Kriegerverein

"Übersetzer" der Chronik: Ingo Triebe

„Übersetzer“ der Chronik: Ingo Triebe

Die Chronik des Kriegervereins wurde von Herrn Klaus Rößler bei Aufräumarbeiten gefunden und der SG Döllingen zur Verfügung gestellt.
Da die Chronik in alter deutschen Handschrift vorlag, musste diese erst „übersetzt“ werden. Jene schwere Aufgabe wurde von unserm Schützenkameraden Ingo Triebe übernommen. Dafür sei Ihm hiermit noch einmal gedankt.

Aus sicherlich verständlichem Grund wird der Inhalt nur bis 1933 veröffentlicht.

Kriegerverein-Gruppenbild

Kriegerverein im Jahre ….

 


Chronik des Krieger-Vereins Döllingen


Deckblatt der Chronik

Deckblatt der Chronik


Anmerkungen des Übersetzers: Von der Kopie des Originals, in Sütterlin geschrieben, zur Verwendung in der Schützen-Gilde Döllingen 1876 e.V., gegr. 1993, umgeschrieben von Ingo Triebe, orthografisch und stilistisch mit dem Original übereinstimmend, d.h. von mir wurde nichts geändert.

[heute nicht gebräuchliche Begriffe sind von mir erläutert; für 100% richtige Darstellung von Kürzeln verbürge ich mich nicht]
von mir hinzugefügt wurden Hinweise zu Geschehnissen und Personen, die in dieser Chronik erwähnt werden.

Inventar-Verzeichniß des Krieger-Vereins zu Döllingen am 23.I.1906

Gegenstand Mark Bemerkungen
Eine Fahne mit Nägel und Bänder 400
Eine Trommel 25
Ein Tambourmajorstab 10
Zwei Trauerstäbe mit Flohr 3
Zwei Querpfeifen bef. bei Laurentzsch 10 Geschenk von H. v. Plötz
Ein Bild, Kaiser Wilhelm der Große 10 Geschenk von H. v. Plötz
Ein Ordenskissen 6 Geschenk von Fräulein B. Schuster
Ein Medalion, Kaiser Wilhelm II., u. Kaiserin Auguste Victoria
Schießprämie III. Preis aus Elsterwerda 10 gest. vom Kreis-Krieger-Verband Liebenwerda
ZUSAMMEN 474
Handbuch für Kr.Ver. 2 vom Kr.Kr.Verband 1909 geschenkt erhalten
Vereinsstempel 2
Am 23.XII.10 4 Gewehre, Jägerbüchse Mod. 71 erhlt. Kiste u. Gurth18 Sa. 496
8.I.13 Ein Infantr. Gewehr M. 71 502 geschenkt von E. Große 6

№ 1. Der Kriegerverein wurde am 12. Febr. 1876 gegründet;

zum Vorstand wurden gewählt die Kameraden: zum Hauptmann Friedrich Lentzsch, zum Adjutant der Töpfermeister Ed. Rößler, zum Zahlmeister Wilh. Klare. 1894 den 10. August trat der Verein zum deutschen Kriegerbund, und die Chargen wurden daher umgeändert: Hauptmann zum Vorsitzenden, Zahlmeister zum Kassenführer, Feldwebel zum Schriftführer.

Kamerad Friedrich Lentzsch legte seine Charge am 1. Juli 1878 nieder, und wurde an seiner Stelle der Kamerad August Schuster gewählt. Schuster ist heute noch Vorsitzender und erhielt am 24. September 1903 vom Kreis-Krieger-Verband das Kreuz für 25jährige Mitgliedschaft im Vorstande. Kamerad Klare wahr volle 25 Jahre Kassenführer vom 12. Februar 1876 (Gründungstag) bis 12. Februar 1901, und legte seine Charge wegen hohen Alter (76 Jahre) nieder, erhielt vom Kr.Kr.Verb. das Kreuz für 25jährige Mitgliedschaft im Vorstand, an seiner Stelle wurde der Kamerad Moritz Wilhelm gewählt.

Kamerad Ernst Große wurde zum Schriftführer am 1. Oktober 1878 gewählt und erhielt vom Kreis-Krieger-Verband am 24. September 1903 das Kreuz für 25jährige Mitgliedschaft im Vorstande.

Kamerad Karl Rentzsch wurde am 1. Januar 1879 zum Adjutant gewählt, diese Charge wurde zum stellvertretenden Kassenführer umgeändert, Kamerad Rentzsch erhielt am 24. September 1903 vom Kreis-Kriegerverband das Kreuz für 25jährige Mitgliedschaft im Vorstande.

Die Vereinsfahne wurde bei Gründung des Vereins angeschafft; angefertigt hat dieselbe der Kaufmann Ley in Plessa, für den Preis von 350 Mark; Kamerad Friedrich Lentzsch legte das Geld für die Fahne aus, und erhielt dasselbe Ratenweise vom Verein zurück. Eingeweiht wurde die Fahne im Sommer 1876, die Weiherede hielt Herr Pastor Hirsch aus Hohenleipisch.

In früheren Jahren, von 1876 bis circ. 1890 wurde dem Verein von Polizeilicher Seits, viele Schwierigkeiten bereitet, z.B. mußte der Stern aus der Fahnenspitze (Fahnenstange) entfernt werden, weil er dem eisernen Kreuz ähnlich war, auch mußte der preußische Adler, welcher in Seide gestickt auf der einen Seite der Fahne sich befand, heraus, die herausnahme des Adlers, sowie das Anfertigen eines Eichenkranzes mit der Inschrift „Treu und fest“, in Seide gestickt, hat wieder der Kaufmann Ley in Plessa ausgeführt. Alle diese Schwierigkeiten sind vom deutschen Kriegerbund beseitigt und jede Behörde sieht mit Achtung auf die Kriegervereine dessen höchster Protektor Sr. Majestät der deutsche Kaiser ist.

Döllingen, den 24. Januar 1906       E. Große, Schriftführer

№ 2. Döllingen, den 24. Januar 1906

Der Vorstand des Kriegervereins in Döllingen besteht aus nachverzeichneten Kameraden:

  • August Schuster, Vorsitzender seit I. VII. 78
  • Ernst Große, Schriftführer seit I. X. 78
  • Moritz Wilhelm, Kassenführer seit 12.II. 01
  • Eduard Rößler, Stellvertr. Vorsitzender seit I.8.91
  • Karl Rentzsch, Stellvertr. Kassenführer I. I. 79
  • Heinr. Hofmann, Stellvertr. Schriftführer und Feldwebel des Vereins seit 12. II.01

Der erweiterte Vorstand:

  • Friedrich Nowka, Beisitzer
  • Friedrich Lentzsch, Hauptmann z. d. resp. a. D.
  • Wilhelm Klare, Kassenführer a. D.
  • Eduard Beger, Fahnenträger
  • Reinh. Herrig, Fahnenträger u. Stellvertr. seit 1. 8. 02

D. d. 24. I. 06  E. Große, Schriftfr.

№ 3. d. 27. 1. 08

Das Kreuz welches der Kreis-Kr.-Verband an Vorstandsmitglieder für 15jährige, resp. 25jährige Mitgliedschaft im Vorstande verleihet, ist laut Bestimmungen des Kr. Kr. Verb., nach dem Tode des Inhabers, an den Kr. Kr. Verb. zurückzugeben.

№ 4 d. 27. 1. 08

Kaisers Geburtstagsfeier, sowie das Stiftungsfest; welches auf dem, den 1. August jeden Jahres am nächsten liegenden Sonntag fällt, wird in diesem Jahre bei Richter, und die Appelle bei Nowka abgehalten.

Den I. Januar jeden Jahres wird gewechselt, so daß vom I. Januar 1909, die Feste bei Nowka, und die Appelle bei Richter fallen.

№ 5

Ich Unterzeichneter bestimme, daß mein Gewehr Model 71 № 36151, nach meinem Tode, an den Verein als Eigentum übergeht.

Döllingen, den 27. Januar 1908       E.Große, Schriftführer

№ 6 d. 27. I. 08

An dieser Stelle mache ich aufmerksam, daß am 12. Febr. 1901 beim Festcomers (Kommers: aus bes. Anlass veranstaltetes Trinkgelage [bürgerl. Studenten] lat. > franz. ), des 25jährigen Bestehen des Vereins, im Nowka’schen Locale, verschiedene Schenkungen dem Verein gemacht wurden und zwar dahin lautend: „lebe ich noch bei der 50jährigen Feier des Bestehen des Vereins, u.s.w., so schenke ich dem Verein u.s.w.“ Die darauf bezüglichen Papiere mit eigenhändiger Unterschrift der Schenkenden, befinden sich bei den Acten des Vereins. Z. Zt. beim Vorsitzenden Kamerad Schuster. Unter den Schenkenden befand sich der als Ehrengast geladene, nicht Soldat gewesene Hüfner Wilhelm Bober.

Ernst Große, Schriftführer

№ 7 Der Kriegerverein zu Döllingen

von seiner Gründung im Jahre 1876 bis zum Jahre 1908.

In den sechziger und zu Anfang der siebziger Jahre des letztvergangenen Jahrhunderts bildete sich, gefördert namentlich durch die damaligen Kriege, wie in den Städten so auch in den größeren Dörfern Kriegervereine, mit dem Zweck:
„Verstorbenen Kameraden die letzte Ehre durch gemeinsame Teilnahme am Begräbniß zu erweisen und den Hinterbliebenen eine Beihülfe zu den Kosten des Begräbnisses zu gewähren, sowie Liebe und Treue für König und Vaterland und rechte Kameradschaft untereinander zu betätigen und zu pflegen.“

Der Kriegerverein des Nachbarortes Hohenleipisch, im Jahre 1865 gegründet, stand gleich vom Anfang an in hoher Blüte, und es traten denselben im ersten Jahrzehnt seines Bestehens eine Anzahl gedienter Soldaten auch aus hiesigem Orte bei. Der hier in Döllingen längst schon vielerseits gehegte Wunsch um Bildung eines Orts-Kriegervereins erfüllte sich, indem am 12. Februar 1876 23 gediente Soldaten zusammentraten und diesen Verein gründeten. Es waren dies: Friedrich Lentzsch, Gottlieb Poppe, Eduard Rößler, August Schuster, Ernst Große, Karl Rentzsch sen., Karl Rentzsch jun., Heinrich Hofmann, Gottlieb Hofmann, Eduard Lentzsch, Wilhelm Klare, Karl Hellmann, Friedrich Lehmann, Ernst George, Karl Schulze, Traugott Hänsgen, Traugott Voigt, Karl Nollau, Gottfried Krausch, Karl Ober, Gottfried Wagner, Heinrich Hauptvogel und Wilhelm Hauptvogel, diese letzteren beide aus Kahla.

Recht deutlich zeigte sich das rege Interesse für die Sache außer Andern dadurch, daß gleich die Anschaffung einer Vereinsfahne beschlossen wurde, trotzdem dass die Kosten dafür, bei der geringen Mitgliederzahl für den Einzelnen hoch waren. Schon im Juli des Gründungsjahres konnte die Weihe derselben vollzogen werden. Dies geschah unter sehr starker Beteiligung auswärtiger Kameraden.

Die stetige Bevölkerungszunahme des Ortes, sowie die Vermehrung des stehenden Heeres bewirkten ein andauerndes Wachsen der Mitgliederzahl des Vereins, diese hat sich seit Gründung fast verdreifacht und beträgt jetzt 63.

Seine Vereinsangelegenheiten regelt der Verein in vierteljährlichen abzuhaltenden Versammlungen.

Angeführt seien hier nun zuerst Feiern ernster Art. Bisher starben 14 Vereinsangehörige, welche der Verein durch gemeinsame Teilnahme am Begräbniß die letzten Ehren erwieß und zwar: Im Jahre 1879, Gottlob Große; 1882 Karl Schulze und Traugott Hänsgen; 1890 Karl Rentzsch sen.; 1891 Traugott Voigt; 1894 Ehrenreich Wilhelm, dieser war 1798 geboren, im Kriegsjahr 1815 schon Soldat und erreichte das hohe seltene Alter von 96 Jahren; 1898 starb Herr Hauptmann von Ploetz, derselbe war Ehrenvorsitzender und ein eifriger Gönner und Förderer des Vereins. Sein Tod war für den Verein ein sehr schmerzlicher Verlust. Er starb als Erster von den Mitgliedern des Vereins die an den Kriegen von 1866 und 1870/71 teilgenommen. Ferner wurden zur großen Armee abgerufen: 1899 Gottlieb Poppe; 1891 Gottfried Krausch; 1903 Traugott Hauptvogel; 1905 Ernst Grünberg; 1907 Wilhelm Heyde, Gottlieb Köhler und Friedrich Nowka. Diese drei Letztgenannten waren Kriegsteilnehmer, der Tod hielt im letzten Jahre leider zu reichliche Ernte unter den Männern welche den Stolz und die Zierde der Kriegervereine bilden.

Jetzt sind im Verein noch 12 Kriegs-Veteranen.

Erwähnt werden nun noch Feiern froher Art.

Der Verein feierte jährlich 2 Feste. Das erste zum Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers, das andere gewöhnlich in den ersten Tagen des Augustmonats. Diese Feste erfreuen sich der regen Teilnahme des Ortes. Den Anfang jeder dieser Feste bildet der gemeinsame Kirchgang. Beim Sommerfeste findet das Königsschießen statt. Der Besuch dieses Festes von Auswärts war immer ein recht reger. Viele kommen da aus der Ferne nach der Heimat. Auch die Nachbarvereine von Plessa, Kahla und Hohenleipisch stellen sich regelmäßig ein. Der hiesige Verein erwiderte dann diesen Besuch an deren Vereinsfesten.

An allen größeren Kriegervereinsfesten der näheren und weiteren Umgebung als: Fahnen- und Denkmals-Weihen und Jubiläumsfeiern hat sich der hiesige Verein fast stets beteiligt, in Folge dessen fanden sich am 7. Juli 1901 zur Feier des 25jährigen Stiftungsfestes eine so große Anzahl aus„ wärtiger Vereine und Gäste hier ein, wie der Ort niemals zuvor gesehen. Der Verlauf dieses vom herrlichsten Wetter begünstigten Festes war ein recht guter; zum Gelingen desselben haben namentlich auch die dem Verein nicht angehörenden Einwohner des hiesigen Ortes, in opferwilligster Weise sehr viel beigetragen.

