochen.
Die Völkerschlacht nannte man diese
Schlacht bei Leipzig und zwar mit Recht !
Eine halbe Million Krieger aus fast
allen Völkern Europas, standen sich dort im mörderischen
Kampfe gegenüber.
In einem Liede von damals heißt es:
„Wie hießen, die zogen in Todesfeld
zum Kampfe mit fliegenden Banner aus,
es kamen die Völker aus aller Welt
und zogen gegen die Franzosen aus
die Russen, die Schweden, die tapfern
Preußen
und die nach dem glorreichen
Oestreich heißen
die zogen aus."
Schwer genug ist es gewesen, Napoleon
den größten Feldherrn seiner Zeit zu besiegen.
Dieser hatte kaum ein Jahr zuvor
seine große, stolze Armee, hauptsächlich durch Hunger
und Kälte, in Rußland verloren und stand trotzdem im
Frühjahr 1813 schon wieder mit einer schlagfertigen
Armee mitten in Deutschland. Hier waren auch die ersten
Schlachten, bei Großgörschen am 2. Mai, bei Bautzen am
20 u. 21. Mai, sowie dann auch bei Dresden am 26. u. 27.
August für ihn sehr vor teilhaft.
Doch er mußte trotzdem gleich nach den ersten Schlachten
sagen, „dies sind nicht mehr die Preußen von früher". Es
waren nicht mehr die Preußen, welche auf den Lorbeeren
Friedrich des Großen eingeschlafen waren.
Napoleon lernte die Preußen 1813 als
Soldat wieder achten, ja er lernte sie sogar fürchten.
Die lange Knechtschaft hatte dies zuwege gebracht Es
waren aber auch zu ihrer Führung die rechten Männer am
Platze. Wir denken da an Scharnhorst, der die Befreiung
so vortrefflich mit eingeleitet, schade, daß er den
glücklichen Ausgang nicht erleben durfte.
Wir denken da an Blücher, an York, an
Gneisenau, an Bühlow, Kleist und Andere welche es durch
die glänzenden Siege an der Katzbach, bei Großbeeren,
bei Dennewitz, bei Kulm u. an anderen Orten es dahin
brachten, daß Napoleon ganz bedeudent geschwächt und bei
Leipzig zur Entscheidungsschlacht gezwungen wurde.
Trotz alledem war es bei Leipzig kein
leichter Sieg. Tagelang dauerte dort der furchtbare
Kampf.
Schon am 14. Oktober kam es bei
Lieberwolkwitz zu einer mörderischen Reiterschlacht, der
Sieg blieb hier für beide Teile unentschieden.
Am 16. Oktober war Napoleon gegen die
Hauptarmee der Verbündeten bei Wachau im Vorteile und
nur hauptsächlich die Standhaftigkeit der Russen
verhinderte hier die vollständige Niederlage.
Auch die Oestreicher vermochten an
diesem Tage bei Lindenau gegen die Franzosen nichts
auszurichten. Napoleon glaubte sich schon des Sieges
vollständig sicher und ließ schon zur Feier desselben
von Leipzigs Türmen die Glocken läuten.
Jedoch dies war zu früh. Er hatte
sich mit dem alten Blücher verrechnet. Er schätze diesen
zwar als Heerführer richtig ein, ja er fürchtete ihn
sogar, jedoch am 16. Oktober glaubte er ihn aber noch
fern vom Kapfplatze.
Doch
der alte Marschall Vorwärts war zur Stelle und wie! Er
hielt die französische Armee, welche nach Napoleons
Berechnung den Sieg über die Hauptarmee der Verbündeten
herbeiführen sollte und auch herbeigeführt hätte, diese
Armee hielt er bei Möckern fest und besiegte sie dort
vollständig. Dadurch wurden alle andern an diesem Tage
durch die Franzosen erungenen Vorteile hinfällig und
nichtig.
Am 17. Oktober, es war ein Sonntag,
da ruhte die Schlacht, nur der alte Blücher ruhte nicht,
dieser warf die Franzosen aus Gohlis.
Ganz gewaltig war der Kampf dann am
18. Oktober bei Schönfeld, bei
Probsthaida, bei Stötteritz und Konnewitz, man schlug
sich auf beiden Seiten mit größter Tapferkeit und
Todesverachtung, doch überall errangen die Verbündeten
Vorteile und die Franzosen wurden schließlich zum
Rückzuge gezwungen.
Am 19. Oktober wurde dann Leipzig
durch die Preußen unter Blücher erstürmt und damit wurde
der Sieg vollkommen.
So lange rollet der Jahre Rad,
so lange
scheinet der Sonnenstrahl,
solange die Ströme zum Meere reisen,
wird noch der späteste Enkel preisen
die Leipziger Schlacht.
Diese Worte Arndts sind treffend.
Heute ehren die Enkel und Urenkel der
damaligen Generation das Andenken der Teilnehmer der
Befreiungskriegen wie es sichs gebührt. Heute sind
hundert Tausende auf Leipzigs Schlachtfeldern zu diesem
Zwecke versammelt. Ein Denkmal entsprechend der
Bedeutung der damaligen Taten erhielt heute die Weihe
und giebt der Welt Zeugnis, daß unser Volk es versteht
diese große Taten seiner Vorfahren richtig zu würdigen
und zu schätzen.
Auch hier in unserm Kreise soll es
heute gesagt sein „Ehre sei dem Andenken der Teilnehmer
an den Befreiungskriegen. Was unsere Vorfahren uns
erungen, was wir ererbt von unsern Vätern, wir wollen es
festhalten, festhalten auf alle Fälle!
Wir geloben dies durch den Ruf:
Unser deutsches Vaterland es lebe
hoch, hoch, hoch.
Ernst Große
Schriftführer
№ 45
Döllingen, den 11. Januar 1914
Der Verein hielt gestern
Abend seinen Zahlungsappell im Nowkaschen
Gasthof ab. Auf der Tagesordnung stand:
Beitragserhöhung von 38 Pfennig auf 68 Pfennig
pro Mitglied und Jahr an den Kriegerbund zu
zahlen. Und Kaisers-Geburtstagsfeier.
Die Beitragserhöhung wurde
einstimmig angenommen und die Quartals-Beiträge
im Verein von 60 auf 70 Pfennig pro Mitglied
erhöht.
Die Feier des Geburtstags Sr.
Maj. des Kaisers findet Sonntag den 25. d. Mts.
statt, und wird mit Kirchgang und Abends Ball im
Schimangschen Gasthof gefeiert.
In diesem Jahre fallen die
Festlichkeiten im Schimangschen Gasthof und die
Appelle im Gasthof zum „"Alten Fritz".
Rößler Große
Vors. Schriftführer.
№ 46
Döllingen, den 24. Februar 1914
Sonntag den 22. Februar fand
die Vertreter- Versammlung des
Kreis-Kriegerverbandes in Liebenwerda statt. Der
Vorsitzende gab seiner Freude darüber Ausdruck
daß die Beitrags- erhöhung (von 38 Pf. auf 68
Pf. pro Mitglied und Jahr) in den Vereinen so
einmütig durchgeführt worden sind. Nur zwei
Vereine im Kreise, Hirschfeld und Seifertsmühl,
ist diese Steuer zu hoch und machen folglich
nicht mehr mit. Neu aufgenommen wurden:
Marineverein Elsterwerda mit 20 Mitglieder und
der Verein ehemaliger 72er mit 60 Mitglieder.
Ferner hatte sich in Rothstein ein Kriegerverein
mit 20 Mitglieder gegründet. Dem
Kreis-Kriegerverband Liebenwerda gehörten, laut
Geschäftsbericht, am 1. Januar 1914, 69 Vereine
mit 4532 Mitglie- dern an, darunter 434
Veteranen. Die Feststellung der Veteranen von
1864 ergab nur eine verhältnismäßige geringe
Anzahl, weil das vierte Armeekorps nicht mit an
dem Feldzug teilgenommen hat.
Ferner wurde bekannt gegeben
daß der Bundesvorsitzende Generaloberst von
Lindequist Gesundheitshalber zurück getreten und
an dessen Stelle der General-Leutnant von Plötz
zum Bundes-Vorsitzenden vom Kaiser ernannt
wurde.
Große
Schriftführer
№ 47
Döllingen, den 3. Mai 1914
Der Kriegerverein hatte
gestern Abend seinen im Nowkaschen Gasthof
seinen diesjährigen
I. Zahlungsappel. Zum
erstenmale wurde die erhöhte Steuer, (pro
Quartal von 60 Pf. auf 70 Pf. erhöht)
eingezogen. Die Kameraden waren nicht vollzählig
erschienen.
Der Vorsitzende Kamerad
Rößler beantragte daß dem Kamerad Rümpel welcher
Spielmann (Peifer) ist, und bei Aufzügen beim
Verein unentgeldlich seine Kunst ausübt, ihm die
Hälfte der Jahressteuer darauf erlassen würde.
Der Verein nahm den Antrag einstimig an
Große
Schriftführer
Abschrift
Döllingen, den 2. Septbr. 1914
№
48 Unter heutigem Datum ging per Postkarte vom
Vorstand des Kreis-Kriegerverbandes nachstehende
Frage ein:
überhaupt einberufen und
dadurch dauernd
ihrer Häuslichkeit entzogen?"
„Antwort" 16 Kameraden diese
sind sämtlich
verheiratet.
„Wieviel Familien sind
dadurch bedürftig
geworden, daß ihr
Ernährer eingezogen worden ist?"
„Antwort" 16 Familien
„Wieviel unerwachsene
Kinder
bis zum 14. Lebensjahre
sind in diesen Familien vorhanden?"
„Antwort" 29 Kinder.
„Wieviel eingezoge ledige
Kameraden haben
als Ernährer von Eltern
oder Großeltern zu gelten?" „Antwort"
Kameraden.
Der Vorstand des
Krieger-Vereins zu Döllingen
Gez. Rößler, Vorsitz.
Angegebene Karte wurde
von gez. Vor- sitzenden sofort erledigt.
Große, Schriftführer
№ 49
Das Kriegerfest und der Krieg 1914.
Das Kriegerfest sollte wie
Alljährlich Sonntag den 2. August stattfinden,
alle Vorbereitungen dazu waren getroffen, doch
drei Tage vor dem Feste hieß es: „es wird Krieg"
und Sonnabend wurde vom Kaiser der Kriegszustand
erklärt und Sonntag den 2. August war der erste
Mobilmachungstag, Monntag den 3. August mußten
die ersten Kameraden aus dem Verein beim
Bezirkskommando Torgau resp. Ihrem Truppenteil
eintreffen. Das Fest wurde sofort aufgehoben,
der Verein ging aber Sonntag geschlossen zur
Kirche, aus dem frohen Festtag war ein sehr
ernster Tag geworden, doch war die
Kriegsstimmung im Verein wie auch im ganzen Ort
eine frohe zuversichtliche, wenn auch ernste,
doch recht gute. Landwehr und Landsturm wurden
zu den Waffen einberufen, auch wurde die
Ersatz-Reserve, die jüngeren zur Ausbildung mit
der
Waffe
die älteren Jahrgänge zur
Arbeit eingezogen, bis heute sind vom Verein
nachbenannte 21 Kameraden: Hermann George,
Hermann Ober, Hermann Müller, Richard Dürfeld,
Richard George, Oswald Heyde, Karl Ruick, Oswald
Hauptvogel, Ernst Hauptvogel, Otto Steinpreuß,
Richard Schemmel, Heinrich Engelmann, Ludwig
Werner, Karl Richter, Paul Rentzsch, Oswald
Daniel, Otto Rümpel, Otto Beger, Richard Wendt,
Otto Plötze und Willy Wilhelm zum
Heeresdienst einberufen. Activ dienen zur Zeit
aus hiesigem Orte nachbenannte 11 Mann:
Otto Hofmann, Richard
Reinhold Kümmel, Ernst Beger, Richard Platz,
Otto Schemel (Sergt.), Hermann Kohl (Sergt.),
Max Bräunig, Max Lesche (?), Otto Diecke,
Hermann Daniel und Oswald Ober, rechnen
wir alle zum Heeresdienst einberufenen Döllinger
zusammen, auch die sich außerhalb aufhalten, so
kommen mehr wie 80 Mann zusammen. Freiwillig
traten zum Heeresdienst ein der Tischler
Hellmann und der Schumacher
Lutze.
Viele Schlachten sind schon
geschlagen und viele Kameraden haben Gesundheit
und Leben dem Vaterlande geopfert, wo wir alle
diesen Leuten nicht Dank genug darbringen
können. Wenn nur der Teufel alle Engländer holen
wolle, denn diese sind am meisten Schuld an
diesem blutigen Kriege; Möge Gott uns zum Siege
über alle unsere Feinde helfen.
Döllingen, den 18. September
1914
Ernst Große
Schriftführer
Döllingen, den
9. Februar 1916
Zu vorstehenden Schreiben des
Königlichen Hegemeister Herrn R. Kieser hier,
ist noch hervorzuheben, daß dessen einziger Sohn
Roderich Kieser, Forstlehrling in der
Oberförsterei Elsterwerda, bei Ausbruch des
Krieges 1914, auch in diesem jungen Mann, wie
bei vielen tausenden Deutschen das deutsche Herz
auf dem rechten Flecke schlug und als
Einjähriger Kriegsfreiwilliger bei den
Gardejägern eintrat. Nach seiner Ausbildung kam
er zu einem Reserve-Bataillon der Gardejäger
nach dem Osten, er kämpfte vom Dezember 1914 bis
23. August 1915, wo ihn der Heldentod ereilte
und von Kameraden unter grünen Tannen, mit einem
anderen gefallenen Kameraden in ein gemeinsames
Grab am Waldessaum bei Bjelostok in Rußland
beerdigt wurde. Seine Eltern, untröstlich über
den Verlust ihres einzigen Sohnes, machten es
zur Wirklichkeit den Leichnam ihres Heldensohnes
nach hier zu überführen und beizusetzen.
Da die Militairverwaltung die
Oeffnung des Grabes nur unter der Bedingung gab,
daß beide Leichname dem Grabe entnommen werden
mußten, die Angehörigen des anderen Gefallenen
die Geldmittel aber nicht dazu hatten, übernahm
Herr Hegemeister Kieser sämtliche Kosten, und
somit wurden diese beiden jungen Helden jeder
nach seiner Heimat befördert und beigesetzt. Am
23. Januar, zu seinem 20.sten Geburtstage, wurde
er seinem Grabe in Rußland entnommen, und wurde
von seinem Vater, welcher persönlich dort in
Russland war, die Ausgrabung und Ueber-
führung
nach hier leitete, am 26.
Januar nach hier gebracht. Die Veteranen des
hiesigen Kriegervereins empfingen ihn vor dem
Dorfe, und unter Geläut der Glocke wurde er in
der Kirche aufgebahrt. Die Veteranen übernahmen
am Sarge die Ehrenwache. Am 29. Januar wurde er
in der Familiengruft der Familie Kieser auf
hiesigem Gottesacker beigesetzt. Das
Ersatzbataillon der Gardejäger aus Potsdam hatte
eine Deputation zur Beerdigung nach hier
entsand. Der Kriegerverein und die ganze
Gemeinde fühlt den großen Schmerz der Eltern,
durch den Verlust ihres einzigen Heldensohnes
aufs tiefste mit. Herr Hegemeister Kieser
überwies der Kasse des Kriegervereins, zur
Erinnerung an seinen Sohn, Einhundert Mark.
Der Kriegerverein in den Kriegsjahren
In der schweren Zeit des
Weltkrieges vom August 1914 bis Ende 1919 ruhten
im Verein Feste und Vergnügungen vollständig.
Der Verein hielt in dieser
Zeit nur einige Versammlungen ab.
Mitgliederbeiträge wurden nur die Hälfte der
üblichen Sätze eingezogen.
Die Ausgaben beschränkten
sich im Wesentlichen auf Begräbnisbeihülfen und
Bundesbeiträge.
