Der Ortsname

 

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Auszüge aus „Beiträge zur Döllingener Chronik“

                              von Kurt Hofmann (Kontakt)

Im Verlauf der Zeit wurde in verschiedenen Niederschriften unser Heimatdorf unterschiedlich benannt. So sind nachstehende Benennungen in jeweiligen Zeitdokumenten nachgewiesen:

 

Zwischen 1388 und 1419 Dolgan

1438 Dolgen

1463 Dolgan

1490 Dolgn

1501 Dollgnn

1529 Dolge

1545 Dolligenn

1555 Dolge

1578 Dolga

1580 Dolgan

1618 Dolgen, Tolgau und Dollingen

1752 Döllingen und Dolga

Bis 1945 mundartlich Dellingen und auch Dolche

 

Das macht deutlich, dass es keine zeitlichen Abgrenzungen der Bezeichnung gegeben hat. So taucht Dolgan sowohl um 1388 bis 1419 wie auch 1580 auf. Oder auch die leichte Abwandlung Dolgen 1438 wie 1618.

In der Sorbischen Sprache ist in vielen Wörtern die Vorsilbe „dol“ enthalten. So z.B. bei Tal, Mulde, Pfuhl, Dorfteich, Delle herab, hinab usw.

Außerdem verwandten die Sorben auch die Silbe „dolg“ bei der Bezeichnung von Seen. So gibt es den Ort Dollgen bei Lübben am Dolger See. Weiterhin gibt es den Dollgen See bei Schwaan, bei Templin, bei Stralsund und bei Neustrelitz.

Daraus folgert der Verfasser des Buches „Die Ortsnamen des Kreises Liebenwerda“, dass die Bennennung des Dorfes nach dem früher im Döllingener Forst gelegenen See benannt sein könnte.

Der Döllingener See war ausgesprochen länglich geformt. Die Ausmaße wurden so beschrieben: „Der See ist ¾ Stunden lang und ¼ Stunde breit“. Da man etwa in einer Stunde 6 km läuft, muss man sich die Ausdehnung des Sees in der Länge etwa von Döllingen bis Elsterwerda vorstellen.

Dieser See ist mit der Anlegung des Floßgrabens unter August den Starken und später zusätzlich des Neugrabens nach und nach weitestgehend verlandet. Der Loben mit seinen Moorvorkommen und den Seerosenteichen zeugt noch heute vom ehemaligen See.

Soweit die vermutliche Erklärung der ersten Silbe des Ortsnamens.

Auch die Endung des Namens lässt einige Vermutungen zu.

Dazu sollen aus den o.a. Erwähnungen

 

1490 Dolgn

1501 Dollgnn

1618 Dollingen

1752 Döllingen

 

herausgegriffen werden. Hiervon kann man ableiten, dass mundartlich aus dem ursprünglichen Dolgan bzw. Dolgen, also aus dem gan/gen das gn bzw. gnn wurde. Erinnert sei daran, dass die Bewohner in unserer Region in der damaligen Zeit noch zum größten Teil Wenden waren. Sei es nun eine deutschsprachige Amtsperson oder ein Pfarrer, oder sei es der zunehmend höhere Anteil deutscher Bewohner, die aus den gan/gen gn/gnn ein ingen machten, Das allerdings ist nicht zu ergründen, aber es ist denkbar.

Ein Blick auf die Landkarte zeigt ganz grob gesehen, dass Orte mit der Endung „ingen im wesentlichen in Deutschland ausgehend von der Linie Braunschweig westlich der Elbe bis zur westlichen Staatsgrenze in Richtung Süden vorkommen. Auch in Österreich sind sie zu finden.

Dass es deutsche Zuwanderer in unserer Region auch besonders aus Franken gegeben hat beweisen einige Ortsnamen, so z.B Frankenau, oder auch die Frankenmühle im Schraden. Die Aussage „altfränkisch“ war noch oft zur Zeit meiner Kindheit zu hören. Damit wurden Menschen bezeichnet die sich nicht an die Mode hielten, oder alten Bräuchen nachgingen. Auch sei auf die Anlage der Bauernhöfe, in unserer Gegend verwiesen. Die so genannten Dreiseitenhöfe, die als fränkisch gelten.

Informationen im Internet weisen darauf hin, dass diese Ortsgründungen mit der Endung „ing“ auf die Zeit der Völkerwanderung (4. bis 6. Jahrhundert) zurückgehen und auf den Volksstamm der Alemannen zurückzuführen sind.

Die Bedeutung des Wortteiles „ingen“ ist mir leider unbekannt. Interessant ist, dass es auch in der Flora und Fauna oft die Endung „ing“ gibt. So z.B. bei Pilzen Pfifferling; Grünling usw. oder in der Vogelwelt Sperling ect.

 

 

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