Wertvolle Nägel als Geschenk erhielt hier die Vereinsfahne seitens des Kreis- Kriegerverbandes, der Vereine zu Gorden, Grünewalde, Bockwitz, Mückenberg, Plessa, Hirschfeld, Elsterwerda, Prösen, Biehla, Dreska und Kraupa, sowie von der Jugend, wie auch von den Bergleuten hier.

Fahnenschleifen stifteten: die Familie von Plötz, der Jugendverein und Fräulein Berta Schuster.

Anläßlich dieses Festes stiftete der Verein ein Kreuz für 25jährige Mitgliedschaft, dieses erhielten sofort August Schuster, Ernst Große, Wilhelm Klare, Karl Rentzsch, Heinrich Hofmann, Gottlieb Hofmann, Heinrich Hauptvogel, Ernst George, Karl Ober, Friedrich Lentzsch, Dolsthaida, und Wilhelm Hauptvogel aus Kahla. In folgenden Jahren erhielten dieses Kreuz noch: 1902, Eduard Beger; 1903, August Peschel; 1905, Karl Richter, Eduard Nadler und Hermann Poppe; 1906 der Töpfer Eduard Rößler und der Torfmeister Eduard Rößler; 1907 Karl Greger und 1908 Hermann Rößler.

Der hiesige Kriegerverein gehört seit dem 10. August 1894 dem deutschen Kriegerbunde an. Dieser Verband umfaßt rund 26.000 Vereine mit 2½ Millionen Mitglieder.

Das seitens des Kreis-Kriegerverbandes gestiftete Kreuz für 25jährige Tätigkeit im Vorstande erhielten aus unserm Verein folgende Kameraden: 1901, Wilhelm Klare, 1903 August Schuster, Ernst Große und Karl Rentzsch, und 1905 Friedrich Nowka. Das Kreuz für 15jährige Tätigkeit im Vorstande erhielt 1906 Eduard Rößler.

Möge der Verein weiter wachsen und blühen. Möge er stets sein eine echte, rechte Pflegestätte der Kameradschaft, und vornehmlich eine Pflegestätte der Liebe und Treue für Kaiser und Reich, für Fürst und Vaterland.

D. d. I. II. 08

№ 8 d. 28. 1. 08

Betreffs Orden-Verleihung! Gesuche um Verleihung des Kreuzes für 25jährige, resp. 15jährige Tätigkeit im Vorstande sind, laut Bestimmungen des Kreis-Kriegerverbandes, bis zum 15. Januar an den Vorstand des Kreis-Kriegerverbandes einzureichen, damit dieselben Kaisersgeburtstag zur Verleihung gelangen. Der hiesige Verein verleiht das Kreuz für 25jährige Mitgliedschaft im Verein ebenfalls Kaisersgeburtstag.

d. 28. 1. 08

№ 9 Polizeiliche Anzeigen!

Begräbnisse, Festaufzüge, Bälle, Schießen ectr. im Verein unterliegen der polizeilichen Anmeldung. Bei der Anzeige ist nie der Ausdruck  „bitte“ zu gebrauchen, weil dadurch der Polizei das Recht gegeben wird, das Ende (Stunde) des Festes zu bestimmen. Begräbnisse brauchen nicht mehr angezeigt werden.

№ 10 d. 28. 1. 08

Betreffs des Sommerfestes hat der Amtsvorsteher Herr Hochheim bestimmt: (Bestimmung vom I.Aug. 07) „Der Verein zeigt auch für den andern Gastwirt hiesigen Orts, bei welchem das Fest nicht fällt, die Musik für den Festtag auf dem Verein an, auch wenn der Verein an diese Musik gar nicht teilnimmt!“

 № 11 Am 11. Juli 1894

beim Begräbniß unseres ältesten Mitgliedes, des 96 Jahre alten Kameraden, Kriegsveteran aus den Freiheitskriegen, Stellmachermeister und Guts-Auszügler Ehrenfried Wilhelm, schenkten seine Erben dem Verein 20 Mark. Diese 20 Mark verwendete der Verein zur Anschaffung der Bundesabzeichen.

 № 12 Am 12. März 1903

beim Begräbniß des Kameraden, Gutsauszügler Traugott Hauptvogel, schenkte sein Sohn der Gutsbesitzer Kamerad Hermann Hauptvogel dem Verein 25 Mark.

 № 13 Döllingen, den 19. Juli 1908

Der Verein hielt gestern Abend seinen Zahlungsappell in Nowkas Gasthof ab, wobei gleichzeitig das diesjährige Fest besprochen wurde. Das Fest findet wie alljährlich im Rittergutspark statt; der Ball in Richters Gasthof; für Nowkas Gasthof wird die Tanzmusik von dem Verein beim Amtsvorsteher mit angezeigt; Schießstand baut der Kamerad Kassenführer Wilhelm, auch liefert derselbe die Gewehre sowie Munition, gegen Entschädigung, zum Schießen. Die Musik stellt Kamerad Rentzsch.

E. Große Schriftführer

№ 14 Döllingen, den 4. August 1908

Der Verein feierte am Sonntag den 2. August 08 sein diesjähriges Fest; eingeleitet wurde dasselbe am Vorabend mit Zapfenstreich. Morgens fand Reveille (Reveille: Wecksignal, [milit.] ) statt, worauf die Musik verschiedenen Personen Morgenmusik brachte. Um 8 Uhr ward geschlossen zur Kirche gegangen; nach der Kirche, nach abbringen der Fahne wurde weggetreten. Um ½2 Uhr wurde zum Feste angetreten. Der Festball fand in Richters Saale statt. Der Ort hatte Festgewand angelegt, verschiedene Ehrenpforten waren erbaut, besonders festlich geschmückt war die Straße im oberen Dorfe (Reuterweg), Ehrenpforte stand an Ehrenpforte und Flaggen wehten an Flaggen, wobei sich mit herstellen von Festschmuck besonders die Kameraden Kassierer Wilhelm und Sergeant Gärtner, wie alljährlich auszeichneten. Beim Königsschießen errang die Königswürde Kamerad Kohl, und der alte König, Kamerad Duterstedt wurde der Königswürde entbunden. Kamerad Kohl war vor 2 Jahren schon mal König, ist überhaupt ein Scharfschütze durch und durch. Der Festplatz war wie alljährlich der Rittergutspark, und Abends beim Einzug hielt Herr Rittergutsbesitzer Kamerad Günther eine Ansprache worin er betonte, daß er den Festplatz gern dem Verein zum Feste gebe, wünschte aber daß das Fest statt Anfang August, Anfang Juli falle, damit das Fest vor der Ernte stattfände, gedachte auch in ehrenden Angedenkens des früheren Rittergutsbesitzers, unseres verstorbenen Ehrenvorsitzenden Herrn Hauptmann von Plötz.

Beim Einzug hielt der Vorsitzende i.V. Leutnant Kamerad Rößler eine markige Ansprache, (das Kommando hatte der Vorsitzende, Hauptmann Schuster, wegen Krankheit, dem Leutnant Rößler übergeben) worin er nächst Gott unseren vielgeliebten Kaiser feierte, in ehrenden Worten gedachte er den 10jährigen Todestag des Fürsten Bismarck als den Baumeister des deutschen Reiches. Den Kriegsteilnehmern brachte er ein dreifaches Hoch.

Viele Häuser hatten beim Einzug illimuniert. (steht wirklich so geschrieben !) Der Ball fand in kameradschaftlicher Eintracht fast bis zum Morgen statt.

E. Große Schriftführer

№ 15 Döllingen, den 15. November 1908

Am 6. November 08 ging unser hochverehrter Vorsitzender, Kamerad Schuster plötzlich heim zur Großen Armee. Sein Tot reißt eine große Lücke in unsern Verein, und wir werden ihn oftmals schmerzlich vermissen; mit Rat und Tat, selbst mit Geldopfer ging er dem Verein stets voran, und wußte selbst in den schwierigsten Angelegenheiten stets den rich„ tigen Weg zu finden. Sein Andenken wird im Verein stets in Ehren gehalten werden. Schuster half den Verein, am 12. Februar 1876 mit gründen und wurde zum Fahnenträger gewählt. Am I. Juli 1878 trat Kamerad Friedrich Lentzsch als Hauptmann (Vorsitzender) zurück, an dessen Stelle wurde Schuster gewählt. Am 24. September 1903 erhielt er vom Kreis-Kriegerverband für 25jährige Mitgliedschaft im Vorstande das goldene Kreuz. Ueber 30 Jahre hat Kamerad Schuster mit jugendlichem Eifer als Vorsitzender unseres Vereins gewirkt und blieb Gott, dem Kaiser und dem Verein getreu bis in den Tod.

Ernst Große, Schriftführer

 

№ 16 Kaisers Geburtstag !

Der Kriegerverein feierte den Geburtstag Sr. Maj. des Kaisers am Sonntag den 31. Januar im Nowka’schen Saale. Vormittags 10 Uhr ging der Verein geschlossen zum Gottesdienst, wo Herr Pastor Fritz eine sehr schöne Predigt hielt, und auf die Feier des Tages besonders hinwies. Bei Eröffnung des Balles hielt der Vorsitzende Kamerad Rößler eine markige Ansprache, worin er Kaisers Geburtstag als Jubiläum, und dem Kaiser als den Erhalter des Friedens feierte, und die Kameraden zum heilighalten ihres Diensteides, und zur Treue zu Fürst und Vaterland ermahnte; seine Rede klang mit dem Kaiserhoch aus. Darauf wurde Kamerad Kohl mit dem Kreuz für 25jährige Mitgliedschaft im Verein decoriert. Dann trug die Sangesabteilung, unter Leitung des Herrn Hauptlehrer Krautwurst mehrere Gesangstücke recht gut vor, als erstes: „Dem Kaiser sei mein erstes Lied“!

Während der Kaffeepause wurde ein Teaterstück „Die Einquartierung“ recht humorvoll gespielt, welches die Lachmuskeln in reger Tätigkeit erhielt.

Am Tanz war eine rege Beteiligung, und Jung und Alt hielt bis zum Morgen aus, und jeder Kamerad nahm das frohe Bewußtsein mit nach Hause einen recht vergnügten Kameradschaftlichen KaisersGeburtstag gefeiert zu haben.

Döllingen, den I. Februar 1909 Ernst Große Schriftführer

 № 17 Döllingen, den 14. März 1909

Herr Leutnant Hermann von Plötz, Sohn des verstorbenen Rittergutsbesitzer Herrn Hauptmann von Plötz, wurde 1896 zum Ehrenmitglied des Kriegervereins ernannt, da der betreffende Herr aber bis heute nichts von sich hören ließ, und wir nicht wissen wo er ist, so wird die Ehrenmitgliedschaft als erloschen betrachtet: I.A.

Ernst Große Schriftführer

№ 18  „Abschrift !“ Döllingen, den 7. Juli 1901

Rapport des Krieger-Vereins-Döllingen seit seinem Bestehen, mithin von den verflossenen 25. Jahren, beim Jubileumsfest, den 7. 7. 01.

Der Verein wurde am 12. Februar 1876, von 25 Mitglieder gegründet, wovon 12 Mitglieder dem Verein noch angehören, es sind dies die Kameraden: Friedrich Lentzsch, August Schuster, Wilhelm Klare, Ernst Große, Karl Rentzsch, Heinrich Hofmann, Gottlieb Hofmann, Heinrich Hauptvogel, Wilhelm Hauptvogel, Karl Nollau, Karl Ober und Ernst George. Im Laufe der vergangenen 25 Jahre meldeten sich 65 Kameraden an. Ab gingen vom Verein: durch Abmeldung 20, durch Tod 13 Kameraden, so daß der Verein heute 57 Mitglieder und 1 Ehrenmitglied zählt, welches Herr Leutnant und Forst-Assesor von Plötz ist.

Veteranen aus den Kriegen 1864, 1866, 1870/71 zählt der Verein 14 Mann, außer diesen noch 2 Veteranen von 1848, welches der 79 Jahre alte Kamerad, Gutsauszügler Traugott Hauptvogel und der 76 Jahre alte Kamerad, Kassenführer a.D. Wilhelm Klare ist. Kamerad Klare führte die Kassengeschäfte des Vereins volle 25 Jahre mit treue und fleiß, und erhielt in Anerkennung seiner Pflichttreue vom Vorstande des „Elbe und Elster Verbandes“ die „Auszeichnung für 25jährige Mitgliedschaft im Vorstande“.

Unter den verstorbenen Kameraden befanden sich 2 Kriegs-Veteranen und zwar: der Stellmachermeister, Gutsauszügler Ehrenfried Wilhelm, welcher im Jahre 1894 im Alter von 96 Jahren starb, und Veteran aus den Befreiungskriegen war; er war kaum dem Knabenalter entwachsen als er an den Befreiungskriegen teilnehmen mußte, und den Anfang seiner Militairdienstzeit in der russischen Armee beim Schanzenbau bei Mühlberg begann. Der 2. Veteran war unser hochverehrter Ehrenvorsitzender Herr Hauptmann von Plötz, welcher Veteran aus den Feldzügen 1866, 1870/71 war, und 1898 starb. Ehre ihrem Andenken.“

№ 19 Döllingen, den 17. April 1909.

Betrifft die Wahl des Vorsitzenden !

Der Verein hielt gestern Abend seinen Zahlungsapell im Richterschen Gasthofe ab; auf der Tagesordnung standen: 1. Zahlung der Steuer des I. Quartals 1909. 2. Kyffhäuserfahrt. 3. Wahl eines Vorsitzenden an Stelle des Verstorbenen Kameraden, Vorsitzenden A. Schuster.

Zur Versammlung hatten sich die Kameraden fast voll vollzählich eingefunden. Die Steuer wurde wie üblich pro Quartal mit 60 M. bezahlt. Zu der am 13. u. 14. Juni oj. stattfindenden Kyffhäuserfahrt meldeten sich 7 Personen.

Bei der Wahl eines Vorsitzenden wurde der Vorsitzende-Stellvertreter Kamerad Ed. Rößler fast einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. An Stelle des Kamerad Rößler wurde der Obersteiger Kamerad Oppermann fast einstimmig zum Vorsitzenden-Stellvertreter gewählt. Beide nahmen die Wahl dankend an. Nachdem der Apell mit einem dreifachen Hoch auf Sr. Maj. unserm Kaiser geschlossen, blieben die Kameraden noch lange in feucht fröhlicher Stimmung beisammen.