Das Ehrengeleit zum Grabe
erhielten die verstorbenen Kameraden
Otto Rümpel,
Feldzugsteilnehmer 1914
Gottlieb Richter, „" „" 1866
u.70/71
Ernst Große, „" „" „" 70/71
Heinrich Dürfeld
Karl Nollau
Kamerad Ernst Große war einer
der Gründer des Vereins und dessen eifrigster
Förderer. Er war seit 40 Jahren als
Schriftführer Vorstandsmitglied des Vereins und
– wie dieses von ihm geführte Protokollbuch ja
beweist – als solcher wie als Kamerad
vorbildlich. Möge die Art und Weise wie er im
Kriegerverein gewirkt, in diesem fortleben.
Ehre seinem Andenken!
Döllingen den 31. Dezember
1919
Rößler
Vorsitzender.
Döllingen im Weltkriege 1914
– 1919
Die Sorgen und Leiden des
schrecklichen Krieges sind wie überall, so auch
im hiesigen Orte sehr schwer gewesen sie lassen
sich kaum wiedergeben, es sei hier über den
Krieg nur einiges angeführt:
Bei dem Kriegsausbruch im
August 1914 wurden mit Ausnahme der für
kriegswichtige Betriebe Unabkömmlichen,
sämtliche gediente Mannschaften der Reserve der
Landwehr und des Landsturms, so auch die
Ersatzreserve eingezogen. Später vom Anfang des
Jahres 1915 erfolgte die Einziehung des
ungedienten Landsturms und erstreckte sich auf
die Jahresklassen von 1870 bis 1900. Diese
Männer schlugen sich mit den übermächtigen
Feinden die langen Kriegsjahre hindurch in
Belgien, Frankreich, Russland, Serbien,
Rumänien, Italien und in noch manchen anderen
Ländern. Was diese hierbei geleistet und
gelitten lässt sich in Wort und Schrift nicht
wiedergeben, doch ist der Heldenmut und die
Aufopferung in der Geschichte fast beispiellos.
Jedenfalls wird man dies bis in die spätesten
Zeiten zu würdigen wissen. Die ganze Welt, mit
ihren unerschöpflichen Hilfsmitteln war lange
Jahre gegen uns, daher kam der unglückliche
Ausgang des Krieges. Die größte Zahl der im
Felde gewesenen Mannschaften unseres Ortes wurde
verwundet, zum Teil mehrfach. Einen Teil betraf
das sehr harte Los der Gefangenschaft, diese
wurden nach dem Waffenstillstande noch lange
Zeit von den Feinden zurückgehalten, in
Frankreich ist dies zur Zeit noch der Fall. Groß
ist die Zahl derjenigen aus unserem Orte welche
in diesem schrecklichen Kriege das Beste, ihr
Leben hingegeben haben diese werden nachstehend
namentlich angeführt, desgleichen auch die
Vermissten über deren Verbleib sich seit Jahren
nichts feststellen lässt und nun deshalb zu den
Gefallenen leider gezählt werden müssen.
Auf dem Felde der Ehre sind
gefallen
Vermißt sind:
Karl Lesche Arbeiter
Paul Grünberg Arbeiter
Hermann Kransch Arbeiter
Döllingen, den 17. Januar
1920
Heute, Abends von 8 Uhr an
hielt der Kriegerverein im Wilhelmschen Gasthofe
hier eine Versammlung ab, zu dieser waren auch
alle diejenigen geladen, welche während der
Kriegszeit eingezogen waren und dem
Kriegerverein noch nicht angehören. Es wurden
zuerst die Vereinssatzungen der Jetztzeit
entsprechend abgeändert. Diese werden nach
Genehmigung in diesen Buche Aufnahme finden.
Wesentliche Änderungen sind
folgende:
Das Begräbnisgeld wird von 12
M auf 30 M erhöht
die Mitgliederbeiträge
betragen vom 1. Januar 1920 an vierteljährlich 3
M. Kameraden welche über 65 Jahre alt sind
zahlen ein Viertel der vollen Beiträge.
Neu in den Verein aufgenommen
wurden in der heutigen Versammlung 23
Mitglieder.
Behufs Vorstandswahl wurde
die nächste Versammlung auf den 24. d. Mts.
Abends 8 Uhr im Schiemanzkschen Gasthofe hier
festgelegt.
Rößler
Vorsitzender
Döllingen, den 24. Januar 1920
Zu dem am heutigen Tage
einberufenen Appel begrüßt der Vorsitzende die
erschienen Kameraden.
Auf der Tagesordnung steht
insbesondere die Neuwahl des Vorstandes ,
welcher wie folgt gewählt wird:
I .
Vorsitzender: Kamerad Richard Schemmel
Stellvertreter: „" Oswald
Heinrich
Schriftführer: „" Kurt
Herrmann
Stellvertreter: „" Karl
Rentsch
Kassierer: „" Moritz Wilhelm
Stellvertreter: „" Hermann
Krausch
Fahnenträger: Kamerad
Reinhold Herrig
Stellvertreter: „" Reinhold
Poppe
Vergnügungsausschuß: „"
Hermann Ziehler
„" Paul Rößler
„" „" Laurentzsch
„" Willi Wilhelm
„" Lehrer Bölze
Zum Vereinsboten meldet sich
Kamerad Laurentzsch
er ist steuerfrei
Herrmann
Döllingen, Februar 1920
Appel im Wilhelmschen Lokale.
Nach kurzer Begrüßung des Vorsitzenden, geht er
zur Tagesordnung über: Festlegung eines
Vergnügens. Es wird beschlossen am 1. Sonntag im
März einen Ball, vorausgehend Theaterstück (1
Akter), beschlossen abzuhalten. Eintrittsgeld
wird auf 50 Pfg., Tanzgeld auf 1,- M,eingeführte
Gäste auf 3,- M Tanzgeld festgesetzt. Die Musik
wird Kamerad Rentsch übertragen, welcher sich
verpflichtet hat, diese für den Preis von 180 M
zu stellen.
Es treten neu dem Verein bei:
Wilhelm Thron, Otto Blockwitz und Paul Bräunig.
Weiter bittet der Vorsitzende
Krd. Wilhelm (Kassierer) um Rechnungslegung,
welche durch die Krd. Noak-Heinrich u. Plötz ( beide
Namen sind nicht eindeutig lesbar!)
geprüft u. für richtig befunden wird.
Vorsitzende gedenkt der
gefallenen Kameraden u. bringt zum Vorschlag:
die Errichtung eines Denkmals. Beschluß geht
dahin, dem Gemeindevorsteher Krd. Hauptvogel
wird übertragen alles die Vorbereitungen zu
treffen u. alles erforderliche hierfür
einzuleiten.
Schluß 10.30
Herrmann
Am 22. nimmt der Verein an
dem Begräbniß des treuen Mitgliedes Eduard
Nadler teil, welcher durch Operation den Tod
erlitt.
Herrmann
Im Jahre 1921 u. zwar am 31.
Juli feierte der Verein sein jähriges
Stiftungsfest, welches am sogenannten alten
Steigerhause bei herrlichsten Wetter abgehalten
wurde. Allen Kameraden war es eine alte liebe
Erinnerungsfeier alter vergangener Zeiten. Reges
Treiben u. Belustigungen aller Art, sowie die
Teilnahme verschiedener Nachbarvereine,
verschönerten dieses kameradschaftliche Fest.
Durch eine glänzende Ansprache des Vors.
Kameraden Schemmel, welcher insbesondere die
Kameradschaftlichkeit alter Soldaten heraushob
wurde das schöne Fest mit einem nachfolgenden
Tänzchen beschlossen.
Das Jahr 1922 brachte im
Vereinsleben nichts erwähnenswertes.
Entsprechend der trostlosen Zeit mußte auch in
diesem Jahre von einem Feste abstand genommen
werden.
Kamerad Karl Grünberg
verstarb am
(Datum fehlt)
konnte leider nicht mit dem
üblichen militärischen Ehren beerdigt werden, da
es behördlich vorübergehend (hoffentlich)
verboten war.
Der Vorsitzende gedachte
seiner besonders gelentlich eines Appels u.
erwies ihm die kameradschaftliche Ehrung
nachträglich.
Zu Beginn des Jahres 1923
müssen wir uns leider von einem getreuen
Mitgliede eines alten Kriegsveteranen von 1870
verabschieden u. unseren lieben Kameraden Karl
Leibnitz zur letzten Ruhe begleiten. Der Verein
nahm geschlossen an der Beerd.Feier teil.
Infolge der trostlosen Zeit
in welche uns der Weltkrieg gestürzt hat u.
welche immernoch schlechter zu werden
verspricht, scheint auch unser Verein eine
schwere Daseinskrisis bestehen zu sollen.
Die allgemeine Teuerung sowie
die furchtbare Geldentwertung erfordert
immerwieder die Erhöhung der Vereins- u.
Verbandsbeiträge, welches den Anlaß gab, von
seiten einiger Kameraden den Antrag zu stellen,
evtl. mal den Zweck des Beiseins beim Verbande
zu prüfen oder auch sofort auszuscheiden.
So geschah es, dass nach der
Beerdigung des Kameraden K. Leibnitz im
Wilhelmschen Lokale ganz unerwartet u. nicht
Statutengemäß beschlossen (sogar durch
Abstimmung) wurde, aus dem Kreiskriegerverband
auszutreten.
Die Beschlußfähigkeit oder
auch das Rechtmäßige dieses Beschlusses wurde
jedoch von verschiedenen Kameraden bestritten u.
die Ansetzung eines Appel’s, wozu der
Vorsitzende des Kreiskriegerverbandes Krd. Faust
eingeladen werden sollte, beantragt.
Am 18. Februar fand nun im
Wilhelmschen Lokale der gewünschte Appel statt.
Nach kurzer Begrüßung des
Vorsitzenden, wird Kamerad Faust das Wort
erteilt, welcher in genauer sachlicher
Schilderung über Zweck und Ziele des deutschen
Reichs Krieger í
Bundes Kyffhäuser spricht. Leider brachte
auch dieser Appel kein Ergebnis. ge-
wünschter Infolge der
vorgeschrittenen Zeit mußte abgebrochen werden.
Die Erledigung der Tages- ordnung wird bis zum
kommenden Appel, welcher in 14 Tagen sein soll,
verschoben.
Herrmann
Zu dem Appel am 20. 3. 23
konnte die festgelegte Tagesordnung wegen recht
spärlichen Besuch nicht erledigt werden. Es
wurde über die Erhöhung des Monatsbeitrages
gesprochen u. eine dieser auf 50,-M in W.
fünfzig Mark festgesetzt.
Die Kameraden entschließen
sich, die weitere Er- ledigung der Tagesordnung
(als entgültig) an einem günstigen Tage
stattfinden zu lassen.
(Datum nicht lesbar, weil auf
Kopie unvollständig erfasst)
In Erledigung heutiger
Versammlung, welche bei Kamerad Schimangk
stattfindet, stehen folgende Punkte auf der
Tagesordnung:
Punkt 1. Rechnungslegung
2. Festsetzung der
Vereinsbeiträge
3. Neu Wahl des
Gesamtvorstandes
4. Verschiedenes
Zu Punkt 1. werden Kamerad
Hauptvogel u. Heinrich um die Kassenführung zu
prüfen gewählt.
Zu Punkt 2. über Festsetzung
der Vereinsbeiträge wurde die Erhöhung auf 50 M
von voriger Ver- sammlung als nicht
beschlußgültig anzusehen wäre. Nach heftiger
Aussprache erklärt man sich jedoch damit
einverstanden. Also monatlich 50 M, für das 1.
Vierteljahr 1923. Für das 2. Vierteljahr wird
der Beitrag auf 100 M, pro Monat erhöht.
Minderbemittelten í
älteren Kameraden wird der Beitrag
erlassen, hierzu wird der Antrag gestellt,
diesen zu einer Unterstützung, vielmehr beim
Bunde um Unterstützung für diese nachzusuchen u.
zwar für die Kameraden: Zu Punkt 3
Ernst George, Heinrich
Hofmann, Karl Richter.
Zu Punkt 3. Der
Gesamtvorstand wird wieder einstim-
mig wiedergewählt, welche es auch annimmt.
Zu Punkt 4. Verschiedenes:
Kriegerverein Thalberg feiert am 29. Juli sein
50jähriges Bestehen, wozu er mitteilt, Eine
Beteiligung wird in Aussicht gestellt.
Offizielle Einladung erfolgt noch.
Der Vorsitzende bringt den
Vorschlag auch im Verein einen Fechtmeister zu
wählen, Kamerad Hugo Lutze wird gewählt u. nimmt
an.
Zu dem Antrag einen Ersatz
für das alljährliche Fest zu schaffen, spricht
man sich doch für die Abhaltung eines Festes
aus, welches am 8. Juli gefeiert wird. Die
Nachbarvereine werden hier –
eingeladen. Alle Einzelheiten
der zur Feier erforderlich werden dem
Festausschuß übertragen, welcher aus den
Kameraden: Vorstand
Osw. Hauptvogel, Hugo Lutze.
Hiernach schließt der Vors.
Die Versammlung
Herrmann
Schriftführer
Nachreichung für den Kreis
Kr. Verbd. am 9.5.23
30 Mitglieder 1 Ehrenmitgl.
5. Alt.Veter.
17 Teiln. 14/20 1 Kriegswitw.
Jütrich
(?) 1.
eingereicht.
Am 10.6.23
Zur heutigen Versammlung
welche durch geringe Beteiligung ausgezeichnet
war wurde folgend Tagesordnung erledigt:
1. Einladungen zu Festen
2. Aussprache über unser Fest
3. Verschiedenes
Zu Punkt 1. zum 17.Juni Fest
(50jäh.) in Bockwitz nimmt der Verein teil.
Am Feste in Kahla am 1/7.
wird sich der Verein ebenfalls beteiligen.
Am 8.Juli nach Hohenleipisch
auch hier wird sich der Verein beteiligen.
Zu Punkt 2. Mit Rücksicht auf
das Hohenleipischer Fest verlegt die Versammlung
unser Fest auf den 15.Juli ,
Patronenbeschaffung übernimmt
Kamerad Wilhelm
Über die Platzfrage, schlägt
man einen
geeigneten hinter den
sogenannten
Töpferberg vor. Die
Berechtigung zur Benutzung soll beim Plessaer
Vors nachgesucht werden.
Musik soll voraussichtlich
der Kapelle Hann . . .? übertragen werden,
welche bei verschiedenen Kameraden einquartiert
werden soll.
Sonstige Ausgestaltung des
Festes übernimmt der Vorsitzende u.
Festausschuß.
Zum Feste beabsichtigt der
Verein einen Kirchgang abzuhalten u. unsere
gefallenen Kameraden besonders zu ehren am
Kriegerdenkmal einen Kranz niederzulegen.
Antreten zum Umzug 1 Uhr
Zu Punkt 3. Der Bund bietet
den Kameraden ein Erinnerungszeichen vom
Weltkrieg 1914 – 1918 zum Kaufe an. Der
Vorsitzende nimmt hierzu die Meldungen entgegen
für die Kameraden Gregor u. Heinrich Hofmann
werden die Auszeichnungen zur goldenen Hochzeit
beim Bunde beantragt.
Die Versammlung beschließt
einstimmig, daß von jetzt ab das Bestellen zu
Versammlungen von den Korporalschaftsstufen aus
geführt wird.
Zur Beitragsfrage nimmt
í man den
Vorschlag, immer den Preis eines hier üblichens
festzuhalten, an. Mithin monatlich 400
M.-Beitrag ab 1. Juli.
15. Juli
Am 15.Juli fand das Fest in
üblicher Weise statt. Es beteiligten sich nur
wenige auswärtige Kameraden daran.
Kamerad Willi Wilhelm gab den
Königsschuß ab als bester ab.
Nach dem Einzuge hielt der
Vors. eine kernige Ansprache, welche mit großer
Begeisterung
_
aufgenommen wurde. Weiter
überreichte der Vors. dem Ehrenvors. Kamerad
Eduard Rößler das 25jährige Verdienstkreuz.
Hieran schloß sich der übliche Festball an,
welcher in herzlicher Kameradschaft verlief.
Am 30. Dezember 23 findet die
diesj. Generalversammlung statt. Es waren hierzu
wenige Kameraden erschienen.
Tagesordnung: 1.