E. Große Schriftführer

№ 20 Döllingen, den 15. Juli 1909

Betrifft das Fest 1909.

Der Verein hielt den 10. Juli oj. seinen Zahlungsappell ab, wobei betreffs des diesjährigen Festes beschlossen wurde: daß das Fest Sonntag den 25. Juli bei Nowkas und wie bisher gefeiert werden solle. Am 14. d. Mts. schreibt der Rittergutsbesitzer einen Brief an den Vorstand, worin er anzeigt: das, da der Verein seinem Wunsche, das Fest vor der Ernte zu feiern, nicht nachgekommen sei, er die Hergabe des Festplatzes verweigere und sich vom Verein abmelde.

Darauf wurde der Verein sofort zum Appell bestellt und beschlossen daß das Fest für Diesjahr vollständig ausfalle, dafür aber ein Ball den 12. September stattfinden soll.

Es war nicht fein von dem Herrn Rittergutsbesitzer den Festplatz dem Verein zu entziehen, und hat damit vielen Aerger und Unwillen nicht nur in den Verein, sondern auch in das ganze Dorf gebracht.

Das Fest wurde stets den nächsten Sonntag zum I. August, zur Erinnerung an die großen Gedenktage, 16. u. 18. August u. 2. September 1870 , gefeiert, wobei Rücksicht auf Hohenleipisch und Pleßa genommen wurde; dieses schöne patriotische Fest, welches seit 1876 im Rittergutspark gefeiert wurde, wurde durch den Rittergutsbesitzer Herrn Günther zerstört.

Ernst Große

№ 21 Döllingen, den 13. September 1909

An Stelle deß ausgefallenen Festes feierte der Verein gestern „Sedan“ mit Ball und Königsschießen; Kamerad Herr Förster Kieser hatte beim Herrn Forstmeister Jordan, Elsterwerda, die Erlaubniß eingeholt, daß der Verein den im fiskalischen Forst belegenen Schießstand benutzen durfte. Um 3 Uhr Nachmittags marschierte der Verein mit Musik nach dem Forsthaus, holte Kamerad Kieser ab, und marschierte von da nach dem Schießstand;

Die Königswürde errang Kamerad Hermann George; für Getränke hatte Frau Pützsch – und für die nötige Wurst der Fleischer Rentzsch gesorgt, die Musik spielte schöne Concertstücke, somit war das Königsschießen ein recht schönes, kameradschaftliches, im frischen grünen Wald gefeiertes Fest.

Nachdem der alte König (Kamerad Kohl) der Königswürde entkleidet, der neue König gehuldigt und der Abend heran rückte, marschierte der Verein, an welchen sich viele Nichtmitglieder und Gäste angeschlossen hatten, zurück nach dem Dorfe, direkt in Nowkas Saal., worauf der Ball nach kurzer Pause eröffnet wurde, die Beteiligung war eine sehr rege, auch hatten sich viele Kameraden und Gäste von Nah und Fern eingefunden.

Eine sehr wohl gesetzte Ansprache hielt der Vorsitzende Kamerad Rößler, worin er die Bundesgemeinschaft mit Oesterreich, die deutsche Armee und unserm Kaiser feierte, seine Ansprache schloß mit einem dreifachen Hoch auf dem Kaiser. Der Ball verlief in gemütlicher, kameradschaftlicher Eintracht. Jeder Kamerad nahm das Bewußtsein mit nach Hause ein schönes Fest gefeiert zu haben.

E. Große, Schriftführer

№ 22 Döllingen, den 21. November 1909

Tiefergriffen von schmerzlichem Mitgefühl wurde der Verein durch den Tot der unvergeßlichen treuen Gattin unseres hochverehrten Vorsitzenden Kamerad Ed. Rößler, welche an schwerer Operation am 18. d. Mts. in Dresden verstarb, und heute am Totenfest hier beerdigt wurde. Der Verein nahm am Begräbniß geschlossen teil, und legte am Sarge einen Kranz nieder.

Der Verein ruft ihr ein Ruhe sanft in die Ewigkeit nach.

Ernst Große  Schriftführer

№ 23 Döllingen, den 31. Januar 1910

Kaisers Geburtstag feierte der Verein am Sonntag den 30. d. Mts. mit Kirchgang. Abends fand Ball im Richterschen Saale statt; die Teilnahme war eine Zahlreiche und rege, Bierfeuchte, kameradschaftliche, während bis Morgens 3 Uhr.

Ansprache an den Verein und allen Anwesenden hielt der Königliche Förster Herr Kamerad Kieser worin er zur Liebe und Treue zu unserm Kaiser und angestamten Herscherhause ermahnte und mit einem dreifachen Hoch auf unseren Kaiser schloß.

E. Große

 № 24 Döllingen, den 25. März 1910

Auf den vom Verein gestelten Antrag, betreffs Unterstützung für die Wittwen Schuster und Köhler, erhielten dieselben am 22. März oj. aus der Kaiser Augusta Stiftung (Preußischer Landes-Krieger-Verband) jede eine einmalige Unterstützung von 9 Mark.

Diese Unterstützung war die erste die der Verein vom Deutschen Krieger Bund erhielt.

E. Große  Schriftführer

Döllingen, den I. April 1910

Auf Antrag des Vereins „Betreffs Unterstützung der Wittwen Schuster und Köhler“ erhielten dieselben aus der Kaiser Augusta Stiftung, am 22. März oj. jede 9 Mark einmalige Unterstützung.

E. Große Schriftführer.

№ 25 Döllingen, den 12. April 1910

Der Kriegerverein hielt am Sonnabend den 9. d. Mts. seinen Zahlungsappell im Nowkaschen Local ab; der Kassierer legte die Jahresrechnung, welche geprüft und richtig befunden wurde, es wurde ihm Entlastung erteilt, der Kassenbestand war 44 Mark. Dann wurde beschlossen für den Verein 4 Jägerbüchsen M 71 zu beschaffen; dieselben werden vom Artillerie Depot, durch die Kreis-Verbände, pro Stück 3 Mark abgegeben; die Bestellung dieser Gewehre besorgte der Schriftführer schriftlich. Sonntag den 10. d. Mts. bei der Vertreter-Versammlung des Kreis Verbandes in Liebenwerda, wo der Verein durch den Schriftführer vertreten war, erfuhr derselbe daß die nächste Gewehr Abgabe den nächsten I. Oktober erfolgt.

E. Große  Schriftführer

№ 26 Döllingen, den 8. Mai 1910

Gestern wurde das aelteste Mitglied des Vereins, Berginvalide Kamerad Friedrich Wilhelm Klare zur letzten Ruhestätte begleitet. Der Verstorbene war vielleicht einer der Letzten die noch am Leben sind, welche an dem Kriege gegen Dänemark 1848 teil genommen haben.

Klare war der 7. Sohn des Hüfners Klare in Kahla, geboren den 26. Dezember 1825. Patenstelle nahm an Sr. Hochselige Majestät König Friedrich Wilhelm III., weshalb der Verstorbene in der Taufe den Namen nach seinem hohen Paten „Friedrich Wilhelm“ erhielt.

Seine Militairpflicht genügte er von 1845 bis 1848 beim Kaiser Alexander Garde Grenadier Regiment № 1 in Berlin. Bei den Märzunruhen bildete die 8. Kompagnie, welcher Klare angehörte, die Besatzung des Königlichen Schlosses, wofür der König dieser Kompagnie die Bezeichnung „Ehren-Kompagnie“ gab. Nach Ausmarsch der Truppen aus Berlin ging das Regiment nach dem Kriegsschauplatz in Schleswig und nahm teil an der Schlacht bei Schleswig den 23. April 1848.

1876 half Klare den hiesigen Kriegerverein gründen, wobei er die Charge des Kassierers volle 25 Jahre vom Tage der Gründung, 12. Februar 1876 bis

12. Februar 1901 begleitete, und dann wegen hohen Alters, 76 Jahre alt, niederlegte. Er erhielt vom Elbe und Elster-Kriegerverband die Auszeichnung für 25jährige Mitgliedschaft im Vorstande.

Ein leuchtendes Beispiel treuer Pflichterfüllung, war er stets vorbildlich im Verein, und bewahrte alle militairische Tugenden treu bis an sein Ende. Körperlich ein Riese, jedoch in letzten Jahren sehr hinfällig geworden, bezwang ihn der Tod am 4. Mai. Der Verein wird ihm stets ein treues Andenken bewahren.

E. Große

№ 27 Döllingen, den 9. Mai 1910

Einladungen waren eingegangen von Prösen zur Feier des 25jährigen Bestehen des Vereins (Militair Verein) zum Sonntag den 19. Juni 1910. Ferner Einladung vom Krieger-Verein Elsterwerda zur Fahnenweihe Sonntag den 5. Juni 1910.

Die Einladung nach Prösen wurde abgeschrieben, die Einladung nach Elsterwerda angenommen und gestern 25 Mann, darunter sämtliche 10 Veteranen angemeldet.

E. Große Schriftführer

№ 28 Döllingen, den 14. August 1910

Der Kriegerverein feierte am Sonntag den 7. August sein diesjähriges Sommerfest. Sonnabend Abend fand Zapfenstreich, Sonntag früh Reveille und um 8 Uhr Kirchgang statt. In der Kirche wieß der Pastor Fritz besonders auf den Krieg 1870/71 hin, daß diese unsere Feier ein Jubileum sei, indem seit dem Kriege 40 Jahre vergangen und mancher Teilnehmer seitdem zur ewigen Ruhe gegangen sei. Um ½ 2Uhr wurde angetreten; die Veteranen wurden vom Verein mit Eichensträußchen geschmückt, der Vorsitzende Kamerad Rößler hielt eine kurze kräftige Ansprache und schloß mit einem vom Verein mit Begeisterung aufgenommenen dreifachen Hoch auf die Veteranen.

Dann Umzug im Ort und Auszug nach dem Festplatz, der Festplatz war die sog. Brache an der Ziegelei, die Genehmigung dazu war von der Direktion Pleßaer Werke eingeholt worden.

Das Schankzelt auf dem Festplatz hatte Gastwirt Richter, da das Fest bei ihm (Abends Ball) stattfand. Es war vom Vorstand beschlossen daß nur der Wirt bei dem das Fest stattfindet, das Schankzelt auf dem Festplatz baut, da der Festplatz etwas vom Dorfe abgelegen ist, würde derselbe nicht so sehr besucht sein wie der frühere im Rittergutsgarten, und wenn beide Wirte da herausbauen wollten, würden dieselben nicht auf ihre Kosten kommen. Die Königswürde errang Kamerad Oppermann, nachdem der alte König Kamerad Hermann George seiner Würde entkleidet und der neue König gehuldigt, fand gegen Abend der Einzug statt. Nach dem Einzuge sprach der Vorsitzende an allen die zu dem Gelingen des Festes beigetragen seinen Dank aus und schloß seine so schöne Rede mit einem mit Begeisterung aufgenommenen dreifachen Hoch auf dem Kaiser; nachher Ball.

Der Ball war nicht ganz so lebhaft wie sonst, weil in den umliegenden Orten überall Festlichkeiten stattfanden, es ging aber kameradschaftlich, gemütlich her, jeder teilnehmende Kamerad bezeichnete das Fest als ein wohlgelungenes.

Ernst Große  Schriftführer

№ 29 Döllingen, den 16. August 1910

Heute wurden die 72 bestellten Vereinskalender in Liebenwerda abgeholt und dem Ordonanz zur Verteilung übergeben.

Ernst Große

№ 30 Döllingen, den 24. Dezember 1910

Die vom Verein bestellten 4 Militairgewehre (Jägerbüchsen) № 1441L., 2569E., 5150G., 9473K., sind gestern vom Kr. Kr. Verband in Liebenwerda abgeholt worden. Bedingungen sind: Der Verein muß Besitzer der Gewehre bleiben, sollte der Verein aufgelößt werden, sind die Gewehre an die Militairbehörde zurück zu geben, auch ist für den daran entstandenen Schaden, bei der Zurückgabe, der Verein haftbar.

Ernst Große  Schriftführer

№ 31 Döllingen, den 28. Januar 1911.

Am 26. d. Mts. erhielt der Verein die Rechnung von den erhaltenen 4 Jägerbüchsen welche auf 17,60 Mark lautede, die Gewehre a 3,50 M = 14 M., Vepackung, Porto und sonstige Unkosten 3,60 M. = zus. 17,60 M. Der Verein hatte Unkosten für abholen der Gewehre aus Liebenwerda und Portos 1,05 M. mithin kosten die Gewehre in Summe 18,65 Mark.

Große  Schriftführer

№ 3 Vorstehende Rechnung wurde am 29. I. 11 an den Schriftführer des Kreis Kriegerverbandes in Liebenwerda abgeschickt.

Große

№ 32 Abschrift

Revers. (Revers: schriftl. Erklärung rechtlich bedeutsamen Inhalts)

Der unterzeichnete Vorstand bescheinigt hiermit von dem Artillerie-Depot in Erfurt 4 Büchsen 71, ohne Mündungsdecke erhalten zu haben, und verpflichtet sich, diese Gewehre wieder an das nächstliegende Artilleriedepot kostenfrei gegen Erstattung des Materialwertes zurückzuliefern, sobald der Verein aus dem Preußischen Landeskriegerverbande austreten sollte.

Außerdem verpflichtet sich der Verein, den ihm bekannt gegebenen Bedingungen für die Überlassung von Gewehren und Patronen an Kriegervereine entsprechend zu verfahren.

Döllingen den 29. Januar 1911

Der Vorstand Des Kriegervereins

gez. Rößler Große                          gez.M. Wilhelm

Vorsitzender Schriftführer            Kassenführer

№ 33 Döllingen, den 31. Januar 1911.

Der Verein feierte Kaisers Geburtstag Sonntag den 29. d. Mts. mit Kirchgang und Abends Ball im Nowkaschen Gasthof. Gleich nach der Kirche fand das Begräbnis des 25 Jahre alten Kameraden Militairinvaliden Karl Rentzsch statt. Im Ballsaal feierte der Vorsitzende Kamerad Rößler in seiner Ansprache Kaisers Geburtstag und dessen hohe Verdienste, den 40. Geburtstag des Deutschen Reiches und um die Verdienste des Reiches die Veteranen ermahnte die jungen Kameraden es den alten gleich zu tun, er sei aber auch der festen Überzeugung sollte Deutschland mit Krieg bestürmt werden, würden die jungen Kameraden es den alten gleich tun. Dann überreichte er mit gut gehaltenen Worten die vom Preußischen Landes-Kriegerverbandes gestiftete Auszeichnung „Das Kaiser Wilhelm I Denkmal auf dem Kypfhäuser“ für Kameraden welche länger als 20 Jahre im Vorstand tätig waren den Kameraden Schriftführer Ernst Große für 32 jährige Mitgliedschaft im Vorstande, und Kameraden Karl Rentzsch für 31 jährige Mitgliedschaft im Vorstande, er schloß mit einem mit Begeisterung aufgenommenen dreifachen Hoch auf dem Kaiser.