Rechenschaftslegung
2. Neuwahl des Vorstandes
3. Verschiedenes
Zu Punkt 1. Mußte infolge der
Geldentwertung u. des dadurch entstandenen
minderwertigen Kassenbestandes von einer
Abrechnung Abstand genommen werden. Für das Jahr
1924
tritt die neue Goldwährung
ein. Der Beitrag der Mitglieder beträgt ab 1.
Januar 1924 vierteljährlich 0,50 M. Veteranen
sind vom Beitrag befreit.
Der Landesbeitrag beträgt pro
Mitglied 1 M jährlich.
Zu punkt 2. wird dieser auf
die nächste Versammlung verlegt, welche am 13.
Januar stattfindet.
Zu Punkt 3. Ist noch ein
Fahnennagel vorhanden, welcher für Thalberg
vorgesehen ist u. diesem Verein übersandt werden
soll.
Am 3. Februar ist ein
Vergnügen vorgesehen, dessen weitere Besprechung
bei nächster Versammlung vorgenommen wird.
Das Vereinslokal für den
Kriegerverein ist durch Abstimmung mit 12 gegen
1 Stimme das
Willi Wilhelmsche bestimmt
geworden.
2. Juli 1924
Nach größerer Ruhe im Verein
hält der Verein dieser heute Abend bei Krd. W.
Wilhelm eine Versammlung ab. Der Besuch ist
wiederum sehr mäßig. Auf der Tagesordnung steht:
1.) 3. August soll ein
allgemeiner Gedenktag zu Ehren der gefallenen
Kameraden, verbunden mit einem Feldgottesdienst
am Denkmal stattfinden.
2.) Sein oder Nichtsein eines
diesjährigen Festes.
3.) Verschiedenes
Zu Punkt 1. wird einstimmig
für die Ausführung desselben beschlossen.
Musik stellt hierzu Mus.
Mstr. Schiemann zu dem Preise von 12,- M.
Weitere Erfordernisse verspricht der Vorsitzende
zu erledigen.
Zu Punkt 2. beschließt die
Versammlung am 20. Juli das Fest abzuhalten.
Musik soll Lehmann Biehla stellen näheres wird
der Vors. mit ihm erledigen. Preis steht noch
nicht fest. Weitere Vorbereitungen erledigt der
Festausschuß.
Zu Punkt 3. Zu den
Festausschußmitgliedern sind gewählt der
Vorstand
W. Wilhelm, Kurt Wilhelm,
Hans Weber, Paul Rößler.
Der vierteljährliche Beitrag
der Mitglieder wird auf 1.- M pr. Mitglied
festgelegt, sonst gült die
die alte Bestimmung.
24. November 1924
Der Vorsitzende berief zu
heute am Totensonntag die Kameraden zu einem
Appell zusammen.
Es erschienen 20 Mann.
Tagesordnung
1. Regelung der
Vereinsbeiträge
2. Theaterabend
3. Verschiedenes
Zu Punkt 2 tritt die Stimmung
für das Abhalten eines Theaterabends in den
Vordergrund. Insbesondere wollen sich die
älteren Kameraden beim Spiel beteiligen, was
sehr begrüßt wird. Der bestimmte Tag wird noch
nicht festgelegt, er wird aller Übrigen den
Spielern überlassen. Kamerad Bölze wird das
Nötige veranlassen.
Zu Punkt 1. bittet der
Vorsitzende die Korporalschafter früher die noch
außenstehenden Beiträge endlich einzuholen. Die
endgültige Regelung wird noch zum Jahresabschluß
geregelt werden.
Zu Punkt 3. Eine rege
Aussprache setzt dann fort
aber weniger bemerkenswertes,
Der Vors. bringt u.a. zum
Vorschlag um das Vereinsleben zu fördern, an
einem bestimmten Tage jeden Monats unseren
Appell abzuhalten. Es ist jeder Sonnabend nach
dem 1. des Monats dafür bestimmt.
Weiter widmet der Vors.
dem Kamerad H. Poppe zumfür welcher den
besten Königsschuß am diesjährigen Fest abgab,
herzl. Worte und übergibt zu gleicher Zeit die
Königscheibe.
Es folgt nun die Ausgabe der
diesjährigen Jahreskalender.
10. Januar 1925
Zur heutigen
Generalversammlung hatten sich die Kameraden
eingefunden, um folgende Tagesordnung zu
erledigen:
Tagesordnung
Pt. 1. Regelung der
Vereinsbeiträge
2. Kriegerzeitung
3. Theaterabend
4. Vorstandswahl
5. Verschiedenes
Z. Punkt 1. wird der Beitrag
auf 1,- M viertelj. Zahlg. erhöht. Die Mo
festgelegten Monats- versammlungen finden weiter
statt.
Z. Pt. 2. bittet der Vors.
doch die Kr.ztg. lesen zu wollen u. somit auch
dieses Unternehmen zu unterstützen.
Z. Pt. 3. soll das Theater am
1. Februar stattfinden. Krd. Bölze verteilt die
Rollen. Alles andere wird bei einer nochmaligen
Versammlung erledigt.
Z. Pkt. 4. Zu Pt. ist der
alte Vorstand wiedergewählt.
Unter Verschiedenes gestattet
sich unser König gemeinsam mit unserem
Vereinswirt den Kameraden einen Trunk zu
kredenzen.
16. Januar 1926
Zu der am heutigen Abend
festgesetzten Generalversammlung fanden sich die
Kameraden zur Erledigung nachstehender
umfangreicher Tagesordnung im Vereinslokal ein.
Der Vorsitzende begrüßt die
Kameraden mit dem besten Wohlergehen im neuen
Jahre.
Tagesordnung
Punkt 1 Rechnungslegung für
das Jahr 1924 1925
„" 2 Neuwahl des
Gesamtvorstandes
„" 3 Aussprache des
bevorstehenden 50jähr. Bestehens
„" 4 Erledigung einiger
Unterstützungsanträge
„" 5 Verschiedenes
Zu Punkt 1 verließt der
Kassierer Ein- und Ausgaben des Vereins für
beide Jahre. Zur Prüfung bekannt gegebener
Zahlen werden die Kameraden Paul Rößler u. Otto
Beeger
Zu Punkt 2 Wird einstimmig
Kamerad Weber als 1. Vors. gewählt. Kamerad
Vors. Schemmel legt hiermit seinen Vorsitz
nieder, wobei ihm Vors. Weber für seine
anerkennende Arbeit Dank ausspricht. Im
allgemeinen übernimmt der Vorstand sein Amt wird
durch Wiederwahl an.
Zu Punkt 3 In der Aussprache
zu Punkt 3 wird das 50jähr. Jubiläum auf den 4.
Juli festgelegt. Kamerad Vors. Weber gibt nach
längeren Ausführungen oder macht den Vorschlag
einen entsprechenden Kommers zu veranstalten,
was ihm zugestimmt wird.
Als Asschuß zur weiteren
Bearbeitung wie auch Gestaltung des Vereins
Festes werden folgende Kameraden gewählt:
1. Vors. Krd. Weber 5. Paul
Rößler
2. Krd. Ed. Rößler 6. Oswald
Grünberg
3. Krd. O. Bolke
4. Krd. G. George
Eine weitere rege Aussprache
erforderte die Auswahl der Musik. Es wird dem
Vors. überlassen Verhandlungen mit verschiedenen
Kappellen zu pflegen. Über ein entsprechendes
Resultat wird der Vors. L in nächster
Versammlung Bericht erstatten.
Als besonders wichtig kommt
die Platzfrage in Erörterung, auf welchem unser
Fest stattfinden soll. Krd. Lange, Krd. Wilhelm,
Krd. Schemmel als besonderer Ausschuß in der
Platzfrage, werden entsprechendes regeln.
Bezüglich der Vereinseinladungen
will der Vors. sich mit dem Kreisverbandsvors.
Krd. Faust in Verbindung setzen.
Zu Punkt 4 werden
verschiedene Anträge zur Unterstützung einiger
bedürftiger Kameraden wie auch bedürftiger
Hinterbliebener von dem Verein unterstützt. Es
kommen die Krd. Ernst George, Ww.
Schuter
(Name nicht eindeutig zu lesen)
u. Ww. Gregor in Frage.
Zu Punkt 5. Verschiedenes
kommt das Sterbegeld als Unterstützung zur
Aussprache. Im Falle der Bedürftigkeit Das
Sterbegeld wird an jedes Mitglied in Höhe von
12,- M durch Umlage gezahlt. Als Tag der
Geldmehrung wird oder ist der 5. Sonntag vor
Ostern festgelegt, diesen Tag besonders
feierlich zu begehen gereicht dem Verein zur
besonderen Ehre. Weiter bringt der Vors. zum
Vorschlag den Geburtstag (50jähr. 15. Februar)
evtl. zu feiern, was ihm einstimmig zugestimmt
wird. Ein gemütliches Zusammensein am 12.
Februar wird der Verein, unter Berücksichtigung
des Protokolls vom 12. Februar 1901, worin sich
verschiedene Kameraden verpflichtet haben,
diesen Abend durch genannte Verpflichtungen
besonders í zu
verschönern werden , zu begehen. Zum Beschluß
kommt weiter, Bestallung des Vereins durch Boten
gleichzeitig die Einziehung der Steuer- durch Bo
beiträge, eine Entschädigung hierfür im
Betrage von 1,- M zu zahlen.
Zum letzten wird die Wahl des
Bat.
Tambours
zum Vorschlag gebracht. Einstimmiger Vorschlag
Krd. Paul Rößler, dieser nimmt die Wahl an.
Hierauf wird die Versammlung
geschlossen.
12. Februar 1926
Anläßlich des Geburtstages
(50jähr.) ist der Verein zu einem gemütlichen
Zusammensein bei Krd.
W. Wilhelm zusammengekommen,
um gleichzeitig einige Versprechungen die vor 25
Jahren von einigen älteren Kameraden (siehe
Protokoll vom 12. Februar 1901) gemacht wurden
einzulösen. Nach der Begrüßungsansprache des
Vors. Krd. Weber verlief die Feier ansonst
gemütlich. Gelegentlich oder gleichzeitig wurden
noch einigen treuen Kameraden die 25 Jahre die
Treue dem Verein gehalten haben, das Abzeichen
Ehrenkreuze vom Landesverband) zuerkannt. Es
sind die Kameraden: Reinhold Herrig, Hermann
Müller, Oswald Heinrich, Moritz Wilhelm,
Gotthold George, Hermann Krausch
Durch Anregung des Vors. Krd.
Weber wurde ein Fonds zur Anschaffung von neuen
Gesch Gewehren geschaffen. Es kam ein Betrag von
67,10 M durch Sammlung zusammen.
Kamerad Boltze regt an, eine
Anwesenheitsliste wie nachstehend folgt,
festzulegen: (es
folgen die Unterschriften der anwesenden Krd.)
Johannes Weber, Vorsitzender
Eduard Rößler
Oswald Heinrich,
II.
„" Hermann Poppe
Moritz Wilhelm, Kassierer
Hermann Platz
Kurt Herrmann, Schriftführer
Gotthold George
Eduard Rößler Berthold Lange
Gottlieb Hofmann Max Schütt
Karl Rentzsch Hermann Heÿde
Heinrich Hofmann Alfred Matto
Paul Meýý ýer
Reinhold George Oskar
Heinrich
Richard Schemmel Oswald Heÿde
Ernst Hauptvogel Reinhold
Herrig
Otto Tischer Hermann Müller
Emil Rentzsch Karl
Laurentzsch
Hermann Krausch Oswald
Wilhelm
August Peschel Richard George
Harald Grünberg Kurt Wilhelm
Im Revier:
Otto Boltze
Arno Thümmler
Paul Rößler
Alfred Hofmann
Heinz Poppe
Otto Beger
Willy Wilhelm
R.J.
(?
nicht klar zu deuten ?)
Anläßlich des 50jähr.
Bestehens unseres Vereins verpflichten sich
zunach unsere alten Kameraden nicht
zurückstehend folgendes:
1.) Krd W. Wilhelm Gastwirt
zum 60.jähr. Bestehen eine halbe Tonne Bockbier,
zur silbernen Hochzeit ebenfalls 1/2
Tonne Bockbier (Salroter)
<nicht eindeutig lesbar !
anerkannt. Döllingen, 12.
Febr. 1926
WillyWilhelm
2.) Wenn ich mich verheirate,
verpflichte ich mich, am Hochzeitstage dem
Kriegerverein eine Tonne Bier zu spendieren.
Döllingen, 12. Februar 1926
Otto Boltze.
28. Februar 1926
Der Verein nahm heute
geschlossen an der vom Reich allgemeinen
angesetzten Gedenkfeier teil zu Ehren der im
Weltkriege gefallenen Kameraden teil. Nach dem
Kirchgang, folgte noch eine besondere
Gedenkfeier am Kriegerdenkmal statt, wobei der
Verein ein Kranz niederlegt.
Im Anschluß an der Feier
ladet der Vors. noch zu einer kurzen Versammlung
bei Krd. Wilhelm ein, um einige wichtige
Eingänge zu erledigen.
Als Punkt 1: Der Verein
beabsichtigt, falls der KreisKriegerverband
sich einer Haftpflicht anschließt, ebenfalls
dieser beizutreten. (Siehe Rundschr. v. 18.2.26)
2) Die Beiträge für den Verbd. werden künftig in
2 Raten abgeführt.
Zu dem am 11. April
stattfindenden Vertretertages entsendet der
Verein den Vors.
Auf der Tagesordnung des
Kreiskr.verbds. steht u.a. auch die Erhöhung der
Beiträge, die evtl. auch von unseren Verein
zugestimmt wird. Alles andere (siehe
Rundschreiben)
3) Kyffhäuserfahrt: Eine
Kundgebung ders. ganzen Regierungsverbandes,
falls ein Krd. sich daran beteiligen wollte,
möchte sich beim Vors. melden
4) Zu der am 16. Mai
stattfindenden Fahnenweihe in Rothstein stellt
der Verein eine Fahnenabordnung.
5) Am 2. Pfingstfeiertag
60.jähr. Bestehen in Elsterwerda. Der Verein
nimmt ebenfalls geschlossen teil.
6) Zur Aussprache kommt die
Musikfrage zu unserem 50.j. Fest. Der Verein
ermächtigt den Vorst. weiter Schritte noch bei
den verschiedenen Kap. zu unternehmen u.
gegebenenfalls eine ders. selbstständig zu
bestellen.
17. April .
Der Vors. begrüßt die früh
anwesenden Kameraden u. eröffnet gleichz. die
Sitzung..
Tagesordnung:
1. Bericht über
Kreiskriegerverbandssitzung v. 11.4.25
des Krd. Ed. Rößler, welcher
sehr eingehend darüber berichtet.
2. Ausgestaltung unseres 50j.
Jubiläums.
Kommers wird abgehalten u.
hat der Vors. bereits dahin
Vorbereitungen getroffen.
Musik zum Fest stellt die
Finsterwalder Stadtkapelle f. 35 M. Uniformiert
pro Kopf noch 1,- M dazu.
Von dem vorgesehenen Neubau
eines Schießstandes wird abgesehen. Es sollen
u.a. mehrere Luftbüchsen- scheiben angelegt
werden. Hierzu leiht der Verein 3 Luftbüchsen.
Weiter wird die Benutzung des alten
Schießstandes am Steigerhaus stattfinden. Dieser
wird noch besonders ausgebaut werden, Krd. R.
Poste
(?
Poppe?)
erklärt sich bereit, dafür
Sorge zu tragen.
An Festtagen soll u.a. auch
ein Feldgottesdienst abge- halten werden u. zwar
1/2 9 Uhr morgens am
Krieger- denkmal mit Kranzniederlegung.
10 Uhr – 12 Empfang
auswärtiger Vereine
10 „" Platzkonzert
1 Uhr Umzug durchs Dorf
Einzug bei Einbruch der
Dunkelheit
Einladungen finden statt: An
sämtliche des Kr.Kr.Verbd. angehörigen Vereine.
Tanz Festbeitrag für
sämtliche Teilnehmer am Feste 0,30 M.
Tanz: Beginn 5 Uhr 3 Mann
Musik auf beiden Sälen, durch Tanzmarken zu
regeln.
Ausgabe der Festabzeichen
übernimmt: Krd. Boltze (Weitere Versammlung
regelt weiteres.)