Der Ball verlief ungetrübt; besonders nahmen die Herren Kameraden Vorsitzender Rößler und Förster Kieser sich den Veteranen an und feierten dieselben mit Wort und Tat, jeder ging am frühen Morgen mit dem Bewußtsein nach Hause ein schönes Fest gefeiert zu haben.

Ernst Große Schriftführer

 № 34 Der Kriegerverein feierte Sonntag den 30. Juli sein diesjähriges Fest.

Der Festplatz befand sich an der Ziegelei. Die Hitze war an den Tagen wie alle Tage, sehr groß (35˚ C im Schatten) da jedoch ein frischer Ostwind blies, so war es erträglich. Gleich nach dem Gottesdienst fand die Wahl eines stellvertretenden Vorsitzenden statt, da der bisherige Kamerad Oppermann verzogen; die Wahl fiel auf Kamerad Osw. Heinrich. Am Nachmittag mußte Kamerad Heinrich das Kommando übernehmen, da der Vorsitzende Kamerad Rößler wegen den im Grünewalder Lauch ausgebrochene Waldbrand abgerufen wurde. Die Königswürde errang Kamerad Laurentzsch. Der Ball fand im Petsch schen Saale statt und verlief recht gut. Von Auswärtigen Vereinen war nur der Kahla’er erschienen.

Döllingen den 2. August 1911

Ernst Große  Schriftführer

№ 35 Döllingen, den 1. Februar 1912.

Der Kriegerverein feierte Kaisers Geburtstag den 27. Januar in Richters Saal. Den Abend zuvor fand Zapfenstreich statt. Der Ball begann um 7 Uhr; Fräulein Marta Rößler sprach einen Prolog; darauf hielt der Vorsitzende Kamerad Rößler die Festrede, welche mit einem mit Begeisterung aufgenommenen dreifachen Hoch auf den Kaiser endete.

Darauf folgte ein Einakter, „Rekrutenabschied“ welches sehr gut gespielt wurde und die Lachmuskeln in Tätigkeit erhielt. Für das nötige Naß sorgten die neu zum Verein hinzugetretenen Kameraden, sowie der König des Vereins, somit verlief die Kaisers Geburtstagsfeier recht humorvoll und kameradschaftlich. Am anderen Tag, Sonntag den 28. ging der Verein geschlossen zur Kirche; darauf folgte Frühschoppen, welcher bis zum Abend dauerde.

Große Schriftführer

 № 36 Döllingen, den 5. August 1912.

Sonntag den 4. August feierte der Verein sein diesjähriges Sommerfest, dazu waren Vereine geladen: Hohenleipisch, Plessa u. Kahla; erschienen war nur Kahla; Pleßa fuhr, des guten Wetter halber, fleißig Getreide heim, da Dreska auch sein Fest feierte kam in Hohenleipisch gahrnichts zu stande und blieb Zuhause. Das Fest verlief bei herrlichem Wetter aufs prächtigste. Die Königswürde errang Kamerad Müller und der alte König Kamerad Laurentzsch wurde enttront. Der Ball welcher bei Richter stattfand verlief ebenfalls kameradschaftlich, feucht gemütlich.

Kamerad Kühne, welcher schon lange krank, war dem Verein auch so wohlwollend erst heute Montag den 5. August zu sterben, sein früherer Tod würde, da er viele Verwande im Vereine hat, das Fest stark beeinflußt haben.

E. Große

№ 37 Döllingen, am 27. Januar 1913

Der Kriegerverein feierte gestern den 26. Januar den Geburtstag Sr. Majestät unseres Kaisers mit Kirchgang; Abends fand Ball im Nowkaschen Saale statt; wobei der Kamerad Laurentzsch für 25 jährige treue Mitgliedschaft mit dem dazu gestifteten Ehrenkreuz ausgezeichnet wurde. Der Witwe Schuster wurden 12 Mark, Unterstützung vom Deutschen Kriegerbund, auf Gesuch des Vereins vom 5. d. Mts., eingegangen am 20. d. Mts., am heutigen Kaisers-Geburtstag überreicht. Der Saal war festlich geschmückt, wobei sich Kamerad Kassierer Moritz Wilhelm in hervorragender weise, wie stets bisher, auszeichnete, ihm sei an dieser Stelle vom Verein gedankt. Der Vorsitzende Kamerad Rößler hielt die Festrede, welche verdient den Nachkommen erhalten zu werden, und nachstehend aufgeführt ist:

Veehrte Gäste liebe Kameraden !

Wir sind heute hier zur Feier des Geburtstags Sr. Majestät unseres Kaisers zusammen gekommen. In wenigen Monaten, am 15. Juni werden es 25 Jahre daß unser Kaiser an der Spitze unseres Vaterlandes  steht. Daß er der rechte Mann für die höchste Stelle des Reiches ist hat er in den 25 Jahren seiner Regierung mehr als genügend bewiesen. Er hält das Erbe seiner Väter fest, er sorgt und wacht in jeder Beziehung und unermüdlich für das Wohl seines Reiches.

Wir wissen die jetzige Zeit ist ernst, sehr ernst, drohende Kriegswolken stehen über unserem Erdteile, was die Zukunft bringen wird wissen wir nicht, doch solange unser Volk seinem Kaiser vertraut und treu und fest zu ihm steht, können wir ruhig der künftigen Zeit entgegen sehen.

Wir wollen gute Deutsche sein und bleiben und wollen heute hier unserm Kaiser als Geburtstagsgeschenk das Gelöbnis steter Liebe und Treue bringen, indem wir rufen Sr. Majestät der Kaiser Wilhelm der II er lebe hoch, hoch, hoch.

Verehrte Anwesende !

Wir wollen heute auch einmal auf die Zeit vor hundert Jahren zurück blicken.

Das Jahr 1813 hat bei uns einen guten Klang, denn in diesem Jahre befreite sich Deutschland von der langen französischen Fremdherrschaft und Knechtschaft. Gewaltige Opfer an Gut und Blut, an Menschenleben und Eigentum sind damals von unserm durch unglückliche Kriege verarmten Volke gebracht worden.

Tausende und abertausende deutscher Jünglinge und Männer sind auf den Schlachtfeldern bei Großgörschen, bei Bautzen an der Katzbach, bei Großbeeren, bei Dannewitz, bei Dresden, bei Kulm, bei Wartenburg und an anderen Orten verblutet. Viel mehr noch in der gewaltigen Völkerschlacht bei Leipzig.

Doch es waren diese Opfer nicht umsonst, der Sieg bei Leipzig am 18. Oktober, machte der langen französischen Gewaltherrschaft für immer ein Ende.

In einem Liede von E. M. Arndt aus jener Zeit heißt es treffend:

O Leipzig freundliche Lindenstadt,
dir ward ein bleibendes Ehrenmal,
solange rollet der Jahre Rad,
solange die Ströme zum Meere reisen
werden noch spätere Enkel preisen
die Leipziger Schlacht.

Ja, wir können sie preisen die Leipziger Schlacht, denn seit derselben hat kein fremdes Kriegsheer wieder deutschen Boden betreten, was vorher ja so oft geschehen. Wir alle wissen nicht was es zu sagen hat den Krieg mit fremden Völkern im eigenen Lande zu haben, wir haben dies Gott sei Dank noch nicht erlebt. Unsere Gegend ist vor hundert Jahren noch lange nicht am härtesten betroffen worden, trotzdem ist es damals auch hier traurig genug gewesen.

Ich habe vor 12 Jahren die Geschichte unseres Ortes im Kirchturmknopfe für spätere Zeiten niedergelegt; was darin über die Zeit vor hundert Jahren gesagt ist habe ich in meiner Jugend alten Leuten, die diese Zeit erlebt hatten, abgelauscht; ich werde dies hier bekannt geben.

Verehrte Anwesende, daß solche Zeiten nicht wiedergekehrt sind verpflichtet zum Dank.

Ehre sei dem Gedächtnis der Teilnehmer an den Befreiungskriegen.

Das deutsche Volk wird das Gedächtnis derselben am 18. Oktober d. Jrs. auf dem Schlachtfelde bei Leipzig noch besonders ehren.

Daß solche Zeiten nicht wiedergekehrt sind, dafür haben sich aber auch in späterer Zeit deutsche Männer hoch verdient gemacht. Es sind alle diejenigen welche vor nunmehr 43 Jahren unsere Erbfeinde die Franzosen den Einfall in unser Vaterland verwehrten und sie im eigenen Lande so glänzend besiegten.

Zum Vorbilde möge dienen die Taten dieser Männer allen denen die einmal berufen sein werden unser Vaterland vor seinen Feinden zu schützen. Ein großer Teil dieser Kriegsteilnehmer weilt nicht mehr unter den Lebenden. Ehre sei und bleibe ihren Andenken, denjenigen aber die noch unter uns weilen laßt uns danken dadurch das wir rufen:

Die Veteranen sie leben hoch, hoch, hoch.

Und nun einen Rückblick auf unseren Ort. Ich greife hier bis auf das Jahr 1806 zurück. Die Geschichte unseres Ortes enthält aus der Zeit vor hundert Jahren folgendes:

Nach der Schlacht bei Jena kamen Ende Oktober 1806 Teile der französischen Armee auf dem Marsche nach Berlin hier durch und belästigten die Einwohner sehr stark. Solche Einquartierungen wiederholten sich in der folgenden Zeit sehr oft, außerdem mußten häufig ganz bedeutende Kriegslieferungen geleistet werden und die Steuern für die Bezahlung der Kriegsschulden waren fast unerschwinglich.

Im Jahre 1811 sammelte Napoleon sein zum Kriege mit Rußland bestimmtes Heer in Deutschland, da waren die lange andauernden Einquartierungen ganz besonders drückend. Die Soldaten stellten Anforderungen die überhaupt nicht zu befriedigen waren.

Der Nachbarort Pleßa wurde damals durch, von Soldaten verwahrlostes Feuer , bis auf nur wenige Häuser, ganz vollständig eingeäschert.

Der Winter von 1812 zu 1813 kam sehr frühzeitig und war so außergewöhnlich strenge, wie man einen solchen vorher kaum jemals erlebt hatte.

Im Januar 1813 wurde die Niederlage der Armee Napoleons in Rußland hier bekannt.

Im zeitigen Frühjahr kamen dann acht Tage lang Reste dieser Armee hier durch. Der Zustand dieser Menschen war ganz jammervoll, sie kamen ohne Waffen, waren zerlumpt, ganz abgehungert, hatten die Glieder erfroren und viele waren auf den Tod krank,

Ihnen nach kamen bald die Preußen und Russen, dann aber kam auch wieder Napoleon mit einer frischen Armee. Starke Einquartierungen waren da häufig, Kriegslieferungen und Fuhren mußten sehr oft geleistet werden. Im Mai mußte der Ort Gespanne für Kriegsfuhren nach Bautzen stellen, diese kamen dort in den Bereich der großen Schlacht, die Fuhrleute mussten flüchten und kamen größtenteils alle ohne Wagen und Zugtiere zurück. Sie erzählten noch lange von den Schrecken dieser Schlacht, wo sie hatten zu gleicher Zeit 20 Dörfer in den Flammen stehen sehen.

Im Mai mussten auch die Arbeitsfähigen Männer von hier nach Mühlberg und dort helfen Schanzen bauen.

Die schlimmste Zeit für unsern Ort kam im September, da bezog ein sehr starker Trupp Kosaken bei Hohenleipisch für mehrere Wochen ein Lager und plünderte von dort aus täglich die Gegend. Diese Kosaken nahmen alles, was sie habhaft werden konnten, konnten sie nahmen das Vieh, die Lebensmittel, das Getreide und Heu und ruinierten nebenbei noch vieles.

Außerdem war Niemand seines Lebens mehr sicher, so wurde hier der Einwohner Platz aufgegriffen, auf einen Wagen festgebunden und mit fortgeschleppt; er kam als todkranker Mann zurück und starb an den Folgen der Misshandlungen.

Alle hiesige Einwohner mussten aus dem Orte in den Wald flüchten, eine Sumpfgegend, die sogenannten Pankaupen, ½ Stunde nordöstlich vom Dorfe, war ihr Zufluchtsort, dort herbergten sie mit dem wenigen geretteten Hab und Gut, in mit Streu gedeckten Hütten, fast 4 Wochen lang; nur zur Nachtzeit, wo die Kosaken im Lager waren, durfte man sich in das Dorf wagen. Erst im Oktober zogen die Soldaten nach Leipzig hin ab.

An den Tagen der Leipziger Schlacht erzitterte bis hierher die Erde von dem Donner der Kanonen und bange fragte man: wie wird es noch weiter kommen? Glücklicher Weise wälzten sich die Kriegsheere nach Westen dem Rheine zu und die hiesige Gegend wurde durch den Krieg nicht wieder betroffen.

Trotzdem war auch die nachfolgende Zeit noch eine recht traurige, es fehlte überall am allernotwendigsten; die Leute waren durch den Krieg ganz verarmt, sie erholten sich von den Folgen desselben nur sehr schwer und erst nach langer Zeit. Ueberdies erforderte die Bezahlung der Kriegsschulden noch mehrere Jahrzehnte lang hohe Steuern.

Verehrte Anwesende, daß solche Zeiten nicht wiedergekehrt sind verpflichtet zu großen Dank. Ehre sei dem Gedächtniß der Teilnehmer an den Befreiungskriegen.

Ernst Große Schriftführer

№ 38 Döllingen, den 28. Januar 1913

Daß unter № 5 bezeichnete Gewehr habe ich heute dem Verein als Eigentum übergeben.

Ernst Große  Schriftführer

№ 39 Döllingen, den 28. Januar 1913

Auf das am 5. Januar abgesande Unterstützung-Gesuch für Witwe Schuster 12 Mark gingen unter den 20. d. Mts. 12 Mark für dieselbe ein welche ihr an Kaisers Geburtstag überreicht wurden. Am 22. März 14 wurden erhielt dieselbe wieder 12 M. vom Kriegerbund.

Große, Schriftführer

№ 40 Döllingen, den 11. März 1913

Die Hundertjahrfeier „Erhebung Preußens“ feierte der Kriegerverein Sonntag den 9. März mit Kirchgang; die Turnvereine hatten, auf Einladung, sich angeschlossen.

Nachmittags Kommers (Kommers: aus besonderem Anlaß veranstaltetes Trinkgelage [bürgerlicher Studenten], lat ranz)und Abends Familienabend in Nowkas Localitäten. Die Festrede hielt der Vorsitzende Kamerad Rößler, welche im mit Begeisterung aufgenommenen Kaiserhoch ausklang.

Festrede unter Nummer 43.

Große, Schriftführer

 

№ 41 Döllingen, den 7. August 1913

Sonntag den 3. August feierte der Kriegerverein sein diesjähriges Sommerfest. Das Fest verlief kameradschaftlich, fröhlig in hergebrachter Weise. Das Königsschießen fand gleichzeitig mit statt. Die Königswürde errang nach heißem Kampf Kamerad Karl Richter jun. Der alte so mildtätige König Kamerad Müller wurde seiner Würden entkleidet und dem neuen König übergeben. Zu erwähnen ist noch daß der Kriegerverein Hohenleipisch mit eigene Musik und recht zahlreicher Beteiligung erschienen war: Das Fest verlief in allen Teilen sehr gut.

Große, Schriftführer

№ 42 Döllingen, den 30. November 13

Auf das am 17. d. Mts. gestellte Unterstützungs-Gesuch für die Witwe Köhler gingen am 26. d. Mts. 12 Mark Unterstützunggeld vom Kriegerbund durch den Kreis-Kriegerverband hier ein, dasselbe wurde ihr vom Vorsitzenden des Vereins Kamerad Rößler, nach ihrem Aufenthaltsort Dresden per Post zugesand.

Große, Schriftführer

№ 43  Jahrhundertfeier am 9. März 1913

Am 9. März 1913 wurde der Verein zu der Jahrhundertfeier, sowie zu dem 25jährigen Todestage des Großen Kaiser WilhelmI. zum Appell zusammen gerufen wozu sich fast die ganze Gemeinde im Nowkaschen Saale versammelt hatte, wobei der Vorsitzende Kamerad Rößler nachstehende Ansprache hielt:

Verehrte Anwesende !
Ueberall in unserem Vaterlande erinnerte man sich in diesen Tagen froh und dankbar an die große Zeit vor hundert Jahren, an die Zeit der Erhebung unseres Vaterlandes und Befreiung von der franzischen Knechtschaft.

Nach der Niederlage, nach der Vernichtung der französischen Armee in Rußland, sagte sich unser Volk mit Recht: „Jetzt oder nie“

Am 17. März 1813 erließ König Friedrich Wilhelm der III. von Breslau aus den Aufruf zum Kriege, nachdem bereits am 3. Februar der Aufruf zum freiwilligen Eintritt in das Heer und am 10. März die Stiftung des eisernen Kreuzes vorangegangen waren.

Verehrte Anwesende: „Der König rief, und Alle, Alle kamen“. Das Volk stand auf, der Sturm brach los“

Alle kamen die nur einigermaßen wehrfähig waren, sie kamen aus allen Ständen und Berufen. Aus den höheren Schulen Lehrer wie Schüler, aus der Werkstatt Meister und Gesellen, vom Lande der Bauer wie der Knecht..

Es galt für feige, es galt für schimpflich zurück zu stehen. Wer nur irgend konnte rüstete sich selbst aus. Wer nicht mit in den Krieg konnte, gab Alles was er nur geben konnte zur Ausrüstung Anderer her. Jeder suchte nach besten Kräften beizutragen.

Gottbegnadete Dichter wie Körner, Arndt, Schenkendorf u.a. begeisterten durch Kriegslieder das Volk. Männer wie Jahn und Frießen hatten schon durch turnerische Erziehung an der Wehrfähigkeit der Jugend vorgearbeitet.

Es fanden sich auch die rechten Männer zur Leitung und Führung. Da war der hochverdiente Minister von Stein, dem auch das Bündnis mit Rußland zu verdanken ist. Da war der eiserne Jork, der seinen Kopf riskierte als er eigenmächtig den Vertrag mit den Russen schloß und der sich als ausgezeichneter Heerführer bewährte.

Da war Scharnhorst, der Gründer der Landwehr, einer der besten Männer damaliger Zeit, von dem es im Liede heißt: „Keiner war wohl treuer, reiner, näher stand dem König keiner, doch dem Volke schlug sein Herz.“

Er wurde zu Anfang des Krieges bei Lützen verwundet, eilte trotzdem nach Oestreich um dieses zum Bündnis zu bewegen und starb leider an den Folgen der Verwundung am 28. Juni in Prag.

Da war der alte und doch so tatkräftige Blücher, der Marschall Vorwärts, was dieser geleistet ist ja bekannt, es ist mit unvergänglichen Buchstaben in der Geschichte unseres Vaterlandes verzeichnet.

Da hat sich Gneisenau so hoch verdient gemacht, da waren Bühlow, Kleist und Andere bedeutende Heerführer.

Jeder hat damals seine Schuldigkeit getan, jeder an seinem Platze, vom Höchsten bis zum Niedrigsten. Das ganze Volk hat sein Bestes gegeben.

Gewaltige Opfer hat es bedurft, die Fremdherrschaft abzuschütteln, doch sie waren Gott sei Dank nicht umsonst, es ist glänzend gelungen.

Verehrte Anwesende !

Wie vor hundert Jahren der König rief und Alle, Alle kamen, so rief er auch in späterer Zeit mehrmals wieder, auch da kamen Alle die gerufen wurden gern und willig und zeigten sich ihrer Vorfahren im höchsten Grade würdig, im höchsten Grade würdig unter der Führung des großen Königs und Kaisers Wilhelm des I., dessen Todestag sich heute zum 25. Male jährt, sein Andenken bleibe hoch in Ehren. Noch muss ich erwähnen: Ich habe einige unter uns den Rufe des Königs zum Kriege folgen sehen, unvergeßlich ist mir der Eindruck geblieben, sie gingen gern, sie gingen willig und furchtlos.

Wir leben jetzt wieder in einer sehr ernsten Zeit, jeden Tag gewärtig, daß unser König und Kaiser ruft, nun verehrte Anwesende: „Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr Alles freudig setzt an ihre Ehre“. So es fürs Vaterland gilt, muss jeder der gerufen wird, diesen Rufe gern und willig folgen.

So es fürs Vaterland gilt, muß Jeder an den Platze wo er steht oder zu stehen kommt seine Schuldigkeit tun, sein Bestes leisten und geben.

„Mit Gott für König und Vaterland“ dies wahr der Wahlspruch vor hundert Jahren.

Mit Gott für König und Vaterland, Mit Gott für Kaiser und Reich dies gilt noch heute und soll für immer gelten.

In diesem Sinne bitte ich mit mir einzustimmen in den Ruf, Sr. Majestät der Kaiser und König Wilhelm d. II. er lebe hoch, hoch, hoch.

 

№ 44 Zur Jahrhundertfeier der Schlacht bei Leipzig

am 18. Oktober 1913 hatte der Verein Appell im Richterschen Gasthof, wobei der Vorsitzende Kamerad Rößler nachstehende Ansprache an die Kameraden hielt:

„Liebe Kameraden !

Wie wir ja alle wissen, ist heute ein großer nationaler Gedenktag. Heute vor genau hundert Jahren wurde auf Leipziger Fluren im ganz gewaltigen Ringen die Macht des korsischen Eroberes, des französischen Gewaltherrschers gebrochen.

Die Völkerschlacht nannte man diese Schlacht bei Leipzig und zwar mit Recht !

Eine halbe Million Krieger aus fast allen Völkern Europas, standen sich dort im mörderischen Kampfe gegenüber. In einem Liede von damals heißt es:

„Wie hießen, die zogen in Todesfeld
zum Kampfe mit fliegenden Banner aus,
es kamen die Völker aus aller Welt
und zogen gegen die Franzosen aus
die Russen, die Schweden, die tapfern Preußen
und die nach dem glorreichen Oestreich heißen
die zogen aus.“

Schwer genug ist es gewesen, Napoleon den größten Feldherrn seiner Zeit zu besiegen.

Dieser hatte kaum ein Jahr zuvor seine große, stolze Armee, hauptsächlich durch Hunger und Kälte, in Rußland verloren und stand trotzdem im Frühjahr 1813 schon wieder mit einer schlagfertigen Armee mitten in Deutschland. Hier waren auch die ersten Schlachten, bei Großgörschen am 2. Mai, bei Bautzen am 20 u. 21. Mai, sowie dann auch bei Dresden am 26. u. 27. August für ihn sehr vorteilhaft. Doch er mußte trotzdem gleich nach den ersten Schlachten sagen, „dies sind nicht mehr die Preußen von früher“. Es waren nicht mehr die Preußen, welche auf den Lorbeeren Friedrich des Großen eingeschlafen waren.

Napoleon lernte die Preußen 1813 als Soldat wieder achten, ja er lernte sie sogar fürchten. Die lange Knechtschaft hatte dies zuwege gebracht Es waren aber auch zu ihrer Führung die rechten Männer am Platze. Wir denken da an Scharnhorst, der die Befreiung so vortrefflich mit eingeleitet, schade, daß er den glücklichen Ausgang nicht erleben durfte.

Wir denken da an Blücher, an York, an Gneisenau, an Bühlow, Kleist und Andere welche es durch die glänzenden Siege an der Katzbach, bei Großbeeren, bei Dennewitz, bei Kulm u. an anderen Orten es dahin brachten, daß Napoleon ganz bedeudent geschwächt und bei Leipzig zur Entscheidungsschlacht gezwungen wurde.

Trotz alledem war es bei Leipzig kein leichter Sieg. Tagelang dauerte dort der furchtbare Kampf.

Schon am 14. Oktober kam es bei Lieberwolkwitz zu einer mörderischen Reiterschlacht, der Sieg blieb hier für beide Teile unentschieden.

Am 16. Oktober war Napoleon gegen die Hauptarmee der Verbündeten bei Wachau im Vorteile und nur hauptsächlich die Standhaftigkeit der Russen verhinderte hier die vollständige Niederlage.

Auch die Oestreicher vermochten an diesem Tage bei Lindenau gegen die Franzosen nichts auszurichten. Napoleon glaubte sich schon des Sieges vollständig sicher und ließ schon zur Feier desselben von Leipzigs Türmen die Glocken läuten.

Jedoch dies war zu früh. Er hatte sich mit dem alten Blücher verrechnet. Er schätze diesen zwar als Heerführer richtig ein, ja er fürchtete ihn sogar, jedoch am 16. Oktober glaubte er ihn aber noch fern vom Kapfplatze.

Doch der alte Marschall Vorwärts war zur Stelle und wie! Er hielt die französische Armee, welche nach Napoleons Berechnung den Sieg über die Hauptarmee der Verbündeten herbeiführen sollte und auch herbeigeführt hätte, diese Armee hielt er bei Möckern fest und besiegte sie dort vollständig. Dadurch wurden alle andern an diesem Tage durch die Franzosen erungenen Vorteile hinfällig und nichtig.

Am 17. Oktober, es war ein Sonntag, da ruhte die Schlacht, nur der alte Blücher ruhte nicht, dieser warf die Franzosen aus Gohlis.

Ganz gewaltig war der Kampf dann am 18. Oktober bei Schönfeld, bei Probsthaida, bei Stötteritz und Konnewitz, man schlug sich auf beiden Seiten mit größter Tapferkeit und Todesverachtung, doch überall errangen die Verbündeten Vorteile und die Franzosen wurden schließlich zum Rückzuge gezwungen.

Am 19. Oktober wurde dann Leipzig durch die Preußen unter Blücher erstürmt und damit wurde der Sieg vollkommen.

So lange rollet der Jahre Rad,
so lange scheinet der Sonnenstrahl,
solange die Ströme zum Meere reisen,
wird noch der späteste Enkel preisen
die Leipziger Schlacht.

Diese Worte Arndts sind treffend.

Heute ehren die Enkel und Urenkel der damaligen Generation das Andenken der Teilnehmer der Befreiungskriegen wie es sichs gebührt. Heute sind hundert Tausende auf Leipzigs Schlachtfeldern zu diesem Zwecke versammelt. Ein Denkmal entsprechend der Bedeutung der damaligen Taten erhielt heute die Weihe und giebt der Welt Zeugnis, daß unser Volk es versteht diese große Taten seiner Vorfahren richtig zu würdigen und zu schätzen.

Auch hier in unserm Kreise soll es heute gesagt sein „Ehre sei dem Andenken der Teilnehmer an den Befreiungskriegen. Was unsere Vorfahren uns erungen, was wir ererbt von unsern Vätern, wir wollen es festhalten, festhalten auf alle Fälle!

Wir geloben dies durch den Ruf:

Unser deutsches Vaterland es lebe hoch, hoch, hoch.

Ernst Große Schriftführer

№ 45 Döllingen, den 11. Januar 1914

Der Verein hielt gestern Abend seinen Zahlungsappell im Nowkaschen Gasthof ab. Auf der Tagesordnung stand: Beitragserhöhung von 38 Pfennig auf 68 Pfennig pro Mitglied und Jahr an den Kriegerbund zu zahlen. Und Kaisers-Geburtstagsfeier.

Die Beitragserhöhung wurde einstimmig angenommen und die Quartals-Beiträge im Verein von 60 auf 70 Pfennig pro Mitglied erhöht.

Die Feier des Geburtstags Sr. Maj. des Kaisers findet Sonntag den 25. d. Mts. statt, und wird mit Kirchgang und Abends Ball im Schimangschen Gasthof gefeiert.

In diesem Jahre fallen die Festlichkeiten im Schimangschen Gasthof und die Appelle im Gasthof zum „Alten Fritz“.

Rößler Große  Vors. Schriftführer.