Schießscheiben übernimmt Krd.
Moritz Wilhelm
Tanzgeld: 3 Touren 20 Pfg.
Zur Schmückung des Dorfes
beschafft der Verein Reisig
Tanzmarken und Festabzeichen
übernimmt Krd. Willi Wilhelm.
Betr. Zuschrift v.
LandesKr.Verbd. betrifft: Unterstützung d.
Eckenerspende
(?).
Vors. Krd. Weber gewährt 5,-M wofür Karten
zurückgeführt wurden, welche gelegentlich
verkauft werden sollen.
Verschiedenes: für 50j.
Mitgliedschaft wird Antrag auf Verleihung d.
Jubiläums-Abzeichen festgestellt:
An Gottlieb Hofmann, Heinrich
Hofmann u.
Karl Rentsch.
Für mindestens 20 j.
Mitgliedschaft im Vorstand auf Widmung von
Anerkennungsschreiben u. Kyffhäuserbildes: Krd.
Moritz Wilhelm.
Handgeld v. Gewerbetreibenden
für den Verein
Auswärtige sollen ein
entsprechendes Handgeld je nach dem Ausfall des
Festes an den Verein zahlen.
Mit einer Mahnung v. Vors.
auch die ausw. Feste recht zahlreich besuchen zu
wollen. Schlußt der Ver- sammlung.
15. Mai
Der Vors. eröffnet die
Versammlung um nachfolgende Tagesordnung zu
erledigen:
1. Einladungen. Zur
besonderen Aussprache stellt der Vors. die
Einladung für Hohenleipisch, da dieser Verein
dem Kr.Kr.Verbandes nicht angehört u. lt.
Beschluß vom Verband diese Vereine bei Festen
nicht eingeladen werden dürfen. Die
Zur Abstimmung ergibt einstimmig für
Nichteinladung des Vereins Hohenleipisch.
Außer den Vereinen die
dem Verband angehören, sollen noch der
Stahlhelm Plessa u. Umg. U. Elsterwerda
eingeladen werden. Abstimmung ergibt 12 : 3 für
Einladung des Stahlhelm Plessa u. Umg.
Stahlh. Elsterwerda 10 : 6
für Einladung
2. Schießstand: wird von dem
alten abgesehen. Er soll
überhaupt nur mit
Kleinkaliber u. Luftbüchsen ge- schossen werden.
Preise sind Geldpreise u. werden nach der
Einnahme entspr. geregelt.
Es wird erwogen von der Fa.
Herz Elsterwerda zwecks Erstehung eines
Vereinsgewehrs (der gesammelt 7,-M) zur Ansicht
kommen zu lassen.
Weiterer Beschluß: 3000
Festabzeichen (schwarz gelb) zu
bestellen.TanzbändchenKontroller: 200
(himmelblau)
Platzgeld: Geschäftsleute als
Mitglieder zahlen kein PlatzStandgeld.
Auswärtige Geschäftsleute wie
überhaupt Geschäfts- leute als Nichtmitglieder
zahlen pro qm 5,-M u.
10,-M Antrag von Gastwirt
Schiemangk um Genehmigung des Baues eines Zeltes
auf dem Festplatz. Wird einstimmig angenommen u.
zwar folgender Beschluß: Schiemangk darf
aufbauen aber nur sein Ausschank oder sein Zelt.
(Antrag von Krd. W. Wilhelm)
Vorbedingung: Hergabe seines Saales)
Dringlichkeitsantrag von Krd.
Thümmler: Ausscheidung des Krd. Schütt.
Begründung: Krd. Schütt hat bis augenblicklich
keine Veranstaltung durch Versammlung des
Vereins besucht. Geheimabstimmung ergab : 13 : 2
für die Ausscheidung. Schluß
Döllingen, d. 26. Juni 1926
Anwesend:
15 Mitglieder
Tagesordnung:
1. Fest in Dreska
2. Angelegenheit Thümmler –
Schütt
3.Vorbereitungen zum
50jährigen Jubiläum.
Da der Schriftführer Kamerad
Hermann sein Amt plötzlich niedergelegt hat,
tritt Kamerad Boltze vorläufig an seine Stelle.
Nach Begrüßungsworten bemängelt der Vorsitzende
den schwachen Besuch der Versammlung u. die
schlechte Beteiligung bei den auswärtigen
Festen.
Die Versammlung beschließt
darauf folgendes:
1. 8 Kameraden verpflichten
sich, am Dreskaer Kriegerfest teilzunehmen.
2. Die schwebenden
Angelegenheiten betreffs der Kameraden Thümmler
und Schütt werden geklärt und harren noch ihrer
Entscheidung, die dann doch gefällt wird.
3. Die eingegangenen
Meldungen auswärtiger Vereine werden verlesen,
verschiedene stehen noch aus. Die Quartiere für
die Musikanten werden festgestellt. Paul Rößler
í übernimmt
2, Poppe 2, Hofmann 1, Müller 2, Wilhelm,
Osw. 2, Schemmel 1 Nachtquartiere. Verpflegungs-
quartiere für Sonntag Heinrich, Oskar 1, Kurt
Weber
1, Wilhelm, Willi 2, Boltze
1.
Als Ersatzquartier bietet
Kam. Schütt 1 Bett an. Die Reisigbeschaffung
wird geregelt.
Die auswärtigen Gespanne
werden untergebracht.
2 Pferde bei Poppe von
Dreska, 4 von Grüne- walde bei Ernst Rößler, 4
von Grünewalde bei Wilhelm, Osw., 2 von Biehla
bei Hentzschel,
1 Gespann von Liebenwerda bei
Schiemangk,
2 von Haida bei Schiemangk, 2
von Naundorf bei Krippendorf.
Die Fragen betreffs
Schießstands u. Podiums- bau werden endgültig
geregelt.
Die Vereinsschilder sollen
von Eisermann gedruckt werden.
Die Besorgung von 6 Scheiben
24er wird Reinh. Poppe übertragen.
R. Schütt erklärt im Verlaufe
der Versammlung seinen Austritt.
Die Tribüne baut Lange, den
Schießstand Wilhelm
Boltze, Schriftführer
Döllingen, d. 7.7.1926.
Anwesend:
15 Mitglieder.
Tagesordnung:
1. Platzfragen
2. Schießfragen
3. Kommers
4. Fest
Die Versammlung beschließt
folgendes:
1. Der Festplatz ist der
hintere Teil der Brache dicht am Schießstand. Am
Freitag 7 Uhr sollen die Birken, Gebüsche und
Unebenheiten beseitigt.
2. Mit Großkaliber soll nur
dann geschossen werden, wenn der Preis nicht zu
hoch ist.
3. Beim Zapfenstreich wird
eine zahlreiche Beteiligung gewünscht. Fackeln
werden dazu besorgt. Der Kommers bietet
verschiedenes.
4. Die Gewehrgruppe wird
zusammengestellt.
Die Beschaffung des Reisigs
wird geregelt.
FestabzeichenKommission in
der Saalstube für die Vereine: Boltze, Hermann,
auf dem Platze 1. an der Sperre: Laurentzsch,
Tenner, WilhelmOsw. , Herrig 2.
Platzkontrolle: Boltze, Hermann, Meyer, Krausch,
George, Gotth.
Saalkommission 1.Saaleingang
bei Wilhelm Müller, Schemmel Ablösung: Heinrich,
Beger
bei Schiemangk: Laurentzsch,
WilhelmMoritz Ablösung Krausch,
Herrig, 2.Tanzkontrolleure bei Wilhelm Paul
Rößler, Reinh. Poppe Ablösung BoltzeHermann,
WilhelmKurt bei Schiemangk, George,
Gotth., Osw. Heyde, Reinh. George, Rich. George
Schießkommission: Kurt
Hermann, Richter, RößlerEduard,
Lange.
Festordner:
Radfahrerpatrouille: Krausch, Wilhelm, Kurt,
Laurentzsch
Anzeiger sollen gedungen
werden, Boltze übernimmt die Regelung.
50jähriges Jubiläum !
Am 11. Juli 1926 konnte der
Verein bei schönstem Wetter, unter starker
Beteiligung vieler Verbandsvereine sein 50j.
Bestehen festlich begehen. Das Fest nahm einen
glänzenden erfolgreichen Verlauf. Schon am Tage
zuvor herschte im Dorfe außerordentlich rege
Tätigkeit. -
\
Zur Ausschmückung des Ortes beteiligte sich jung
und alt, sodaß unser Örtchen gradezu
mustergültig seine Gäste zu diesem
gedenkwürdigen Tage willkommen hieß. Mit dem
üblichen Zapfenstreich ausgeführt von der
Finsterwalder Stadtkapelle u. starker
Beteiligung der Vereine wurde das Fest
eingeleitet, darauffolgend ein äußerst
gemütlicher Kommers. – Der Festtag selbst wurde
durch den Weckruf eröffnet. Gegen 10º
Uhr vorm. trafen bereits die ersten Vereine ein,
bis schließlich 230 nachm. Mit dem
Festzug durch die Straße begonnen werden konnte.
– Auf dem Festplatz angelangt, begrüßte der
Vors. Krd. Weber die von nah und fern
herbeigeeilten Kameraden nochmals herzlichst,
worauf der Vors. des Kreis-Kr. Verbandes Krd.
Faust die Festrede hielt. Unter markigen Worten
gedachte er u.a. der Treue des Vereins zum
KreisKr.Verband , die dieser trotz der
Anfeindungen und Zersetzungsarbeiten gewisser
von der Revolution erzeugter Elemente, bewiesen
hat. – Einige Begründer des Vereins werden von
ihm besonders herzlichst begrüßt u. ihnen
Es sind das die Kameraden:
Heinrich Hofmann, Gottlieb Hofmann, Karl Rentsch
– Unter reichlicher Ausnützung der doppelten
Schießgelegenheit (auf 2 Schießständen) u.
sonstigen Annehmlichkeiten verlief das Fest in
bester Stimmung. Am Abend: Einzug mit darauf
folgendem Ball auf beiden Saälen. Das
Königschießen soll an einem besonderen Tag
ausgeführt werden.
Anwesend: Döllingen, den 17 /
7. 26
21 Mitglieder
Tagesordnung
1. Verlauf unseres 50jährigen
Jubiläums am 11. Juli 1926
2 Königsschießen
3. Verschiedenes
Nach Begrüßung des Vors.
findet die Neuaufnahme eines Mitgliedes statt u.
zwar der Krd. Krippendorf. U.a. kann aufvon
einen guten Abschluß des Festes gesprochen
werden.
Dem Kassierer wird das Wort
erteilt zur Bekanntgabe der Ein= u. Ausgaben
beim Fest. Mit Befriedigung stellte der Vors.
fest, dass ein Defizit trotz teils ungünstiger
Verhältnissen, nicht zu verzeichnen ist. Es
werden nun die Preise im Schießen festgelegt:
I.
Preis 10
M Krd. Richter – Elsterwerda,
II.Preis
6 M = Segen Elsterwerda,
III.Preis
4 M Richter Elsterwerda.
Zur besonderen Aussprache
gelangt der Fall Kraupa. Der Verein Kraupa
besuchte, trotz seiner Anmeldung unser Fest
nicht sondern besuchte Hohenleipisch (der nicht
im Kreis Krieger Verband) welche am selben Tage
ebenfalls Fest feierten. Die Versammlung ist
dafür, dass der Vors. eine entsprechende Antwort
dem Verein Kraupa erteilt.
Zu Punkt 2. Das
Königsschießen wird abgehalten, die Festsetzung
richtig sich nach dem Turnerfest, findet dieses
nicht statt, soll es an einem besonderen Tage
abgehalten werden.
Zwecks Beschaffung einer
Büchse bittet der Vors. um Beschlußfassung. Es
ist hierzu ein besonderer Fonds bereits
vorhanden. Die Abstimmung ergibt ein
einstimmiges ja für Beschaffung.
Der Vors. des
Kreiskriegerverbandes hat sich noch besonders
beim Vors. für die gute Aufnahme bedankt.
Krd. Ed. Rößler spricht dem
Vors. im Namen aller Kameraden für die große
Aufopferung sowie der umsichtigen Leitung volle
Anerkennung aus, worauf der Vors. dankt.
Die Versammlung fordert eine
Anfrage an die Gemeinde zu richten, was diese
gedenkt zu tun, um endlich Abänderung zu
schaffen des traurigen Aussehens der Umgebung
des Kriegerdenkmals zu schaffen.
Im Verlaufe des Festes
ereignete sich leider ein kl. Zwischenfall indem
die Girlande des Bäckers Feche von einigen noch
nicht festgestellten Leuten umgerissen wurde.
Der Verein hält es als seine Pflicht
einzugreifen.
Döllingen den 25. Juni 1926
Anwesend:
20 Mitglieder
Tagesordnung
Festsetzung des diesjährigen
Sommerfestes
Zu Anfang begrüßte der Krd.
Vors. Weber die Kameraden u. gibt bekannt, dass
die Unterstützungsgesuche beim
Kreiskriegerverband von Erfolg waren. Es haben
bekommen:Krd. Heinrich Hofmann = 25,- M, Witwer
Schuster 20,- M.
Das Fest findet am 3. Juli
statt, die Schießstandfrage ist durch das
Entgegenkommen des Hr. Direktor v. Solms u.
durch die Genehmigung des Amtsvorstehers gelöst.
Musik stellt voraussichtlich
die Finsterwalder Stadtkapelle.
Der Verein nimmt an diesem
Tage geschlossen am Gottesdienst teil u. legt
anschließend zum Gedenken ein Kranz am
Kriegerdenkmal nieder.
Mit nochmaliger Ermahnung zur
Pünktlichkeit schließt der Vorst. heutige
Versammlung.
Versammlung 7.1.27
Anwesend: 19 Mitgl.
Tagesordnung
1. Wahl des Vorstandes
Anmerkung
2. Bericht über
den KreiskriegerverbandsTages inFalkenberg
3. Festsetzung eines
Vereinsballes
4. Verschiedenes
Der Vors. begrüßt die
Kameraden. Noch einmal kommt er auf den Tod
unseres 1. Vors. Generalfeldmarschalls v.
Heeringen als Führer des Landeskriegerverbandes.
Weiter gedenkt er dem Ableben des Schatzmeister
des Kreiskr. Verbds. Krd. Ley. Beide werden
geehrt, indem sich die Kameraden von den Plätzen
erheben.
Zu Punkt 1.) Wird der
Gesamtvorstand einstimmig wieder gewählt
2) Krd. Vors. Weber berichtet
näher über den Verlauf des Kreiskriegervbdstages
in Falkenberg. Als wichtiger Punkt ist die
Bestehung der Jugendgruppen in den Vereinen. Der
Gedanke auch in unseren Verein eine solche
erstehen zu lassen, wird vorläufig kommenden
Zeiten überlassen.
3) Einstimmiger Beschluß für
die Abhaltung des Balles u. zwar am 22. oder 29.
Januar oder auch anfangs Februar. Einladungen an
die Nachbar- vereine Plessa und Kahla sollen
ergehen.
Musik stellt Stadtkapelle
Finsterwalde, 6 Mann = 72 M u. die Reisegebühren
etwa
(?).
Kein Eintritt
4) Wird der Verein
Unterstützungsgesuche an den Kreiskriegerverbd.
für die Kameraden Gottlieb Hofmann, Heinrich
Hofmann, Karl Richter u. Ernstine Schuster.
26.8.27
Versammlung
Tagesordnung:
1.) Wahl von drei Kameraden
zum diesjährigen Herbstschießen des
Kreiskriegerverbandes in Mückenberg
2.) Meldung zur Fahrt nach
Berlin am 2.10. Reichskriegstag
3.) Beschlussfassung über
Abhaltung einer Festlichkeit anlässlich des 80.
Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten.
4.) Abschießen des Vereins
Zu Punkt 1 sind die Kameraden
Vors. Weber, Krd. W. Wilhelm, Reinhold Poppe
gewählt.
Zu Punkt 2. werden mehrere
Kameraden an der Fahrt nach Berlin teilnehmen u.
zwar vorläufig, Krd. Vors. Weber, Moritz
Wilhelm, Karl Laurentzsch, Reinhold Poppe,
Oswald Heinrich, Otto Poppe, Paul Rößler
Zu Punkt 3. findet am 24.
September eine entsprechende Feier anlässlich
des 80. Geburtstages des
Reichspräsidenten statt. Die Versammlung faßte
den Beschluß einstimmig.
Zu Punkt 4. wird der Beschluß
gefasst, daß am 25. das alljährliche Abschießen
stattfinden soll. In Aussicht sind freiwillige
Spenden die als Preise zur Verteilung kommen,
genommen. 6 Mann Musiger
Im weiteren wurden noch
einige kleine Eingänge erledigt, sodann Schluß
der Versammlung.
Döll. 21./1.1928
Generalversammlung
Anwesend: 19 Mitglieder
Tagesordnung:
1) Rückblick auf das
vergangene Jahr
2) Wahl des Gesamtvorstandes
3) Abhaltung eines
Wintervergnügens
Der Vorsitzende begrüßt die
anwesenden Kameraden u. bedauert, dass trotz
seiner besonderen Einladung die Mitglieder so
wenig erschienen sind.
Zu Vor Abwicklung der
Tagesordnung überreicht der Vors. den Kameraden
Wilhelm Moritz u. Schemmel Richard das
Ehrenkreuz
II.
Klasse verbunden mit den herzlichen
Gratulationen.
Zu Punkt 1 gibt der Vors.
einen kurzen Rückblick über das vergangene Jahr,
welcher mit besonderem Interesse verfolgt wird.
Neue Mitglieder konnten leider nicht aufgenommen
werden; möge das neue Jahr dahin mehr Erfolg
versprechen u. einige noch dem Verein
fernstehende uns zu zuführen.
Zu Punkt 2 wird der
Gesamtvorstand einstimmig wiedergewählt.
Zu Punkt 3 kommt man überein
u. beschließt einstimmig, daß am 11. Februar das
Vereinsvergnügen stattfindet. Musik verpflichtet
sich der Vors. wunschgemäß (4 Mann) zu den Abend
zu verpflichten.
Finanziert wird das Vergnügen
aus der Vereinskasse.
Einladungen an die
Nachbarvereine Plessa Kahla sollen ergehen.
Nach Schluß 10 º
wird einstimmig der Beschluß gefaßt, der
Einladung zum Ball des Nachbarvereins
Plessa zu gehen.Folge zu
leisten Sämtliche einverstandene
Mitglieder brechen sofort auf um zu Fuß nach
Plessa zu gehen. Es herrscht fröhlichste
Stimmung.
Döllingen, den 19./1.29
Generalversammlung
Anwesend: 20 Mitglieder
Tagesordnung
1. Stellungnahme z.
Rundschreiben d. KrKr.Verbd.
2. Vorstandswahl
3. Rechnungslegung
4. Beschlussfassung über ein
Wintervergnügen
5. Verschiedenes
Der Vorsitzende Krd. Weber
begrüßt die anwesenden Kameraden mit herzlichen
Worten.
Pt. I.
Das Rundschreiben behandelt mehrere wichtige
Ange- legenheiten, welche nachstehend nach den
betr. § durch- gegangen u. besprochen werden
soll.
Pt.1. Stärkenachweis
Pt.2. Reichskriegertag in
München am 20.u.21.Juli
Der Vors. empfiehlt den Krd.
diese Gelegenheit einmal billig nach München zu
kommen, wahr zu nehmen, umsomehr da München
hinsichtlich seiner Sehenswürdigkeiten viel
bieten dürfte. Es werden voraussichtlich mehrere
Krd. teil- nehmen.
Pt.3. Über Veranstaltung
richtig melden.
„" 4. Veteranenappell: sollen
auch unsere Veteranen teilnehmen, G. Hofmann, 82
Jahre Karl Rentsch 81 J., Richter, Karl 83 J.
5u.6. Unwesentlich
7. Fechtwesen, wird empfohlen
im Verein diese Einrichtung auch recht zu
pflegen. Es wird folgender Beschluß gefaßt:
Jährlich eine Umlage von 0,20 M pro Mitglied für
das Fechtwesen einzuziehen (Einrichtung) (?)
8. Über Frauen, u.
Jugendgruppen: Will der Verein vorläufig nichts
unternehmen, da bereits hier im Orte Vereine
bestehen, die unserem Verein nicht fernstehen.
9. Winterarbeit im Verein.
Die Besprechung dieses Pts. ergibt u. lässt die
Hoffnung offen, daß
es im kommenden Jahr zur
tätiger reger Arbeit führen wird.
Pkt. II.
Vorstandswahl: Wird der Gesamtvorstand ein-
stimmig wiedergewählt.
III.
Wintervergnügen: Die Kameraden sind einstimmig
für die Abhaltung des Vergnügens.
Tag: Mitte März. Der Vors.
wirdmitder zu stellenden Musik
Fühlung nehmen, um dann den Tag festzusetzen.
Pkt. IV.
Rechnungslegung: die Kassenführung wird in
bester Ordnung vorgefunden und dem Kassierer
entlastung mit besten Dank seitens des Vors.
erteilt.
Pt.
V.
Verschiedenes: Auf Vorschlag des Vors. ist man
auch allgemein der Ansicht das die Ehrung
unserer Gefallenen, stets am Toten- sonntag
stattfinden soll u. zwar durch: Allge- meinen
Kirchgang, Niederlegung eines Kranzes am
Denkmal. Hierzu wird einstimmig der Beschluß
gefaßt auch eine entsprechende Musik zu stellen.
Es sollen Unterstützungen für
den Krd. Heinr. Hofmann u. für den Ww. Schuster
beantragt werden.
Ferner soll Antrag auf
Abzeichen für 25jährige Treue im Verein für die
Kameraden.
B. Ww. Schuster ist
inzwischen verstorben.
Wilhelm
Döll. 9.3.29
Versammlung
Anwesend 20 Mitglieder
Tagesordnung
Punkt 1. Protestkundgebung
über die Kriegsschuldlüge
2. Vortrag über
Auslandsdeutschtum
(Lehrer Vors. Weber)
3. Verschiedenes
Unter begrüßenden Worten des
Vors. geht er zu
Punkt 1 über um auf
Veranlassung des Verbands- vorsitzenden bezw.
des Landesverbandes Stellung über die Lüge der
Schuldigkeit am Weltkriege zu nehmen. Unter sehr
leicht verstehenden Beispielen gibt der Vors.
den Kameraden von der ungeheuren Last, die dem
deutschen Volke durch den Versailler Vertrag
auferlegt ist, einige Hauptzahlen. Durch
Aufstehen erhebt die Versammlung geschlossen
Protest über die alleinige Schuld des deutschen
Volkes am Weltkriege.
Pt. 2 Eine Abwechselung in
der Abwicklung der Vereins- versammlungen war
der sehr interessante Vortrag über die
Entstehung und weitere Entwicklung des
Auslandsdeutschtums. Die Kameraden folgten mit
großem Interesse dem Vortragenden Krd. Vors.
Lehrer Weber u. zollten ihm nach Beendigung
reichen Beifall.
Kamerad Lehrer Boltze
verspricht den Krd. recht bald wieder mal einen
derartigen Vortrag folgen zu lassen.
Pt.3 bittet der Vors. um
pünktliche Beteiligung am bevorstehenden
Vereinsvergnügen. Zwecks Vervollständigung der
Stammrolle werden die Kameraden gebeten, ihre
Entlassungspapiere mitzubringen.
Schluß
Döll. 6.4.1929
Versammlung
Tagesordnung
Pt. 1. Beschlussfassung
zwecks Anlegung eines Schießstandes
Pt.2.Vorlegung eines
Kostenvorschlages u. Beschluß- fassung zwecks
Ausführung des Entwurfs.
Pt.3.Aufbringung des Geldes
Pt.4 Verschiedenes
Pt.5 Sicherung von Grund u.
Bodens des Schießstandes.
Zu Pkt. 1 wird einstimmig
beschlossen, daß ein Schießstand gebaut werden
soll.
Pt. 2 werden vom Baumeisterí
Lange zwei Entwürfe vorgelegt, von
denen Einsicht von den Mitgliedern genommen
wird.
Der erste Entwurf mit
schließt mit einem Kostenvorschlag von ca 900 RM
ab.
Der zweite Entwurf mit ca 700
„" ab.
Vor der weiteren Erledigung
des Pts. 2 wird von der Versammlung der Pt. 5
erledigt.
Und zwar: Soll Pachtvertrag
mit dem betreff. Eigentümern abgeschlossen
werden, welcher einstimmig zugestimmt wird.
Zur Abstimmung kommt zu Pt. 2
Annahme des ersten Entwurfes u. wird dieser
ebenfalls einstimmig angenommen. Die Endsumme
dieses Kostenanschlages wird noch entgültig von
Baumeister Lange festgelegt, da sich durch die
Bereitwilligkeit verschied. Kameraden, die Summe
erheblich noch verringern dürfte.
Zu Pt. 3 Die Aufbringung des
Geldes. Durch Mehrheit wird beschlossen: daß
ein Pflichtanteile in Höhe von
5 RM an jedes Mitglied
ausgegeben werden soll . Die
Anteilscheine werden gelden als zinslos und
werden durch Verlosung je nach dem
Vermögensstande des Vereins eingelöst.
Zum weiteren kommt ein
Vorschlag des Vors. zur Aussprache, welcher sich
auf die Bewältigung der Erdarbeiten bezieht.
Eine Abstimmung ergibt, daß
Pflichtarbeit jedes Mitgliedes zu leisten ist.
Der Stundenlohn, welcher durch Vergütung bei
evtl. Nichtbeteiligung in Frage kommt, wird auf
0,51 M festgesetzt.
Eine vorläufige Zeichnung der
Anteile von den Mitgliedern ergibt die Summe von
ca. 500 M.
Neu hinzutretende Mitglieder
sind verpflichtet den durch obigen Beschluß
festgesetzten Pflichtanteil von RM 5,- zu
zahlen.
Zur Abstimmung kommt weiter,
daß der Bau des Schießstandes trotz des noch
fehlenden Betrages von ca 300 M Baumeister Lange
übergeben wird „
der Beschluß ist einstimmig. Die Ausführung
erfolgt nach polizeilicher Genehmigung.
V. g. u.
(vorgelesen,
genehmigt, unterschrieben!)
Herrmann
Schriftführer
Vorsitzender
Weber
Richard Schemmel
Moritz Wilhelm
Anwesendheitsliste der
Versammlung vom 6./4.29
Vors.Krd. Weber Krd.
Krippendorf
„" Lange „" Rentsch M.
" Herrmann „" George R.
Hofmann Heinrich „" Poppe H.
Krausch H. „" Grünberg O.
Wilhelm „" Heide Herm.
Laurentsch „" Herrig
Wilhelm Osw. „" Schemmel
Meyer P.
Krd. Hofmann Gottl.
„" Müller
„" George Reinh.
„" Faulwasser
„" Boltze Otto
„" Wilhelm Kurt
„" Rößler Paul
„" Wilhelm Willi
„" Beeger
Zusatz !
Dem Mitbegründer unseres
Vereins Friedrich Lentsch Dolsthaida wird zu
seiner am 8./4.29 stattfindenden
Diamantenhochzeit ein Glückwunschtelegramm
übersendet.
Döllingen den 20. Juli 1929
Anwesend Mitglieder
Versammlung
Tagesordnung:
Stellungnahme zum
Schießstandbau.
Bei Eröffnung der Versammlung
gedenkt der Vors. Krd. Weber auch denen die sich
zur selbigen Zeit in München zum
Reichskriegertag befinden u. gibt den Wunsch zum
Ausdruck, daß die Kameraden mit ???? Rührung
kommen mögen u. gleichzeitig dieser Tag zum
Segen des Kriegerverinswesen gereichen möge.
Z.Pt. I.
Einige Zweifel bezügl. des Schießstandbaues die
von seiten einiger Krd. geäußert werden, sind
durch Baumeister Lange bezw. dem Vors.
klargestellt worden.
- Ein Sommerfest soll am 25.
August abgehalten werden, welches gleichzeitig
zur Einweihung des neuerbauten Schießstandes
dient.
Zur Aussprache kommt weiter
ein Schreiben des Krd. Rentsch, betrifft: Bei
Abhaltung von Festen darauf hinzuwirken, dass
die Geschäftsleute als Kameraden nur jeder seine
speziellen Waren feil zu halten.
H Beschlussfassung wird auf
nächste Versammlung vertagt.
Als ganz besonderes Ereigniß,
ist die Übergabe des Verdienstkreuzes
II.
Kl. an den Kameraden Karl Laurentsch, durch den
Vors.
Döllingen, den 10. August 1929
Versammlung
Anwesend 15 Mitgl.
Tagesordnung: 1.Schießstand
2.Besprech.d.Sommerfestes
3.Stellungnahme Fall Rentsch
Zwecks Fertigstellung der
Bauarbeiten sollen sich die Kameraden kommenden
Sonntag zum Arbeitsdienst einstellen.
Weiter wird die Hälfte
í des Betrages
der gezeichneten Anteil- scheine heute
eingezogen. Und zwar sind in der heutigen
Versammlung eingezahlt: 230 M in Worten
Zweihundertdreißig M, wëlche Baumeister Krd.
Lange als Vorschuß gegen Quittung erhält.
Pt.2 Sommerfest. Der 25.
August als vorgesehener Tag muß wegen des
Kirchentages in Elsterwerda fallen gelassen
werden. Entgültig den nun zu bestimmenden Tag
kann die Versammlung heute nicht festlegen u.
sind noch einige Erkundigungen nötig, die
Beschaffung der Musik wird der Vors. besorgen u.
ist der Wunsch geäußert die bisherige Kapelle
(Finsterwalde) nicht zu bestellen.
Pt.3 Betrifft
Geschäftsinteressen einiger Kameraden bei
Abhaltung von Festen. Die Versammlung
beschließt: den Antrag Rentsch keine
Entscheidung zu geben, da man allgemein der
Ansicht ist, dass ehr schädigend für den Verein
sein könnte.
Unter Pt. Verschiedenes
gelangen noch einige unbedeutende
Angelegenheiten versch. Kameraden zur
Aussprache.
Döllingen, den 30. Aug. 1929
Versammlung
Anwesend 14 Mitglieder
Tagesordnung: Abwicklung des
Sommerfestes
Sonntag den 1. September
findet nunmehr entgültig unser Sommerfest statt.
Um 10 Uhr: Antreten zum
Königschießen
1 Uhr Auszug nach dem
Festplatz mit anschließender Einweihung des des
neuer- bauten Schießstandes.
Kommandiert zur
Schießaufsicht: Krd. Paul Rößler, Krd. Reinhold
George Oberaufsicht
Saalaufsicht: Krd. Richard
Schemmel, Krd. Wilhelm
Tanzaufsicht: Krd. Reinhold
Poppe, Kurt Wilhelm
Eintritt: 20 Pfg. Tanzband
1,- M 3 Touren 0,20 M.
Musik stellt die
Elsterwerdaer Kapelle Wendt.
Der Schuß auf die
Ehrenscheibe kostet pro Mitglied 10 Pfg.
Beim Preisschießen am
Nachmittag: 3 Schuß 1.- RM
1 Schuß 0,20 M
Unter Pkt. Verschiedenes
Aufräumungsarbeiten am Schießplatz
„
Es arbeiten sich freiwillig mehrere Kameraden
morgen Sonnabend 4 Uhr dortselbst zur Stelle zu
sein, um das Nötige noch zu tun. 12 Uhr Schluß
Döll. den 14./9.1929
Versammlung
Anwesend: 20 Mitglieder
Tagesordnung:
Festsetzung des
Königsschießens u. Prämienschießen
Eingangs der Versammlung
begrüßt der Vors. das ehemalige Mitgl. Krd.
Fischer … (?)
Kalle, welcher sich zufällig hier befindet.
Der Kassierer Krd. Wilhelm
gibt dann ein Überblick über Einnahme bezw.
Ausgabe unseres Sommerfestes u. ist wtl. Mit
einem kleinen Überschuß zu rechnen.