№ 46 Döllingen, den 24. Februar 1914

Sonntag den 22. Februar fand die Vertreter-Versammlung des Kreis-Kriegerverbandes in Liebenwerda statt. Der Vorsitzende gab seiner Freude darüber Ausdruck daß die Beitrags- erhöhung (von 38 Pf. auf 68 Pf. pro Mitglied und Jahr) in den Vereinen so einmütig durchgeführt worden sind. Nur zwei Vereine im Kreise, Hirschfeld und Seifertsmühl, ist diese Steuer zu hoch und machen folglich nicht mehr mit. Neu aufgenommen wurden: Marineverein Elsterwerda mit 20 Mitglieder und der Verein ehemaliger 72er mit 60 Mitglieder. Ferner hatte sich in Rothstein ein Kriegerverein mit 20 Mitglieder gegründet. Dem Kreis-Kriegerverband Liebenwerda gehörten, laut Geschäftsbericht, am 1. Januar 1914, 69 Vereine mit 4532 Mitglie- dern an, darunter 434 Veteranen. Die Feststellung der Veteranen von 1864 ergab nur eine verhältnismäßige geringe Anzahl, weil das vierte Armeekorps nicht mit an dem Feldzug teilgenommen hat.

Ferner wurde bekannt gegeben daß der Bundesvorsitzende Generaloberst von Lindequist Gesundheitshalber zurück getreten und an dessen Stelle der General-Leutnant von Plötz zum Bundes-Vorsitzenden vom Kaiser ernannt wurde.

Große  Schriftführer

№ 47 Döllingen, den 3. Mai 1914

Der Kriegerverein hatte gestern Abend seinen im Nowkaschen Gasthof seinen diesjährigen I. Zahlungsappel. Zum erstenmale wurde die erhöhte Steuer, (pro Quartal von 60 Pf. auf 70 Pf. erhöht) eingezogen. Die Kameraden waren nicht vollzählig erschienen.

Der Vorsitzende Kamerad Rößler beantragte daß dem Kamerad Rümpel welcher Spielmann (Peifer) ist, und bei Aufzügen beim Verein unentgeldlich seine Kunst ausübt, ihm die Hälfte der Jahressteuer darauf erlassen würde. Der Verein nahm den Antrag einstimig an

Große Schriftführer

№ 48   Abschrift Döllingen, den 2. Septbr. 1914

Unter heutigem Datum ging per Postkarte vom Vorstand des Kreis-Kriegerverbandes nachstehende Frage ein:

„Wieviel Kameraden des Vereins sind überhaupt einberufen und dadurch dauernd ihrer Häuslichkeit entzogen?“
„Antwort“ 16 Kameraden diese sind sämtlich verheiratet.

„Wieviel Familien sind dadurch bedürftig geworden, daß ihr Ernährer eingezogen worden ist?“
„Antwort“ 16 Familien

„Wieviel unerwachsene Kinder bis bis zum 14. Lebensjahre sind in diesen Familien vorhanden?“
„Antwort“ 29 Kinder.

„Wieviel eingezoge ledige Kameraden haben als Ernährer von Eltern oder Großeltern zu gelten?“
„Antwort“ Kameraden.

Der Vorstand des Krieger-Vereins zu Döllingen

Gez. Rößler, Vorsitz.

Angegebene Karte wurde von gez. Vorsitzenden sofort erledigt.

Große, Schriftführer

№ 49 Das Kriegerfest und der Krieg 1914.

Das Kriegerfest sollte wie Alljährlich Sonntag den 2. August stattfinden, alle Vorbereitungen dazu waren getroffen, doch drei Tage vor dem Feste hieß es: „es wird Krieg“ und Sonnabend wurde vom Kaiser der Kriegszustand erklärt und Sonntag den 2. August war der erste Mobilmachungstag, Monntag den 3. August mußten die ersten Kameraden aus dem Verein beim Bezirkskommando Torgau resp. Ihrem Truppenteil eintreffen. Das Fest wurde sofort aufgehoben, der Verein ging aber Sonntag geschlossen zur Kirche, aus dem frohen Festtag war ein sehr ernster Tag geworden, doch war die Kriegsstimmung im Verein wie auch im ganzen Ort eine frohe zuversichtliche, wenn auch ernste, doch recht gute. Landwehr und Landsturm wurden zu den Waffen einberufen, auch wurde die Ersatz-Reserve, die jüngeren zur Ausbildung mit der Waffe die älteren Jahrgänge zur Arbeit eingezogen, bis heute sind vom Verein nachbenannte 21 Kameraden: Hermann George, Hermann Ober, Hermann Müller, Richard Dürfeld, Richard George, Oswald Heyde, Karl Ruick, Oswald Hauptvogel, Ernst Hauptvogel, Otto Steinpreuß, Richard Schemmel, Heinrich Engelmann, Ludwig Werner, Karl Richter, Paul Rentzsch, Oswald Daniel, Otto Rümpel, Otto Beger, Richard Wendt, Otto Plötze und Willy Wilhelmzum Heeresdienst einberufen. Activ dienen zur Zeit aus hiesigem Orte nachbenannte 11 Mann:

Otto Hofmann, Richard Reinhold Kümmel, Ernst Beger, Richard Platz, Otto Schemel (Sergt.), Hermann Kohl (Sergt.), Max Bräunig, Max Lesche (?), Otto Diecke, Hermann Daniel und Oswald Ober, rechnen wir alle zum Heeresdienst einberufenen Döllinger zusammen, auch die sich außerhalb aufhalten, so kommen mehr wie 80 Mann zusammen. Freiwillig traten zum Heeresdienst ein der Tischler Hellmann und der Schumacher Lutze.

Viele Schlachten sind schon geschlagen und viele Kameraden haben Gesundheit und Leben dem Vaterlande geopfert, wo wir alle diesen Leuten nicht Dank genug darbringen können. Wenn nur der Teufel alle Engländer holen wolle, denn diese sind am meisten Schuld an diesem blutigen Kriege; Möge Gott uns zum Siege über alle unsere Feinde helfen.

Döllingen, den 18. September 1914

Ernst Große Schriftführer

 

Döllingen, den 9. Februar 1916

Zu vorstehenden Schreiben des Königlichen Hegemeister Herrn R. Kieser hier, ist noch hervorzuheben, daß dessen einziger Sohn Roderich Kieser, Forstlehrling in der Oberförsterei Elsterwerda, bei Ausbruch des Krieges 1914, auch in diesem jungen Mann, wie bei vielen tausenden Deutschen das deutsche Herz auf dem rechten Flecke schlug und als Einjähriger Kriegsfreiwilliger bei den Gardejägern eintrat. Nach seiner Ausbildung kam er zu einem Reserve-Bataillon der Gardejäger nach dem Osten, er kämpfte vom Dezember 1914 bis 23. August 1915, wo ihn der Heldentod ereilte und von Kameraden unter grünen Tannen, mit einem anderen gefallenen Kameraden in ein gemeinsames Grab am Waldessaum bei Bjelostok in Rußland beerdigt wurde. Seine Eltern, untröstlich über den Verlust ihres einzigen Sohnes, machten es zur Wirklichkeit den Leichnam ihres Heldensohnes nach hier zu überführen und beizusetzen.

Da die Militairverwaltung die Oeffnung des Grabes nur unter der Bedingung gab, daß beide Leichname dem Grabe entnommen werden mußten, die Angehörigen des anderen Gefallenen die Geldmittel aber nicht dazu hatten, übernahm Herr Hegemeister Kieser sämtliche Kosten, und somit wurden diese beiden jungen Helden jeder nach seiner Heimat befördert und beigesetzt. Am 23. Januar, zu seinem 20.sten Geburtstage, wurde er seinem Grabe in Rußland entnommen, und wurde von seinem Vater, welcher persönlich dort in Russland war, die Ausgrabung und Ueberführung nach hier leitete, am 26. Januar nach hier gebracht. Die Veteranen des hiesigen Kriegervereins empfingen ihn vor dem Dorfe, und unter Geläut der Glocke wurde er in der Kirche aufgebahrt. Die Veteranen übernahmen am Sarge die Ehrenwache. Am 29. Januar wurde er in der Familiengruft der Familie Kieser auf hiesigem Gottesacker beigesetzt. Das Ersatzbataillon der Gardejäger aus Potsdam hatte eine Deputation zur Beerdigung nach hier entsand. Der Kriegerverein und die ganze Gemeinde fühlt den großen Schmerz der Eltern, durch den Verlust ihres einzigen Heldensohnes aufs tiefste mit. Herr Hegemeister Kieser überwies der Kasse des Kriegervereins, zur Erinnerung an seinen Sohn, Einhundert Mark.

 

Der Kriegerverein in den Kriegsjahren

In der schweren Zeit des Weltkrieges vom August 1914 bis Ende 1919 ruhten im Verein Feste und Vergnügungen vollständig.

Der Verein hielt in dieser Zeit nur einige Versammlungen ab. Mitgliederbeiträge wurden nur die Hälfte der üblichen Sätze eingezogen. Die Ausgaben beschränkten sich im Wesentlichen auf Begräbnisbeihülfen und Bundesbeiträge.

Das Ehrengeleit zum Grabe erhielten die verstorbenen Kameraden

  • Otto Rümpel, Feldzugsteilnehmer 1914
  • Gottlieb Richter, Feldzugsteilnehmer 1866 u.70/71
  • Ernst Große, Feldzugsteilnehmer 70/71
  • Heinrich Dürfeld
  • Karl Nollau

Kamerad Ernst Große war einer der Gründer des Vereins und dessen eifrigster Förderer. Er war seit 40 Jahren als Schriftführer Vorstandsmitglied des Vereins und – wie dieses von ihm geführte Protokollbuch ja beweist – als solcher wie als Kamerad vorbildlich. Möge die Art und Weise wie er im Kriegerverein gewirkt, in diesem fortleben.

Ehre seinem Andenken!

Döllingen den 31. Dezember 1919

Rößler  Vorsitzender.

 

Döllingen im Weltkriege 1914 – 1919

Die Sorgen und Leiden des schrecklichen Krieges sind wie überall, so auch im hiesigen Orte sehr schwer gewesen sie lassen sich kaum wiedergeben, es sei hier über den Krieg nur einiges angeführt:

Bei dem Kriegsausbruch im August 1914 wurden mit Ausnahme der für kriegswichtige Betriebe Unabkömmlichen, sämtliche gediente Mannschaften der Reserve der Landwehr und des Landsturms, so auch die Ersatzreserve eingezogen. Später vom Anfang des Jahres 1915 erfolgte die Einziehung des ungedienten Landsturms und erstreckte sich auf die Jahresklassen von 1870 bis 1900. Diese Männer schlugen sich mit den übermächtigen Feinden die langen Kriegsjahre hindurch in Belgien, Frankreich, Russland, Serbien, Rumänien, Italien und in noch manchen anderen Ländern. Was diese hierbei geleistet und gelitten lässt sich in Wort und Schrift nicht wiedergeben, doch ist der Heldenmut und die Aufopferung in der Geschichte fast beispiellos. Jedenfalls wird man dies bis in die spätesten Zeiten zu würdigen wissen. Die ganze Welt, mit ihren unerschöpflichen Hilfsmitteln war lange Jahre gegen uns, daher kam der unglückliche Ausgang des Krieges. Die größte Zahl der im Felde gewesenen Mannschaften unseres Ortes wurde verwundet, zum Teil mehrfach. Einen Teil betraf das sehr harte Los der Gefangenschaft, diese wurden nach dem Waffenstillstande noch lange Zeit von den Feinden zurückgehalten, in Frankreich ist dies zur Zeit noch der Fall. Groß ist die Zahl derjenigen aus unserem Orte welche in diesem schrecklichen Kriege das Beste, ihr Leben hingegeben haben diese werden nachstehend namentlich angeführt, desgleichen auch die Vermissten über deren Verbleib sich seit Jahren nichts feststellen lässt und nun deshalb zu den Gefallenen leider gezählt werden müssen.

Auf dem Felde der Ehre sind gefallen

Vermißt sind:

  • Karl Lesche Arbeiter
  • Paul Grünberg Arbeiter
  • Hermann Kransch Arbeiter

Döllingen, den 17. Januar 1920

Heute, Abends von 8 Uhr an hielt der Kriegerverein im Wilhelmschen Gasthofe hier eine Versammlung ab, zu dieser waren auch alle diejenigen geladen, welche während der Kriegszeit eingezogen waren und dem Kriegerverein noch nicht angehören. Es wurden zuerst die Vereinssatzungen der Jetztzeit entsprechend abgeändert. Diese werden nach Genehmigung in diesen Buche Aufnahme finden.

Wesentliche Änderungen sind folgende:

Das Begräbnisgeld wird von 12 M auf 30 M erhöht

die Mitgliederbeiträge betragen vom 1. Januar 1920 an vierteljährlich 3 M. Kameraden welche über 65 Jahre alt sind zahlen ein Viertel der vollen Beiträge.

Neu in den Verein aufgenommen wurden in der heutigen Versammlung 23 Mitglieder.

Behufs Vorstandswahl wurde die nächste Versammlung auf den 24. d. Mts. Abends 8 Uhr im Schiemanzkschen Gasthofe hier festgelegt.

Rößler  Vorsitzender

Döllingen, den 24. Januar 1920

Zu dem am heutigen Tage einberufenen Appel begrüßt der Vorsitzende die erschienen Kameraden.

Auf der Tagesordnung steht insbesondere die Neuwahl des Vorstandes , welcher wie folgt gewählt wird:

  • I. Vorsitzender: Kamerad Richard Schemmel
  • Stellvertreter: Kamerad Oswald Heinrich
  • Schriftführer: Kamerad Kurt Herrmann
  • Stellvertreter: Kamerad Karl Rentsch
  • Kassierer: Kamerad Moritz Wilhelm
  • Stellvertreter: Kamerad Hermann Krausch
  • Fahnenträger: Kamerad Reinhold Herrig
  • Stellvertreter: Kamerad Reinhold Poppe
  • Vergnügungsausschuß:
    • Kamerad Hermann Ziehler
    • Kamerad Paul Rößler
    • Kamerad Laurentzsch
    • Kamerad Willi Wilhelm
    • Kamerad Lehrer Bölze
  • Zum Vereinsboten meldet sich Kamerad Laurentzsch er ist steuerfrei

Herrmann

Döllingen, Februar 1920

Appel im Wilhelmschen Lokale. Nach kurzer Begrüßung des Vorsitzenden, geht er zur Tagesordnung über: Festlegung eines Vergnügens. Es wird beschlossen am 1. Sonntag im März einen Ball, vorausgehend Theaterstück (1 Akter), beschlossen abzuhalten. Eintrittsgeld wird auf 50 Pfg., Tanzgeld auf 1,- M,eingeführte Gäste auf 3,- M Tanzgeld festgesetzt. Die Musik wird Kamerad Rentsch übertragen, welcher sich verpflichtet hat, diese für den Preis von 180 M zu stellen.