Zur Aussprache kommt das
Königsschießen am 1.9. bei welchem Krd. Tenner
den besten Schuß abgab. Im Verein bestehen
Zweifel über die Rechtmäßigkeit dieses
Schießens, da die Gewehre wohl nicht ganz
einwandfrei funktionierten. Der Vors. schlägt
vor, eine Komission zu wählen, welche nochmals
mit Krd. Tenner Rücksprache nimmt, ob er auf die
Königswürde besteht oder nicht. Eine Abstimmung
ergibt einstimmig, dass der König die Austragung
der Königswürde rechtsmäßig erfolgt ist.
Die Komission besteht aus den
Kameraden Poppe, Schemmel u. Herrmann.
Eine weitere Abstimmung
ergibt einstimmig, für die Abhaltung des
Prämienschießens u. findet am 22.9. statt.
Anschließend ist í
öffentl. Tanz. Auf Anregung des Vors.
erklären sich mehrere Krd. bereit, Preise für
das Prämienschießen zu stiften.
Mit ganz besonderer Freude
nimmt die Versammlung von der Mitteilung
Kenntnis, daß auch unser ehemaliges Mitglied
Krd. Fischer Kalle einen entsprechenden Preis zu
stiften gewillt ist.
Auf Anregung des Krd. Boltze
stellt der Vors. zur Aussprache: Nachwuchs durch
Aufnahme von Jugemdlichen, welche das 20.
Lebensjahr heute sich haben, zu schaffen. Der
Beschluß ist ein- stimmig für Aufnahme.
Wer fährt zum Kreiskriegertag
am 29. Oktober nach Ortrand? Wird vertagt auf
nächste Versammlung.
Mit großer Genugtuung der
Versammlung beschließt auf Vorschlag des Vors.
der Verein, den Krd. Fischer Kalle als die
Ehrenmitgliedschaft anzubieten, welche von
diesem bewegten freudigen Ereignis angenommen
wird. Hierauf erfolgte die Einteilung der
Kassierer des Eintrittsgeldes (Saal) bezw.
Tanzordner.
Als Schlusswort führt der
Vors. mit anerkennenden Worten an, daß sich die
Kameraden mit großem Interesse an der Erbauung
unseres neuen Schießstandes beteiligt haben u.
dankte
mit herzl. Worten. Schluß
Anwesend: 18 Mitgl.
Döllingen, den 5.10.29
Versammlung
Tagesordnung: 1) Beerdigung
d. Krd. Krippendorf
2) Zeichnen v. Anteilen z.
Schieß- standbau
3) Verschiedenes
Der Vors. Krd. Weber widmet
dem dahingegangenen Krd. Krippendorf, herzl.
Worte der Teilnahme. Die Versammlung erhebt sich
von den Plätzen als letzte Ehrung.
Krd. Krippendorf wird in
Elsterwerda beerdigt.
Der Verein wird ihn dort
selbst zur letzten Ruhe- stätte begleiten.
Die Musik stellt wie üblich
der Verein.
Antreten
¾
2 Uhr
Montag den 7.10. im Vereins- lokal.
Pkt. 2. Erledigung der
Anteilscheine d. Baues des Schießstandes.
Baumeister Kd. Lange
überreicht dem Verein die Rechnung, die wieder
Erwarten niedriger gehalten ist u. größte
Zustimmung seitens des Vereins erhält.
Das letzte Preisschießen
erzielte einen Überschuß von 100 M, die sofort
zur Abzahlung der Schuld verwandt werden.
Der Verein hält morgen
Sonntag ein Übungsschießen ab, woran sich die
Kameraden recht rege beteiligen möchten.
Die Versammlung beschließt
erneut die Musik u. Kranz der durch Tod
scheidenden Kameraden zu stellen u. Unkosten
entstehenden Unkosten durch Umlage zu
ersetzen.
Krd. Lange (Baumeister)
erhält heute eine Gesamt- summe von 530 M. Es
verbleibt eine Restsumme von 142,46 M.
Unter Verschiedenes wird den
Kameraden eine kleine Überraschung zuteil in
Form eines Kasten Bieres, den Krd. Tümmler
spendet.
Krd. Laurentsch erklärt sich
unter Pt. Verschiedenes bereit, dem Verein
gelegentlich ein Gewehr zu stiften.
1930
Döllingen, den 4.1.1930
Generalversammlung
Anwesend: 22 Mann
Tagesordnung
1. Bericht über die
Vereinsarbeit im verfloss. Jahr
2. Vorstandswahl
3. Beschluß über die
Abhaltung eines Wintervergnügens
4. Verschiedenes
Mit den herzlichsten
Neujahrswünschen (unter besonderer
Berücksichtigung des anwesenden alten Kameraden
Rentsch welcher im 81. Lebensjahre steht)
eröffnet der Vors. die
Versammlung.
Es folgt nun ein Rückblickí
d. alt. Jahres des Vors., welcher von
großer Arbeit hinsichtlich des Schießstandbaues
usw. zeugt.
Zum Pkt.2. Vorstandswahl. Der
Vorsitzende u. dessen Stellvertreter lehnen eine
Wiederwahl erst mal ab.
Der Vors. Krd. Weber
übernimmt, nach Aufklärung einiger Mängel, die
einstimmige Wiederwahl an.
Hiermit erklärt sich der
Gesamtvorstand einschl. des 2. Vorsitzenden die
Wiederwahl anzunehmen.
Zur Erledigung des Pkt.3
kommt man über- ein, ein Vergnügen abzuhalten.
Es stimmen dafür 14 Mitglieder. Eine längere
Aussprache ergibt: Rücksprache mit der Musik,
betreffs Festlegung des Tages, zu halten.
Unter Pt. Verschiedenes
wünscht der Vors. für das kommende Jahr ein
Programm der Festlich- keiten festzulegen.
11. Mai : Anschießen !
5. Juli : Sommerfest
7. September: Abschießen &
Preisschießen
Als Weihnachtsgeschenk erhält
der Verein 1 Gewehr vom Kameraden Karl
Laurentsch, wofür ihm er sogl. Dank von seiten
der Kameraden zuteil wird.
Die Einzäunung des
Schießstandes ist zerstört u. soll umgehend
erneuert werden.
Betreffs der Finanzierung des
Wintervergnügens (siehe unten)
Es wird folgender Beschluß
einstimmig gefaßt: Die Nachbarvereine Plessa u.
Kahla stets zum Wintervergnügen einzuladen.
Ferner werden sämtliche Familienangehörige der
Mitglieder ein- geladen. Söhne die das 21.
Lebensjahr í
erreicht haben müssen, falls sie sich am
Vereinsvergnügen beteiligen wollen, Mitglied
werden. Bis zur Stimmbe- rechtigung, die sie
nach zweijähriger Mitglied- schaft erlangen,
haben diese die Hälfte des Viertelj.Beitrages
0,50 RM zu zahlen.
Auf einen
Dringlichkeitsantrag d. Krd. Boltze ein
betreffs: Finanzierung des Wintervergnügens.
Soll durch Umlage 1,- M
pr. Mitgl. erhoben werden. Es wird durch
Beschluß einstimmig festgelegt.
Döllingen, den 7. März 1930
Versammlung
Anwesend: 13 Mitglieder
Tagesordnung
1.) Festsetzung eines
Teaterabends zu den Oster- feiertagen
2.) Verschiedenes
Zu Pt. 1. In Ermangelung von
befähigten Spie- lern, muß von der Durchführung
eines Theaterabends abgesehen werden.
Zu Pt. 2. Zwecks Planierung
des Platzes vor dem Schießstand, finden sich die
Kameraden am 23. des Mts., frühmorgens 7 Uhr
dort- selbst ein.
Döllingen, den
Versammlung
Anwesend 13 Mitglieder,
Tagesordnung
1. Stellungnahme zum
Rücktritt des
I.
u.
II.
Vorsitzenden,
evtl. Neuwahl.
2. Verschiedenes
Es wird beschlossen:
Zu Pkt. 1. An die Herren
Vorsitzenden heranzutreten, um sie zu bitten, in
diesem Jahre noch weiter den Vorsitz zu
übernehmen. Der Be- schluß ist einstimmig.
Zu Pkt. 2. Betreffs Bezahlung
der Verbandsbeiträge wird beschlossen: 25 M zu
zahlen u. für den Restbetrag ein
Schenkungsgesuch einzureichen.
Einstimmig wird beschlossen,
dass am 6. Juli (wie vorgesehen) das Sommerfest
stattfindet. In Anbetracht der schlechten
finanz. Lage, soll nach Möglichkeit zugesehen
werden, um von dem Fest einen kleinen Gewinn zu
erzielen. Die Musik zu besorgen verpflichtet
sich Krd. Laurentsch. Bei günstigem Preisangebot
der Musik, soll Kirchgang gehalten werden.
Königschießen findet
traditionsgemäß statt. Der Verein (d.h. einige
Kameraden) stiften hierzu eine Königscheibe.
Zwecks weiterer Besprechung
der Ausgestaltung des Festes findet kurz vorher
nochmals eine Versamm- lung statt.
Weiter wird beschlossen: Beim
Kreisverband bezügl. der Haftpflicht Erkundungen
einzuholen. Am 2. Feiertag (Pfingsten) soll ein
Gesellschafts- schießen stattfinden.
Döllingen, den 19./6.1930
Versammlung
Anwesend 21 Mitglieder
1. Neuwahl des
I.
u. II.
Vorsitzenden
2. Festlegung des Programmes
des am 6. Juli stattfindenden Sommerfest
3. Einladung des
Kriegervereins Kahla (Fest am 29/d
4. Verschiedenes
Die Versammlung wird
vertretungsweise vom Schriftführer eröffnet, da
der I.
Vors. Krd. Weber sein
Amt den Vorsitz endgültig
niedergelegt hat.
Zu Pkt.1 Vorschläge zum
I.
Vors. Krd. Otto Beger
„" „" „" Karl Laurentsch
Einstimmig wird der Krd. Otto Beger zum
I.
Vors.
gewählt, er nimmt die Wahl
an.
Für den
II.
Vors. ergibt Krd. Laurentsch ergibt es
ebenfalls eine einstimmige
Wahl, worauf Krd.
Laurentsch ebenfalls annimmt.
Zu Pkt. 2 egibt die
Musikfrage eine rege Aussprache.
Es soll mit der
Hohenleipischer Kap. entgültig abgeschlossen
werden.
Zur Abwicklung des Festes
wird folgendes festge- legt: Kirchgang
(erfordert Rücksprache mit d.H.Pastor)
Königschießen 10 Uhr
Auszug z. Fest 1 ½
Uhr
Preisschießen 3 Sch. 1,-M
Probeschuß 0,20M
(Preise werden auf Grund der
Einnahmen verteilt)
Saaleintritt 20 Pfg.,
Tanzgeld 1,-M
Einzeltour 3 = 20 Pfg.
Einteilung d. Mannschft.
Zu Pkt. 3 nimmt der Verein an
dem Sommer-
fest Kahla teil. Abmarsch 1
Uhr
Zu Pkt. 4 stellt Krd. Weber
den Antrag: Statt oder für das Ständchen bringen
der Musik, freiwillig 1,M in die Vereinskasse zu
zahlen. Das Ständchen bringen d. Musik fällt
somit in Fortfall.
Vorliegender Antrag wird von
der Versammlung gutgeheißen.
Anwesend 24 Mitglieder
Versammlung Döll. 9. Aug.1930
Tagesordnung
1. Aufnahme neuer Mitglieder
2. Bericht über Sommerfest
3. Beschlussfassung über das
Abschießen
4. Verschiedenes
Der Vors. begrüßt die
Kameraden u. gibt seine Freude über den guten
Besuch zum Ausdruck.
Er geht zu Pkt.1 über u.
begrüßt die neuen Mitglieder Hermann Brundisch
u. Hans Faulwasser,
Zu Pkt.2 gibt der Vors. einen
Überblick über den Verlauf bezw. finanziellen
Abschluß des Sommerfestes
bekannt. Er schließt mit
einem Reingewinn von 94,53 RM ab, worüber mit
voller Zufriedenheit von den Kameraden Kenntnis
genommen wird.
Zu Pkt.3 beschließt der
Verein am 7. September ein Abschießen
abzuhalten. Es erklären sich 12 Kameraden
bereit, hierzu Preise zu stiften.
Ausmarsch 1 Uhr. Musik soll
die Döll. Kap. stellen. Saaleintritt 20 Pfg.
Tanzgeld 1.-RM Einzeltänze 3 = 20 Pfg.
Mitglieder haben freien Eintritt. Zu Pkt.4
Antrag des Krd. Boltze: dem König künftig eine
Unterstützung von 15 M zu gewähren, wird mit 20
Stimmen angenommen. Es soll hierdurch
í soll
eine gerechtere Durchführung des König-
schießens durchgeführt werden.
Der Vors. gibt noch einige
Eingänge bekannt.
Betreffs Wanderpreisschießen
, welches in Lauchhammer stattfindet sind als
Schützen gewählt Krd. oder erklären sich
teilzunehmen Krd. Wilhelm, Krd. Weber, Krd.
Beger.
Zum Weiteren geht ein Antrag
von Krd. Weber ein der dahin geht: In der
Adventszeit soll eine zwang- lose Zusammenkunft
mit Angehörigen stattfinden. Der Antrag wird
allgemein sehr gut geheißen u. wird einstimmig
angenommen und soll am 13. Dez. durchgeführt
werden.
Der diesjährige
Kalenderbedarf beläuft sich auf ca. 20 Exempl.
Schluß
Döll. 25/10.30
Versammlung
Tagesordnung: 1. Bericht über
das Abschießen
2. Aussprache über den am
13./12 stattf. Familienabend
3. Verschiedenes
Anwesend: 20 Mitglieder
Der Vors. begrüßt die
erschienenen Kameraden u. gedenkt gleichzeitig
der großen Grubenkatastrophe in Alsdorf
wobei ca. 260 deutsche Männer starben. Die
Kameraden erheben sich vom Platz.
Zu Pkt.1. dankt der Vors. für
die gespendeten Preise. Krd. Wilhelm (Kassierer)
gibt Ein- u. Ausgaben bekannt, wonach noch ein
Überschuß von ca. 71,-RM gebucht werden kann.
Zu Pt.2. erklären sich der
Vors. u. Krd. Weber bereit, die Ausgestaltung
des Familienabends vorzubereiten. Allgemein
besteht die Stimmung, í
daß die Feier in dem Vereinszimmer
stattfinden soll.
Eine weitere Aussprache geht
dahin, einen Ausschuß zu bilden, welcher aus den
vorgeschlagenen Kameraden Beger, Weber, Boltze
u. Herrmann besteht.
Pkt. 3 Auf Vorschlag des
Vors. wird auch in diesem Jahre der Verein , der
gefallenen Kameraden am Toten- sonntag durch
Kirchgang u. Kranzniederlegung am Totensonntag ,
ehren. Von Musik will man, mit Rücksicht auf die
schlechte finanz. Lage , in diesem Jahre Abstand
nehmen.
An den kommenden Verbandstag
werden die Kameraden Laurentsch, Weber, Herrmann
voraussichtlich teilnehmen.
Auf Anregung des Vors. u.
gleichzeitigen Antrag des Krd. Weber soll ein
Unterstützungsgesuch für den Krd. Richter u. der
Witwe Hofmann eingereicht werden.
Zu dem 83. Geburtstage des
Krd. Rentsch beschließt die
die Versammlung, dass der
Verein geschlossen mit Musik antritt, um den
greisen Kameraden zu gratulieren. Antreten
½
8 Uhr. Die Bezahlung der Musik wird von den
Kameraden getragen.
In besonderer Ehrung wird
einstimmiger Beschluß gefaßt, den Kameraden
Rentsch zu seinem Geburtstage die
Ehrenmitgliedschaft auszusprechen. Auf
nachträglichen Antrag d. Krd. Laurentsch, soll
beim Verband angeregt werden, ob noch die
Einrichtung besteht, dass der Verband für
Kameraden die den 80. Geburtstag feiern,
Hindenburgbilder als Geschenk gegeben werden.
1931 11. Januar
Erschienen: 22 Mitgl.
Generalversammlung
Tagesordnung
1. Jahresbericht
2. Rechnungslegung
3. Bericht über
Kreis-Kriegertag
4. Neuwahl des
Gesamtvorstandes
„" „" Fechtmeisters
5. Verschiedenes
Der Vorsitzende begrüßt die
Kameraden mit dem Wunsche, dass uns das neue
Jahr das bringen möge, welches unser aller
Wunsch ist: Eine bessere wirtschaftliche Lage.
Zu Pkt.1. Der Vorsitzende
gibt einen ausführ- lichen Bericht des
vergangenen Jahres.
„" Pkt.2. erläutert Kassierer
Krd. Wilhelm Einnahme u. Ausgabe der
Vereinskasse, sie schließt ab: Einnahme : 688,59
Ausgabe : 599,29
bleibt 89,30 RM Guthaben.
Die Entlastung, wird nach der
Prüfung der Kasse erfolgen.
Die Prüfungskommission
besteht aus den Kameraden: Oswald Heyda u. H.
Brundisch
Zu Pkt.3. erhält Krd.
Herrmann das Wort um einen eingehenden Bericht
zu erstatten.
Kd. Vors. Beger gibt weitere
diesbezügl. Aufschlüsse einiger angeschnittener
Punkte.
Gleichzeitig machte der Vors.
davon Mitteilung, daß die vom Verein gemachten
Unterstützungs- gesuche von Erfolg waren: Es
haben erhalten Krd. Richter 25 M, Ww. Hofmann 20
M .
Zu Pkt.4 Auf Zuruf: Der alte
Vorstand möge im Amt bleiben, wird dieser ein-
stimmig wiedergewählt.
Es erfolgt die Wahl eines
Fechtmeisters.
Auf Vorschlag wird Krd. P.
Rößler einstimmig gewählt.
Pkt. 5 kommt der Vors. auf
den Austritt bezw. Eintritt von Mitgliedern, als
Ergänzung zum Jahresbericht zu sprechen, er gibt
bekannt: Zur großen Armee abberufen: Krd.
Heinrich Hofmann Verzogen: Krd. O. Boltze
Eingetreten: Krd. Brundisch,
Faulwasser, Joh., Oswald Wilhelm jun. u. Krd.
Primas.
Zu der bevorstehenden
Wiederkehr der 60. Reichsgründung am 18. Januar,
wird der Verein eine entsprechende Feier halten,
welche sich bereits in Vorbereitet
findet. <
(Originaltext)
Bezügl. des Gesuches betreffend Haftpflicht an
den Verband, ist keine Antwort erfolgt u. hat
sich der Verein entschlossen, eine Versicherung
bei der
Landesfeuerzoizieätät
aufzunehmen. Die Zustimmung erfolgt durch
einstimmigen Beschluß.
Das Zur Festlegung des
Programms der Festlich- keiten für das kommende
Jahr wird beschlossen: Am 7. März
Wintervergnügen
3. Mai Anschießen
5. Juli Sommerfest
30. August Abschießen
abzuhalten
Der Vors. gibt bekannt, dass
künftig eine Unterstützung seitens des Vereins „
an die Kriegs- gräberfürsorge in Fortfall kommt,
da lt Rund- schreiben dies von dem Verband
erledigt wird. Auf Beschluß der Versammlung soll
bei der nächsten Verbandssitzung eine Anfrage
gerich- tet werden, inwieweit sich finanziell
der
Staat in dieser Organisation
sich beteiligt.
Versammlung 7. März 1931
Anwesend: 19 Mitglieder
Der Vorsitzende begrüßt die
erschienenen Kameraden u. geht zur folgenden
Tagesordnung über:
1. Wintervergnügen
2. Anschießen
3. Verschiedenes
Es wird beschlossen:
Zu Pkt. 1. wird das
Wintervergnügen fast einstim- mig abgelehnt.
Zu „" 2. findet am 3. Mai
endgültig das Anschießen statt. Die Abstimmung
stimmt ist einstimmig dagegen dafür .
Ferner wird einstimmig beschlossen: Dem
Vorstande zur Beschaffung der Musik Vollmacht zu
erteilen.
Zu Pkt.3. Nach Erledigung
einiger weniger wichtiger Pkte. geben die Prüfer
í über die
Kassenführung der Jahre 1928-30 Bericht. Zu
beanstanden ist nichts gewesen u. wird dem
Kassierer durch den Vors. Entlastung erteilt.
Auf Antrag d. Krd. Schemmel
eine Hülle z. Fahne zu schaffen erbietet sich
der Vors. das Erforderliche dafür erledigen zu
wollen. Hierauf wird die Versammlung
geschlossen.
Döllingen, den 28. April
1931
Versammlung
Anwesend 12 Mitglieder :
Tagesordnung:
1. Anschießen
2. Vershiedenes
Zu Pt. 1. wird beschlossen:
Das Anschießen auf den 10. Mai zu verlegen, da
es zu diesem Tage der hiesigen Musik passt. Als
Ent- schädigung erhält die Musik pro Mann 8,- RM
u. stellt 4 Mann.
Bezügl. der Beschaffung der
Preise, erklärt sich der Krd. Laurentsch bereit,
Preise zu annehmbaren Preisen zu beschaffen u.
zwar sollen es mindestens 10 Preise sein.
Antreten wird auf 1 Uhr
festgesetzt.
Ferner erklären sich die
Kameraden Laurentsch u. Wilhelm bereit, den
Schießstand ordnungsmäßig vorzubereiten.
Einladungen sollen ergehen an
die auswärtigen Mitglieder sowie an die
befreundeten Nachbar- vereine wie Kahla &
Plessa.
Das Anschießen soll durch
Inserat im Kreisblatt bekanntgegeben werden.
Zu Pkt. 2. Der Vors. Stellv.
Krd. Laurentsch schlägt vor dem Vorsitzenden
Krd. Beger, welcher sich im Krankenhaus infolge
einer Beinverletzung, befindet, einen Gruß zu
senden, was sofort zur Ausführung kommt.
Es folgt, verschiedenen
Einladungen von benach- barten Vereinen zu
erledigen u. zwar beabsichtigt der Verein
teilzunehmen:
Gröden 7. Juni ca. m. 20
Mann.
Döllingen, den 30.5.31
Anwesend: 20 Mann
Versammlung
Tagesordnung:
1. 60jähriges Jubiläum Gröden
2. Bericht über Anschießen u.
Beschlussfassung
über Sommerfest
3. Gründung einer
Jugendgruppe
4. Verschiedenes
Der Vorsitzender begrüßte die
Kameraden, bedankt sich unter a. für den frdl.
Gruß den man ihm während seiner Krankheit nach
Halle sandte.
Zu Pkt. 1. Ist dem Verein
Gröden bereits schriftlich die Be- teiligung
zugesagt. Die Stimmung ist auch heute für
unbedingte Beteiligung u. ergibt die
Zusage=ca 21 Mann. Die Frauen sollen hierzu
eingeladen werden.
Zu Pkt. 2. Der Kassierer Krd.
Wilhelm gibt den finanziellen Ausklang unseres
Anschießens bekannt.
Er schließt ab, mit einem
Überschuß von 27,68M
ab.
Das Sommerfest welches, wie
geplant am 6.Juli statt- finden soll,
wird durch Abstimmung mit erheblicher Mehrheit
entgültig auf diesen Tag festgesetzt.
Zu Pkt 3. Nach längerer
Debatte wird darin eine Einigung gefunden, die
Kameraden welche Söhne hierzu stellen können,
alles Mögliche zu tun, um hierin zum guten Ziel
zu kommen.
Zu Pkt. 4. Werden einige
unbedeutsame Angelegenheiten besprochen.
Der Vors begrüßt ein neues
Mitglied u. zwar Paul Kümmel; welcher seinen
Beitritt erklärte.
Anwesend: 24 Mann Döllingen,
den 28./ VI.(?)
1931
Versammlung
Tagesordnung
1. Fest am 5./
VIII.
1931
2. Jugendgruppe
3. Verschiedenes
Der Vorsitzende begrüßt die
Erschienenen u. wird zur Tagesordnung
übergegangen.
In Erörterung steht die
Musikfrage, die dahin geregelt wird, dass die
Hohenleip. Kap. spielt zum Preise von 70 RM.
Ferner wird beschlossen:
½
2 Uhr Ausmarsch.
Das Königschießen findet 7
Uhr statt ½
7 Uhr antreten. Einmarsch und Eröffnung des
Tanzes 7 Uhr.
Eintrittsgeld 20 Pfg.
Tanzgeld 80 Pfg.
Vereinsmitglieder bezahlen
ebenfalls voll.
Schießaufsicht Krd. R.
George, II.
Vors. Krd Laurentsch Scheibenbedienung: Osw.
Wilhelm usw.
Preise des Schießens:
Probeschuß: á 15 Pfg.(3 Schuß 0,75 RM) Zu Pkt.2
erläutert der Vors. nochmals kurz Zweck u. Ziel
sowie seine Bedeutung überhaupt.
Eingefunden haben sich heute,
auf Grund ergangener Einladung: Paul Heinrich
Hermann Wilhelm
Heinz Wilhelm Hermann Heide
Herm. Hentschel
Herbert Heinrich
Richard Grünberg
Gerhard Beger
Der Vorsitzende begrüßt die
Erschienenen und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß
diese Organisation zu einem guten Erfolg sich
auswirken möge. Die Zustimmung der Versammlung
ist ein- stimmig. Darauf findet eine
Verpfichtung des Vorsitzenden durch Handschlag
statt.
Die Wahl eines Führers wird
auf die
nächste Versammlung vertagt.
Zu Pkt.3 wie üblich soll auch
in diesem Jahre eine Bekanntmachung d. Festes im
Kreisbl. stattfinden, welches einstimmig
beschlossen wird.
Auf Vorschlag d. Vors. wird
der Kamerad Hans Faulwasser zum Scheibenwart
ein- stimmig gewählt.
Bezügl. eines Schreibens u.
Festsetzung einer Strafe von 40 RM des
Musikschutzverbandes Berlin, hat der Verein
Einspruch erhoben. Eine Anwort von Berlin ist
bisher nicht eingegan- gen.
v. g. u.
(vorgelesen,
genehmigt, unterschrieben)
Herrmann Beger
Schriftführer Vorsitz.
Anwesend: Döllingen, den
22./8.31
Versammlung
Tagesordnung
1. Bericht über Sommerfest
2. Beschlußfassung über
Abschießen
3. Verschiedenes
Zu Pkt.1 Der Vors. begrüßt
die Kameraden wie üblich. U.a. streift er in
kurzen Zügen das Sommerfest u. kommt zu dem
Resultat daß es trotz der schlechten Aussichten,
welche durch durch ein unvorhergesehenes
Gewitter eintraten, noch als gut zu bezeichnen
ist.
Der Kassierer Krd. Wilhelm
gibt dann den finanziellen Ausgang bekannt u.
zwar ergibt die Rechnung in d. Einnahmen u.
Ausgaben ein + von 3,04 RM.
Den besten Schuß auf die
Königscheibe gab der Krd. Kurt Wilhelm ab.
Nochmals vom Vors. beglückwünscht, überreicht
dieser dem König die verdiente Ehrenscheibe,
welche von S. Majestät des Vorjahres Krd. Otto
Boltze gestiftet wurde.
Zu Pkt.2 Ist lt. Protokoll
das Abschießen vom Januar am 30. August
vorgesehen. Die Versammlung ist einstimmig für
die Abhaltung des Ab- schießens u. soll am 13.
September ent- gültig stattfinden. Wie
alljährlich soll auch im diesen Jahr ein
Tänzchen den Tag beschließen. Die Musik stellt
die Ortskapelle „
Preise werden z.T. von den
Kameraden ge- stiftet, den Rest will man aus der
Vereinskasse entnehmen.
Zu Pkt.3 Betr.
Wanderpreisschießen des Kreiskriegerverbandes
werden zur Teilnahme folgende Kameraden
bestimmt: 1. Wilhelm W.
Beger, Weber, Faulwasser.
Der Tag ist noch nicht
festgesetzt.
Als neues Mitglied der
Jugendgruppe begrüßt der Vors. den Max George.
S Schluß
Döllingen, am 17./11.1931
Anwesend:
Versammlung
Tagesordnung:
1. Bericht über Abschießen
2. Reichsgründungsfeier 18.
Januar
3. Verschiedenes
Der Vors. eröffnet unter
herzl. Begrüßungswor- ten die erschienenen
Kameraden u. erteilt dem Kassierer das Wort zur
Berichterstattung über Pkt.1:
Z. Pt.1 hat die Einnahme
ergeben 127,95 R
Ausgabe 51,30 „"
bleibt 76,65 RM
Der Vors. stellt fest, daß
dies ein guter Abschluß ist u. dankt den
Kameraden gleichzeitig für die gespendeten
Preise.
Pkt.2 Auf Anregung des
Kreisverbandes soll im allgemeinen mit Rücksicht
auf die Not, der schlechten wirtschaftlichen
Lage möglichst von Vergnügungen abgesehen werden
dagegen will man die 50 Wiederkehr der
Reichsgründung möglichst intensiv zu/gedenken.
Zu einer entgültigen Regelung
kommt es noch nicht. Es wird die Angelegenheit
vertagt.
Pkt.3 Die Heldenehrung am
Totensonntag, soll auch in diesem Jahr
durchgeführt werden, u. zwar durch Kirchgang,
Kranzniederlegung am Denkmal
usw.
Gleichzeitig wurden die
diesj. Kalender f. 1932 verteilt.
Der Vors. gibt noch einen
kurzen Bericht
über den letzten Verbdstag in
Elsterwerda.
Geschlossen
1932.
Verhandelt Döllingen, 2.
Januar 1931
Versammlung
Anwesend: 33 Mitgl.
Tagesordnung:
1. Jahresbericht
2. Rechnungslegung
3. Neuwahl des
Gesamtvorstandes
4. Verschiedenes
Der Vorsitzenden begrüßt die
Kameraden unter Hin- í
weis auf die äußerst ernste Zeit in
der wir uns augen- blicklich befinden ohne
Aussicht auf Besserung, die uns auch wohl kaum
das neue Jahr bringen wird.
Gleichzeitig glaubt sich der
Vors. einer sehr ernsten Pflicht erledigen zu
müssen, indem er zweier Kame- raden in höchst
anerkennenden Worten gedenkt, welche zur großen
Armee abberufen wurden. Es sind die Kameraden
Eduard Rößler u. der Ksvbds. Vors. Faust. Unter
Erheben von den Plätzen, gedenkt man letztere
bes. zu ehren.
Z. Pkt.1 gibt der Vors. einen
kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr. Es
sind unter anderen 2 Kameraden (Rentsch u.
Rößler zur großen Armee abbe- rufen.
Ausgeglichen wurde diese Verlust durch einen
Eintritt von 3 Kameraden. Insgesamt wurden 7
Versammlungen abgehalten, die einen
Durchschnittsbesuch von 67 % aufweisen. Ein ver-
hältnismäßig guter Besuch.
Z. Punkt 2 gibt der
Rechnungsführer Krd. Wilhelm die Rechnungslegung
des vergangenen Jahres bekannt. Die Rechnung
schließt ab:
In der Einnahme: 648,77 RM
Ausgabe: 485,92 „"
bleibt Kassebestand: 162,85
„"
Z.Pkt.3 Auf Vorschlag aus der
Versammlung heraus, der Gesamtvorstand möge die
Wahl auch im neuen Jahre den Vorstehen Vorsitz
führen, entschließt sich
der Vorstand die Wahl erneut
anzunehmen.
Z. Pkt. 4 Verliest der Vors.
ein Anschreiben, welches sich auf die Übernahme
des vorläufigen Vorsitzes des Krsverbdes.
bezieht, welche sich durch den Tod des Vors.
Faust erforderlich machte. In Erörterung kommt
die Abhaltung des Wintervergnügens. Die
Versammlung beschließt einstimmig für eine
Abhaltung desselben, u. zwar wird der 23. Januar
dafür bestimmt. Die Musik stellt die Döllinger
Kap. Bezügl. des Vergnügens gibt der Vors.
einige Auf- klärungen u. Erläuterungen, die an
für sich un- bedeutend sind.
Als neues Mitglied wird Krd.
Oswald Oberi.d.V.aufge-
nommen.