Es treten neu dem Verein bei: Wilhelm Thron, Otto Blockwitz und Paul Bräunig.

Weiter bittet der Vorsitzende Krd. Wilhelm (Kassierer) um Rechnungslegung, welche durch die Krd. Noak-Heinrich u. Plötz (beide Namen sind nicht eindeutig lesbar!) geprüft u. für richtig befunden wird.

Vorsitzende gedenkt der gefallenen Kameraden u. bringt zum Vorschlag: die Errichtung eines Denkmals. Beschluß geht dahin, dem Gemeindevorsteher Krd. Hauptvogel wird übertragen alles die Vorbereitungen zu treffen u. alles erforderliche hierfür einzuleiten.

Schluß 10.30

Herrmann

 

Am 22. nimmt der Verein an dem Begräbniß des treuen Mitgliedes Eduard Nadler teil, welcher durch Operation den Tod erlitt.

Herrmann

Im Jahre 1921

u. zwar am 31. Juli feierte der Verein sein jähriges Stiftungsfest, welches am sogenannten alten Steigerhause bei herrlichsten Wetter abgehalten wurde. Allen Kameraden war es eine alte liebe Erinnerungsfeier alter vergangener Zeiten. Reges Treiben u. Belustigungen aller Art, sowie die Teilnahme verschiedener Nachbarvereine, verschönerten dieses kameradschaftliche Fest. Durch eine glänzende Ansprache des Vors. Kameraden Schemmel, welcher insbesondere die Kameradschaftlichkeit alter Soldaten heraushob wurde das schöne Fest mit einem nachfolgenden Tänzchen beschlossen.

Das Jahr 1922

brachte im Vereinsleben nichts erwähnenswertes. Entsprechend der trostlosen Zeit mußte auch in diesem Jahre von einem Feste Abstand genommen werden.

Kamerad Karl Grünberg verstarb am (Datum fehlt) konnte leider nicht mit dem üblichen militärischen Ehren beerdigt werden, da es behördlich vorübergehend (hoffentlich) verboten war. Der Vorsitzende gedachte seiner besonders gelengtlich eines Appels u. erwies ihm die kameradschaftliche Ehrung nachträglich.

Zu Beginn des Jahres 1923

müssen wir uns leider von einem getreuen Mitgliede eines alten Kriegsveteranen von 1870 verabschieden u. unseren lieben Kameraden Karl Leibnitz zur letzten Ruhe begleiten. Der Verein nahm geschlossen an der Beerd.Feier teil.

Infolge der trostlosen Zeit in welche uns der Weltkrieg gestürzt hat u. welche immernoch schlechter zu werden verspricht, scheint auch unser Verein eine schwere Daseinskrisis bestehen zu sollen.  Die allgemeine Teuerung sowie die furchtbare Geldentwertung erfordert immerwieder die Erhöhung der Vereins- u. Verbandsbeiträge, welches den Anlaß gab, von seiten einiger Kameraden den Antrag zu stellen, evtl. mal den Zweck des Beiseins beim Verbande zu prüfen oder auch sofort auszuscheiden.

So geschah es, dass nach der Beerdigung des Kameraden K. Leibnitz im Wilhelmschen Lokale ganz unerwartet u. nicht Statutengemäß beschlossen (sogar durch Abstimmung) wurde, aus dem Kreiskriegerverband auszutreten. Die Beschlußfähigkeit oder auch das Rechtmäßige dieses Beschlusses wurde jedoch von verschiedenen Kameraden bestritten u. die Ansetzung eines Appel’s, wozu der Vorsitzende des Kreiskriegerverbandes Krd. Faust eingeladen werden sollte, beantragt.

Am 18. Februar fand nun im Wilhelmschen Lokale der gewünschte Appel statt.

Nach kurzer Begrüßung des Vorsitzenden, wird Kamerad Faust das Wort erteilt, welcher in genauer sachlicher Schilderung über Zweck und Ziele des deutschen Reichs Krieger í Bundes Kyffhäuser spricht. Leider brachte auch dieser Appel kein Ergebnis. gewünschter Infolge der vorgeschrittenen Zeit mußte abgebrochen werden. Die Erledigung der Tagesordnung wird bis zum kommenden Appel, welcher in 14 Tagen sein soll, verschoben.

Herrmann

 

Zu dem Appel am 20. 3. 23

konnte die festgelegte Tagesordnung wegen recht spärlichen Besuch nicht erledigt werden. Es wurde über die Erhöhung des Monatsbeitrages gesprochen u. eine dieser auf 50,-M in W. fünfzig Mark festgesetzt. Die Kameraden entschließen sich, die weitere Erledigung der Tagesordnung (als entgültig) an einem günstigen Tage stattfinden zu lassen.

(Datum nicht lesbar, weil auf Kopie unvollständig erfasst)

In Erledigung heutiger Versammlung, welche bei Kamerad Schimangk stattfindet, stehen folgende Punkte auf der Tagesordnung:

  1. Rechnungslegung
  2. Festsetzung der Vereinsbeiträge
  3. Neu Wahl des Gesamtvorstandes
  4. Verschiedenes

Zu Punkt 1. werden Kamerad Hauptvogel u. Heinrich um die Kassenführung zu prüfen gewählt.

Zu Punkt 2. über Festsetzung der Vereinsbeiträge wurde die Erhöhung auf 50 M von voriger Versammlung als nicht beschlußgültig anzusehen wäre. Nach heftiger Aussprache erklärt man sich jedoch damit einverstanden. Also monatlich 50 M, für das 1. Vierteljahr 1923. Für das 2. Vierteljahr wird der Beitrag auf 100 M, pro Monat erhöht. Minderbemittelten í älteren Kameraden wird der Beitrag erlassen, hierzu wird der Antrag gestellt, diesen zu einer Unterstützung, vielmehr beim Bunde um Unterstützung für diese nachzusuchen u. zwar für die Kameraden: Ernst George, Heinrich Hofmann, Karl Richter.

Zu Punkt 3. Der Gesamtvorstand wird wieder einstimmig wiedergewählt, welche es auch annimmt.

Zu Punkt 4. Verschiedenes: Kriegerverein Thalberg feiert am 29. Juli sein 50jähriges Bestehen, wozu er mitteilt, Eine Beteiligung wird in Aussicht gestellt. Offizielle Einladung erfolgt noch.

Der Vorsitzende bringt den Vorschlag auch im Verein einen Fechtmeister zu wählen, Kamerad Hugo Lutze wird gewählt u. nimmt an.

Zu dem Antrag einen Ersatz für das alljährliche Fest zu schaffen, spricht man sich doch für die Abhaltung eines Festes aus, welches am 8. Juli gefeiert wird. Die Nachbarvereine werden hier –eingeladen. Alle Einzelheiten der zur Feier erforderlich werden dem Festausschuß übertragen, welcher aus den Kameraden: Vorstand, Osw. Hauptvogel, Hugo Lutze.

Hiernach schließt der Vors. Die Versammlung

Herrmann  Schriftführer

 

Nachreichung für den Kreis Kr. Verbd. am 9.5.23

30 Mitglieder 1 Ehrenmitgl. 5. Alt.Veter.

17 Teiln. 14/20 1 Kriegswitw. Jütrich (?) 1.

eingereicht.

 

Am 10.6.23

Zur heutigen Versammlung welche durch geringe Beteiligung ausgezeichnet war wurde folgend Tagesordnung erledigt:

  1. Einladungen zu Festen
  2. Aussprache über unser Fest
  3. Verschiedenes

Zu Punkt 1. zum 17.Juni Fest (50jäh.) in Bockwitz nimmt der Verein teil.

Am Feste in Kahla am 1/7. wird sich der Verein ebenfalls beteiligen.

Am 8.Juli nach Hohenleipisch auch hier wird sich der Verein beteiligen.

Zu Punkt 2. Mit Rücksicht auf das Hohenleipischer Fest verlegt die Versammlung unser Fest auf den 15.Juli,

Patronenbeschaffung übernimmt Kamerad Wilhelm. Über die Platzfrage, schlägt man einen geeigneten hinter den sogenannten Töpferberg vor. Die Berechtigung zur Benutzung soll beim Plessaer Vors nachgesucht werden.

Musik soll voraussichtlich der Kapelle Hann . . .? übertragen werden, welche bei verschiedenen Kameraden einquartiert werden soll.

Sonstige Ausgestaltung des Festes übernimmt der Vorsitzende u. Festausschuß.

Zum Feste beabsichtigt der Verein einen Kirchgang abzuhalten u. unsere gefallenen Kameraden besonders zu ehren am Kriegerdenkmal einen Kranz niederzulegen.

Antreten zum Umzug 1 Uhr

Zu Punkt 3. Der Bund bietet den Kameraden ein Erinnerungszeichen vom Weltkrieg 1914 – 1918 zum Kaufe an. Der Vorsitzende nimmt hierzu die Meldungen entgegen für die Kameraden Gregor u. Heinrich Hofmann werden die Auszeichnungen zur goldenen Hochzeit beim Bunde beantragt.

Die Versammlung beschließt einstimmig, daß von jetzt ab das Bestellen zu Versammlungen von den Korporalschaftsstufen aus geführt wird.

Zur Beitragsfrage nimmt man den Vorschlag, immer den Preis eines hier üblichens festzuhalten, an. Mithin monatlich 400 M.-Beitrag ab 1. Juli.

 

15. Juli

Am 15.Juli fand das Fest in üblicher Weise statt. Es beteiligten sich nur wenige auswärtige Kameraden daran.

Kamerad Willi Wilhelm gab den Königsschuß ab als bester ab.

Nach dem Einzuge hielt der Vors. eine kernige Ansprache, welche mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Weiter überreichte der Vors. dem Ehrenvors. Kamerad Eduard Rößler das 25jährige Verdienstkreuz. Hieran schloß sich der übliche Festball an, welcher in herzlicher Kameradschaft verlief.

 

Am 30. Dezember 23

findet die diesj. Generalversammlung statt. Es waren hierzu wenige Kameraden erschienen.

Tagesordnung:

  1. Rechenschaftslegung
  2. Neuwahl des Vorstandes
  3. Verschiedenes

Zu Punkt 1. Mußte infolge der Geldentwertung u. des dadurch entstandenen minderwertigen Kassenbestandes von einer Abrechnung Abstand genommen werden. Für das Jahr 1924 tritt die neue Goldwährung ein. Der Beitrag der Mitglieder beträgt ab 1. Januar 1924 vierteljährlich 0,50 M. Veteranen sind vom Beitrag befreit.

Der Landesbeitrag beträgt pro Mitglied 1 M jährlich.

Zu punkt 2. wird dieser auf die nächste Versammlung verlegt, welche am 13. Januar stattfindet.

Zu Punkt 3. Ist noch ein Fahnennagel vorhanden, welcher für Thalberg vorgesehen ist u. diesem Verein übersandt werden soll.

Am 3. Februar ist ein Vergnügen vorgesehen, dessen weitere Besprechung bei nächster Versammlung vorgenommen wird.

Das Vereinslokal für den Kriegerverein ist durch Abstimmung mit 12 gegen 1 Stimme das

Willi Wilhelmsche bestimmt geworden.

2. Juli 1924

Nach größerer Ruhe im Verein hält der Verein dieser heute Abend bei Krd. W. Wilhelm eine Versammlung ab. Der Besuch ist wiederum sehr mäßig. Auf der Tagesordnung steht:

  1. 3. August soll ein allgemeiner Gedenktag zu Ehren der gefallenen Kameraden, verbunden mit einem Feldgottesdienst am Denkmal stattfinden.
  2. Sein oder Nichtsein eines diesjährigen Festes.
  3. Verschiedenes

Zu Punkt 1. wird einstimmig für die Ausführung desselben beschlossen. Musik stellt hierzu Mus. Mstr. Schiemann zu dem Preise von 12,- M. Weitere Erfordernisse verspricht der Vorsitzende zu erledigen.

Zu Punkt 2. beschließt die Versammlung am 20. Juli das Fest abzuhalten. Musik soll Lehmann Biehla stellen näheres wird der Vors. mit ihm erledigen. Preis steht noch nicht fest. Weitere Vorbereitungen erledigt der Festausschuß.

Zu Punkt 3. Zu den Festausschußmitgliedern sind gewählt der Vorstand W. Wilhelm, Kurt Wilhelm, Hans Weber, Paul Rößler.

Der vierteljährliche Beitrag der Mitglieder wird auf 1.- M pr. Mitglied festgelegt, sonst gült die die alte Bestimmung.

 

 

24. November 1924

Der Vorsitzende berief zu heute am Totensonntag die Kameraden zu einem Appell zusammen. Es erschienen 20 Mann.

Tagesordnung

  1. Regelung der Vereinsbeiträge
  2. Theaterabend
  3. Verschiedenes

Zu Punkt 2 tritt die Stimmung für das Abhalten eines Theaterabends in den Vordergrund. Insbesondere wollen sich die älteren Kameraden beim Spiel beteiligen, was sehr begrüßt wird. Der bestimmte Tag wird noch nicht festgelegt, er wird aller Übrigen den Spielern überlassen. Kamerad Bölze wird das Nötige veranlassen.

Zu Punkt 1. bittet der Vorsitzende die Korporalschafter früher die noch außenstehenden Beiträge endlich einzuholen. Die endgültige Regelung wird noch zum Jahresabschluß geregelt werden.

Zu Punkt 3. Eine rege Aussprache setzt dann fort aber weniger bemerkenswertes,

Der Vors. bringt u.a. zum Vorschlag um das Vereinsleben zu fördern, an einem bestimmten Tage jeden Monats unseren Appell abzuhalten. Es ist jeder Sonnabend nach dem 1. des Monats dafür bestimmt.

Weiter widmet der Vors. dem Kamerad H. Poppe zumfür welcher den besten Königsschuß am diesjährigen Fest abgab, herzl. Worte und übergibt zu gleicher Zeit die Königscheibe.

Es folgt nun die Ausgabe der diesjährigen Jahreskalender.