Dem Verein wird im neuen
Jahre ein Geschenk zuteil u. zwar durch
Entgegenkommen des Vors. u. seines
Stellvertreters, beide erklären sich bereit das
lang ersehnte Telefon für den Schießstand zu be-
schaffen. Bezahlung erfolgt durch die
Vereinskasse, hierfür geben die Genannten
Anteilscheine dem Verein zurück.
Der Plan für die kommenden
Jahre stattfindenden Vergnügen wird wie folgt
festgelegt:
1. Mai Anschießen
3. Juli Sommerfest
28. August Abschießen
Nachtrag: Zur Entlastung des
Kassierers macht sich die Prüfung der Kasse
notwendig. He
Vorschlag: Hermann Oswald
Heide, Paul Rößler beide nehmen als Prüfer die
Wahl an.
v. g. u.
Herrmann Beger
Schftf. Vors.
Döllingen, den 2. April 1932
Anwesend: 37 Mitglieder
Versammlung
Tagesordnung:
1. Aufnahme neuer Mitglieder
2. Anschießen
3. Verschiedenes
Nach Eröffnung der
Versammlung begrüßt der Vors. Krd. Beger die
erschienenen Kameraden und geht zu der
Tagesordnung über:
Zu Pkt. 1: Seit längerer Zeit
ein seltener aber doch erfreulicher Pkt. der
Tagesordnung! Unter diesem Gesichtspunkt begrüßt
der Vors. die erschienenen neuen Kameraden u.
ergibt die Abstimmung eine einstimmige für die
Aufnahme in unseren Reihen.
Es sind folgende Kameraden:
1. Hermann Bieler
2. August Plötz
3. Fritz Gärtner
4. Ewald Heinrich
5. Arno Hietschke
Zu Pkt. 2 Das diesj.
Anschießen mit anschl. Tanz wird einst.
beschlossen u. findet am 1. Mai statt. Die
übliche Abwicklung u. Vorbereitung derselben
wird dem Krd. Vors. überlassen.
Zu Pkt. 3 Gibt der Vors.
bekannt, dass die Prüfung der Kasse nunmehr
stattgefunden hat u. nichts zu beanstanden war.
Es wird dem Kassierer Krd. Wilhelm Entlastung
erteilt. Der Vors. dankt dem Kass. besonders für
seine
korrekte Führung der
Vereinskasse.
U.a. gedenkt der Vors. dem
stattgef. Winter- vergnügen u. stellt mit
Genugtuung fest, daß auch das Vergnügen als gut
gelungen angesehen werden kann.
v. g. u.
Herrmann Beger
Schriftf. Vors.
Döllingen, den 11. Juni 1932
Versammlung
Anwesend: 30 Mann
Tagesordnung:
1. Aufnahme neuer Mitglieder
2. Bericht über Anschießen
3. Sommerfest
4. Verschiedenes
Es wird beschlossen:
Zu Pkt.1 Als neues Mitglied
wird der Gast- wirt Berthod Schiemangk
aufgenommen. Er erhält bei der Abstimmung
die absolute Mehrheit.
Zu Pkt.2 gibt der Vors. einen
kurzen Bericht über das am 1. Mai stattgefundene
An- schießen. Es wurde ein Überschuß von ca. 48
RM erziehlt u. kann somit als gut ge- lungen
angesehen werden.
Zu Pkt.3 Das sommerfest soll
wie vorge- sehen, auch in diesem Jahre
stattfinden. Die Musik wird von der Biehla’er
Kapelle Hesse zu dem Preise von 50 RM .
Abgestimmt wird hierfür fast einstimmig.
Tratitionsgemäß findet auch
der übliche Kirch-
gang statt. Im weiteren wird
noch über die Abwik- kelung des Festes selbst
gesprochen.
Zu Pkt.4 Es meldet sich als
neues Mitglied Oswald Ziesche, er wird
einstimmig aufgenom- men.
Kamerad Weber stellt den
Antrag zur geisti- gen Betätigung im
Vereinsleben das Buch „"Das alte Heer" zu
beschaffen. Es wird be- schlossen, das Buch zu
beschaffen, Bezahlung erfolgt aus der
Vereinskasse.
Eine Anregung des Krd. Weber
unsere im Weltkrieg gefallenen Kameraden, einen
Gedenk- stein innerhalb der Kirche zu geben,
wird an- genommen u. soll bei der nächsten
Versam- lung auf die Tagesordnung kommen. Um
dieses weiter zu erörtern, will man über die Art
des selben noch Erkundigungen ein- ziehen.
v. g. u.
Herrmann Beger
Schriftführer Vors.
Versammlung am 3. September
1932
Anwesend:
Tagesordnung:
Pkt.1 Beschlußfassung über
Änderung des
Beschlusses vom 6.4.1929
stfr.Beitrag v.5 RM
Pkt.2 Abschießen
Pkt.3 Verschiedenes
Zu Pkt.1 Der Beschluß vom
6.4.1929 unter Pkt 3 Abs.4 wird durch
einstimmigen Beschluß aufgehoben u. dahin
geändert, daß jedes M neues Mitglied 2,- RM (wie
früher) an den Verein Eintrittsgeld
Döllingen, den 13. August
1932
Anwesend: 29 Mitgl.
Versammlung
Tagesordnung:
1. Bericht über Sommerfest
2. Schießen mit Plessa
(Kriegerverein)
3. Gründung eines Fonds zur
Beschaffung einer Ehrentafel in der Kirche.
4. Verschiedenes.
Der Kamerad Vors. Beger
eröffnet die Versammlung. Er gedenkt mit kurzen
Worten der Besatzung der Niobe, die infolge
Unwetters auf dem Meere den Heldentod fanden.
Die Versammlung ehrt die gefallenen Kameraden
durch Erheben von den Plätzen.
Zu Pkt.1 gibt der Vors.
nochmals einen kurzen Rückblick. Der Kass. legt
Rechnung u. ist ein Überschuß mit 31,74 RM zu
verzeichnen. Demnach kann man auch diese
Veranstal- tung als gelungen bezeichne
Zu Pkt.2 Auf Anregung des
Vors. soll ein Gesellschaftsschießen mit dem
Verein Plessa stattfinden. Es entwickelt sich
eine längere Aussprache darüber. Da diese
Einrichtung zum erstenmal u. versuchsweise
stattfindet, will man von der Festlegung eines
festen Programms vorläufig absehen.
Der Beschluß ist für die
Veranstaltung.
Tanz findet nicht statt.
Zu Pkt.3 wird beschlossen,
diesem Fond 50 % des Kriegervereins einer jeder
Veranstaltung des Vereins, zuzuführen.
Zu Pkt.4 werden verschiedene
Eingänge bekanntge- geben.
U.a. finden Neuaufnahmen
statt. Es mel-
den sich zum Verein:
Friedrich George u. Richard Ober. Die Abstimmung
für Aufnahme ist ein- stimmig.
Geschlossen:
Herrmann Vors.
Schriftführer Beger
Versammlung am 3. September
1932
Anwesend:
Tagesordnung:
Pkt 1 Beschlußfassung über
Änderung des Beschlusses vom 6.4.1929, btfs.
Beitrag v. 5,-RM
Pkt 2 Abschießen
Pkt 3 Verschiedenes
Zu Pkt 1 Der Beschluß vom
6.4.1929 unter Pkt 3 Abs. 4 betreffs
Verpflichtung eines neuen Mitgliedes zur Zahlung
von 5 RM, wird durch einstimmigen Beschluß auf-
gehoben. Ein neues Mitglied hat nach wie vor 2,-
RM Eintrittsgeld zu zahlen.
Zu Pkt 2 Von dem effiz.
Abschießen will man in diesem Jahre absehen, da
der Verein erst kürzlich ein
Gemeinschaftsschießen mit den Nachbarvereinen
Plessa u. Hohenleipisch hatte. Es findet dafür
ein Übungsschie- ßen des Vereins am 18.
September statt.
Zu Pkt 3 Der Vors. gibt
nochmals bekannt, daß am 11. Sept. 1932 das
Verbandsschießen in Mühlberg stattfindet. Der
Verein nimmt durch eine Abordnung teil.
Neuaufgenommen wird der
Kamerad Reinhold Drasdo. Die Aufnahme ist
einstimmig.
Der Vors. heißt ihn herzl.
willkommen.
Herrmann Beger
Schriftführer
Verhandelt Döllingen, den 16. XI.
1932
Anwesend:
Der Vorsitzende begrüßt die
Kameraden zur heutiger Versammlung. Anschließend
gedenkt er mit markigen Worten dem 85.
Geburtstage unseres alten Feldherrn des
Reichspräsidenten von Hindenburg, welche von den
besten Wünschen begleitet u. in einem dreifachen
Hoch ausklingt.
Die Tagesordnung umfaßt
lediglich die Feier am Totensonntag. Es findet
wie alljährlich ein Kirchgang statt,
anschließend die Gedenkfeier am Ehrenmal der
gefallenen Kameraden.
Unter Pkt. Verschiedenes,
findet die Aufnahme eines neuen Kameraden statt;
es ist Richard Rümpel.
Weiter wird noch über einiges
geschäftliches und sonstiger Angelegenheiten
verhandelt. An der Beerdigung unseres
Jugendlichen, í
Herbert Heinrich welcher am 14.11.32
Plötzlich verstarb, nimmt der
Verein durch Fahnenabordnung teil.
Herrmann Beger
Schriftführer Vors.
Verhandelt Döllingen, den 7.
Januar 1933
Anwesend: 41 Mitglieder
Jahreshauptversammlung
Tagesordnung:
1. Jahresbericht
2. Kassenbericht
3. Wahl des Gesamtvorstandes
4. Wechsel der Lokale bei
Versammlungen u. Veranstaltungen
5. Wintervergnügen
6. Verschiedenes
Der Vorsitzende eröffnet die
Versammlung. Er begrüßt die erschienenen
Kameraden u. gibt besonders seine Freude über
den guten Besuch zum Ausdruck. Unter den besten
Neujahrswünschen schließt er seine
Begrüßungsworte.
Anschließend händigt der
Vors. dem Kameraden Oswald Heinrich für
40jährige Treue des Vereins das Hindenburgbild
als einzigartige Auszeichnung aus. Kamerad
Heinrich dankt für die Anerken- nung. Der
Vorsitzende geht zur Tagesordnung über:
Zu Pkt 1 wird auf die nächste
Versammlung vertagt.
Pkt 2 folgt der Kassenbericht
vom Krd. Wilhelm als Kassierer. Nach Verlesung
der Ein nahme u. Ausgabe ergibt sich
í ein
Kassenbestand von 217,35 RM.
Zur Prüfung werden die
Kameraden Paul Rößler, Reinhold George, u Oswald
Heinrich vor- geschlagen, sie nehmen an. Der Tag
der Prüfung wird der Kommission überlassen. Pkt
3 Auf Vorschlag den Gesamtvorstand wiederzu-
wählen, wird dieser einstimmig wieder- gewählt.
Der Gesamtvorstand wird ferner durch einstimmige
Wahl erweitert durch
1. Reinhold Herrig als
stellvertr. Schriftführer
2. Kurt Wilhelm „" „"
Kassierer
Der Gesamtvorstand u. die
letzteren nahmen die Wieder- bzw. Neu-Wahl
an.
Weiter gehört zum Vorstand
3. Paul Rößler als Fechtwart
4. Reinhold George als
Schießunteroffizier
Pkt 4 bringt der Vors. zum
Ausdruck, daß er auf Wunsch verschied. Krd.
diesen Pkt. auf d zur Verhandlung stelle, da der
Verein 2 Gastwirte als Mitglieder führe.
Im Anschluß hieran wünscht
er, daß diese Aussprache nicht zum Zwiespalt im
Verein führen möchte u. gibt nochmals die
Grundzüge über Wesen u. Ziele des Vereins unter
sehr anerkennenden Worten bekannt.
Pkt 5 die Mitglieder sind für
ein Vergnügen. Es findet am 18. Februar statt.
Hieran folgen Erläuterungen
betrffs. des Musik- schutzverbandes durch den
Vors.
Zu Pkt 6 wird das Programm
der Veranstaltungen des Vereins für das Jahr
1933 festgelegt.
Anschießen: am 7. Mai
Sommerfest: „" 2. Juli
Abschießen: „" 17. September
Der Vors. behandelt noch
weitere Geschäfts- eingänge . U.a. soll der
Schießstand in Ordnung gebracht werden.
Die Mützenfrage soll in
diesem Jahre zum Abschluß kommen.
Das Rundschreiben des
Krs-kriegerverbandes wird verlesen. Der Vorstand
desselben wünscht dem Verein zum Jahreswechsel
das Beste.
Eine besondere ehrenvolle
Pflicht glaubt sich der Vorsitz. dadurch zu
entledigen indem er den Antrag stellt die alten
Kameraden
Gottlieb Hofmann
Karl Richter
als Ehrenmitglieder zu
ernennen. Die Abstimmung ist einstimmig.
Mit einem Schlußwort u. unter
Gesang der 3. Str. des Deutschlandliedes erklärt
der Vors. die Versammlung für
I.
Teil als
beendet.
Es folgt ein gemütliches
Zusammensein.
Herrmann Beger
Schriftführer Vorsitzender
Verhandelt: Döllingen, den
14. April 1933
Anwesend: Mitgl. (Karfreitag)
Tagesordnung:
1.) Aufnahme neuer Mitglieder
2.) Anschießen
3.) Verschiedenes
Der Vors. begrüßt die
Kameraden. Zur Einleitung weist er auf die große
Zeit hin, in der wir heu te leben. Wenn noch zur
Zeit der letzten Versammlg. die Uneinigkeit des
deutschen Volkes zu beklagen war, so war es
wohl kaum nach 4 Wochen das Gegenteil. W
Unvergeßlich soll auch für uns Kameraden jener
30. Januar sein, an dem sich die großen Führer
unserer Zeit die Hände zur großen nationalen
Vereinigung reichten. Ihnen gebürt der Dank des
Volkes. Mit dieser großen Vereinigung sei es
wieder die Fahne „"schwarz, weiß, rot", der wir
uns treu f nun für immer ergeben wollen.
Zu Punkt 1. melden sich neu
zum Verein:
Reinhold Engel, Johann
Schneider,
Oskar Lentzsch, Paul Bräunig,
Richard Poppe, Karl Richter,
u.
Heinrich Manig aus Kahla.
Die neuen Kameraden werden
unter mahnenden Worten dem Verein gemäß seiner
Tradition die Treue zu halten vom Vors.
verpflichtet.
Krd. Manig aus Kahla wird mit
der Bedingung unter í
einst. Abstimmung der Versammlung nur
im Verein aufge- nommen, wenn er im Bruderverein
Kahla ebenfalls Mitglied bleibt. Er schei-
det hier wieder automatisch
mit seinem Austritt aus dem Kahlaer
Kriegerverein ebenfalls aus.
Zu Pkt 2 Das Anschießen wird
auf den 14. Mai verlegt. Der Vors. bittet die
Krd. die noch in der Lage sind zu diesem Tage
einen Preis zu stiften.
Nachdem verschiedene
Festsetzungen in Bezug auf Abwicklung des Tages
festge- legt wurden, ging der Vors. zum nächsten
Punkt über.
Zu Pkt 3. Der Kassenprüfer
Krd. Paul Rößler er- stattet Bericht über
Kassenführung u. Prüfung derselben, es ergab
sich daß die Kasse von Krd. Wilhelm einwandfrei
geführt wurde u. sich Beanstandungen erübrigten.
{
Auf Befehl (Rundschreiben vom
6. III.
1933)
des Kreiskriegerverbandes findet von jetzt ab,
zufolge der nationalen Erhebung die Heldenehrung
am Sonntag (Reminiscenz Volkstrauertag) jeden
Jahres statt.
{
. Hierauf erfolgte die Entlastung des
Kassenführers.
Der Verein beabsichtigt in
Zukunft sich eine ein- heitliche Uniform zu
schaffen. Mit Rücksicht auf die schlechte
wirtschaftl. Lage vereinzelter Krden. muß
vorläufig davon abgesehen werden. Es wird
beschlossen sich vorerst eine Mütze zu schaffen.
Die künftige Farbe wird feldgrau sein. Der
machende Mützenmacher nimmt ca. 30 Aufträge
entgegen.
Herrmann Beger
Schriftführer Vors.
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