10. Januar 1925

Zur heutigen Generalversammlung hatten sich die Kameraden eingefunden, um folgende Tagesordnung zu erledigen:

Tagesordnung

  1. Regelung der Vereinsbeiträge
  2. Kriegerzeitung
  3. Theaterabend
  4. Vorstandswahl
  5. Verschiedenes

Z. Punkt 1. wird der Beitrag auf 1,- M viertelj. Zahlg. erhöht. Die Mo festgelegten Monats- versammlungen finden weiter statt.

Z. Pt. 2. bittet der Vors. doch die Kr.ztg. lesen zu wollen u. somit auch dieses Unternehmen zu unterstützen.

Z. Pt. 3. soll das Theater am 1. Februar stattfinden. Krd. Bölze verteilt die Rollen. Alles andere wird bei einer nochmaligen Versammlung erledigt.

Z. Pkt. 4. Zu Pt. ist der alte Vorstand wiedergewählt.

Unter Verschiedenes gestattet sich unser König gemeinsam mit unserem Vereinswirt den Kameraden einen Trunk zu kredenzen.

 

 

16. Januar 1926

Zu der am heutigen Abend festgesetzten Generalversammlung fanden sich die Kameraden zur Erledigung nachstehender umfangreicher Tagesordnung im Vereinslokal ein. Der Vorsitzende begrüßt die Kameraden mit dem besten Wohlergehen im neuen Jahre.

Tagesordnung

  1. Rechnungslegung für das Jahr 1924 1925
  2. Neuwahl des Gesamtvorstandes
  3. Aussprache des bevorstehenden 50jähr. Bestehens
  4. Erledigung einiger Unterstützungsanträge
  5. Verschiedenes

Zu Punkt 1 verließt der Kassierer Ein- und Ausgaben des Vereins für beide Jahre. Zur Prüfung bekannt gegebener Zahlen werden die Kameraden Paul Rößler u. Otto Beeger

Zu Punkt 2 Wird einstimmig Kamerad Weber als 1. Vors. gewählt. Kamerad Vors. Schemmel legt hiermit seinen Vorsitz nieder, wobei ihm Vors. Weber für seine anerkennende Arbeit Dank ausspricht. Im allgemeinen übernimmt der Vorstand sein Amt wird durch Wiederwahl an.

Zu Punkt 3 In der Aussprache zu Punkt 3 wird das 50jähr. Jubiläum auf den 4. Juli festgelegt. Kamerad Vors. Weber gibt nach längeren Ausführungen oder macht den Vorschlag einen entsprechenden Kommers zu veranstalten, was ihm zugestimmt wird.

Als Asschuß zur weiteren Bearbeitung wie auch Gestaltung des Vereins Festes werden folgende Kameraden gewählt:

  1. Vors. Krd. Weber 5. Paul Rößler
  2. Krd. Ed. Rößler 6. Oswald Grünberg
  3. Krd. O. Bolke
  4. Krd. G. George

Eine weitere rege Aussprache erforderte die Auswahl der Musik. Es wird dem Vors. überlassen Verhandlungen mit verschiedenen Kappellen zu pflegen. Über ein entsprechendes Resultat wird der Vors. L in nächster Versammlung Bericht erstatten.

Als besonders wichtig kommt die Platzfrage in Erörterung, auf welchem unser Fest stattfinden soll. Krd. Lange, Krd. Wilhelm, Krd. Schemmel als besonderer Ausschuß in der Platzfrage, werden entsprechendes regeln.

Bezüglich der Vereinseinladungen will der Vors. sich mit dem Kreisverbandsvors. Krd. Faust in Verbindung setzen.

Zu Punkt 4 werden verschiedene Anträge zur Unterstützung einiger bedürftiger Kameraden wie auch bedürftiger Hinterbliebener von dem Verein unterstützt. Es kommen die Krd. Ernst George, Ww. Schuter (Name nicht eindeutig zu lesen) u. Ww. Gregor in Frage.

Zu Punkt 5. Verschiedenes kommt das Sterbegeld als Unterstützung zur Aussprache. Im Falle der Bedürftigkeit Das Sterbegeld wird an jedes Mitglied in Höhe von 12,- M durch Umlage gezahlt. Als Tag der Geldmehrung wird oder ist der 5. Sonntag vor Ostern festgelegt, diesen Tag besonders feierlich zu begehen gereicht dem Verein zur besonderen Ehre. Weiter bringt der Vors. zum Vorschlag den Geburtstag (50jähr. 15. Februar) evtl. zu feiern, was ihm einstimmig zugestimmt wird. Ein gemütliches Zusammensein am 12. Februar wird der Verein, unter Berücksichtigung des Protokolls vom 12. Februar 1901, worin sich verschiedene Kameraden verpflichtet haben, diesen Abend durch genannte Verpflichtungen besonders í zu verschönern werden , zu begehen. Zum Beschluß kommt weiter, Bestallung des Vereins durch Boten gleichzeitig die Einziehung der Steuer- durch Bo beiträge, eine Entschädigung hierfür im Betrage von 1,- M zu zahlen.

Zum letzten wird die Wahl des Bat. Tambours zum Vorschlag gebracht. Einstimmiger Vorschlag Krd. Paul Rößler, dieser nimmt die Wahl an.

Hierauf wird die Versammlung geschlossen.

 

12. Februar 1926

Anläßlich des Geburtstages (50jähr.) ist der Verein zu einem gemütlichen Zusammensein bei Krd. W. Wilhelm zusammengekommen, um gleichzeitig einige Versprechungen die vor 25 Jahren von einigen älteren Kameraden (siehe Protokoll vom 12. Februar 1901) gemacht wurden einzulösen. Nach der Begrüßungsansprache des Vors. Krd. Weber verlief die Feier ansonst gemütlich. Gelegentlich oder gleichzeitig wurden noch einigen treuen Kameraden die 25 Jahre die Treue dem Verein gehalten haben, das Abzeichen Ehrenkreuze vom Landesverband) zuerkannt. Es sind die Kameraden: Reinhold Herrig, Hermann Müller, Oswald Heinrich, Moritz Wilhelm, Gotthold George, Hermann Krausch

Durch Anregung des Vors. Krd. Weber wurde ein Fonds zur Anschaffung von neuen Gesch Gewehren geschaffen. Es kam ein Betrag von 67,10 M durch Sammlung zusammen.

Kamerad Boltze regt an, eine Anwesenheitsliste wie nachstehend folgt, festzulegen: (es folgen die Unterschriften der anwesenden Krd.)

Johannes Weber, Vorsitzender Eduard Rößler
Oswald Heinrich, II. „“ Hermann Poppe
Moritz Wilhelm, Kassierer Hermann Platz
Kurt Herrmann, Schriftführer Gotthold George
Eduard Rößler Berthold Lange
Gottlieb Hofmann Max Schütt
Karl Rentzsch Hermann Heÿde
Heinrich Hofmann Alfred Matto
Paul Meyer
Reinhold George Oskar Heinrich
Richard Schemmel Oswald Heyde
Ernst Hauptvogel Reinhold Herrig
Otto Tischer Hermann Müller
Emil Rentzsch Karl Laurentzsch
Hermann Krausch Oswald Wilhelm
August Peschel Richard George
Harald Grünberg Kurt Wilhelm

Im Revier:
Otto Boltze, Arno Thümmler, Paul Rößler, Alfred Hofmann, Heinz Poppe, Otto Beger, Willy Wilhelm R.J. (? nicht klar zu deuten ?)

Anläßlich des 50jähr. Bestehens unseres Vereins verpflichten sich zunach unsere alten Kameraden nicht zurückstehend folgendes:

1.) Krd W. Wilhelm Gastwirt zum 60.jähr. Bestehen eine halbe Tonne Bockbier, zur silbernen Hochzeit ebenfalls 1/2Tonne Bockbier (Salroter) <nicht eindeutig lesbar ! anerkannt. Döllingen, 12. Febr. 1926

WillyWilhelm

2.) Wenn ich mich verheirate, verpflichte ich mich, am Hochzeitstage dem Kriegerverein eine Tonne Bier zu spendieren. Döllingen, 12. Februar 1926

Otto Boltze.

28. Februar 1926

Der Verein nahm heute geschlossen an der vom Reich allgemeinen angesetzten Gedenkfeier teil zu Ehren der im Weltkriege gefallenen Kameraden teil. Nach dem Kirchgang, folgte noch eine besondere Gedenkfeier am Kriegerdenkmal statt, wobei der Verein ein Kranz niederlegt.

Im Anschluß an der Feier ladet der Vors. noch zu einer kurzen Versammlung bei Krd. Wilhelm ein, um einige wichtige Eingänge zu erledigen.

Als Punkt 1: Der Verein beabsichtigt, falls der KreisKriegerverband sich einer Haftpflicht anschließt, ebenfalls dieser beizutreten. (Siehe Rundschr. v. 18.2.26) 2) Die Beiträge für den Verbd. werden künftig in 2 Raten abgeführt.

Zu dem am 11. April stattfindenden Vertretertages entsendet der Verein den Vors.

Auf der Tagesordnung des Kreiskr.verbds. steht u.a. auch die Erhöhung der Beiträge, die evtl. auch von unseren Verein zugestimmt wird. Alles andere (siehe Rundschreiben)

3) Kyffhäuserfahrt: Eine Kundgebung ders. ganzen Regierungsverbandes, falls ein Krd. sich daran beteiligen wollte, möchte sich beim Vors. melden

4) Zu der am 16. Mai stattfindenden Fahnenweihe in Rothstein stellt der Verein eine Fahnenabordnung.

5) Am 2. Pfingstfeiertag 60.jähr. Bestehen in Elsterwerda. Der Verein nimmt ebenfalls geschlossen teil.

6) Zur Aussprache kommt die Musikfrage zu unserem 50.j. Fest. Der Verein ermächtigt den Vorst. weiter Schritte noch bei den verschiedenen Kap. zu unternehmen u. gegebenenfalls eine ders. selbstständig zu bestellen.

17. April

Der Vors. begrüßt die früh anwesenden Kameraden u. eröffnet gleichz. die Sitzung..

Tagesordnung:

1. Bericht über Kreiskriegerverbandssitzung v. 11.4.25 des Krd. Ed. Rößler, welcher sehr eingehend darüber berichtet.

2. Ausgestaltung unseres 50j. Jubiläums. Kommers wird abgehalten u. hat der Vors. bereits dahin Vorbereitungen getroffen.

Musik zum Fest stellt die Finsterwalder Stadtkapelle f. 35 M. Uniformiert pro Kopf noch 1,- M dazu.

Von dem vorgesehenen Neubau eines Schießstandes wird abgesehen. Es sollen u.a. mehrere Luftbüchsen- scheiben angelegt werden. Hierzu leiht der Verein 3 Luftbüchsen. Weiter wird die Benutzung des alten Schießstandes am Steigerhaus stattfinden. Dieser wird noch besonders ausgebaut werden, Krd. R. Poste (? Poppe?) erklärt sich bereit, dafür Sorge zu tragen.

An Festtagen soll u.a. auch ein Feldgottesdienst abgehalten werden u. zwar 1/2 9 Uhr morgens am Kriegerdenkmal mit Kranzniederlegung.

  • 10 Uhr – 12 Empfang auswärtiger Vereine
  • 10 „“ Platzkonzert
  • 1 Uhr Umzug durchs Dorf
  • Einzug bei Einbruch der Dunkelheit
  • Einladungen finden statt: An sämtliche des Kr.Kr.Verbd. angehörigen Vereine.
  • Tanz Festbeitrag für sämtliche Teilnehmer am Feste 0,30 M.
  • Tanz: Beginn 5 Uhr 3 Mann Musik auf beiden Sälen, durch Tanzmarken zu regeln.
  • Ausgabe der Festabzeichen übernimmt: Krd. Boltze (Weitere Versammlung regelt weiteres.)
  • Schießscheiben übernimmt Krd. Moritz Wilhelm
  • Tanzgeld: 3 Touren 20 Pfg.
  • Zur Schmückung des Dorfes beschafft der Verein Reisig
  • Tanzmarken und Festabzeichen übernimmt Krd. Willi Wilhelm.

Betr. Zuschrift v. LandesKr.Verbd. betrifft: Unterstützung d. Eckenerspende (?). Vors. Krd. Weber gewährt 5,-M wofür Karten zurückgeführt wurden, welche gelegentlich verkauft werden sollen.

Verschiedenes: für 50j. Mitgliedschaft wird Antrag auf Verleihung d. Jubiläums-Abzeichen festgestellt: An Gottlieb Hofmann, Heinrich Hofmann u. Karl Rentsch.

Für mindestens 20 j. Mitgliedschaft im Vorstand auf Widmung von Anerkennungsschreiben u. Kyffhäuserbildes: Krd. Moritz Wilhelm.

Handgeld v. Gewerbetreibenden für den Verein. Auswärtige sollen ein entsprechendes Handgeld je nach dem Ausfall des Festes an den Verein zahlen.

Mit einer Mahnung v. Vors. auch die ausw. Feste recht zahlreich besuchen zu wollen. Schlußt der Versammlung.

15. Mai

Der Vors. eröffnet die Versammlung um nachfolgende Tagesordnung zu erledigen:

1. Einladungen. Zur besonderen Aussprache stellt der Vors. die Einladung für Hohenleipisch, da dieser Verein dem Kr.Kr.Verbandes nicht angehört u. lt. Beschluß vom Verband diese Vereine bei Festen nicht eingeladen werden dürfen. Die Zur Abstimmung ergibt einstimmig für Nichteinladung des Vereins Hohenleipisch.

Außer den Vereinen die dem Verband angehören, sollen noch der Stahlhelm Plessa u. Umg. U. Elsterwerda eingeladen werden. Abstimmung ergibt 12 : 3 für Einladung des Stahlhelm Plessa u. Umg.

Stahlh. Elsterwerda 10 : 6 für Einladung

2. Schießstand: wird von dem alten abgesehen. Er soll überhaupt nur mit Kleinkaliber u. Luftbüchsen geschossen werden. Preise sind Geldpreise u. werden nach der Einnahme entspr. geregelt.

Es wird erwogen von der Fa. Herz Elsterwerda zwecks Erstehung eines Vereinsgewehrs (der gesammelt 7,-M) zur Ansicht kommen zu lassen.

Weiterer Beschluß: 3000 Festabzeichen (schwarz gelb) zu bestellen.TanzbändchenKontroller: 200 (himmelblau)

Platzgeld: Geschäftsleute als Mitglieder zahlen kein PlatzStandgeld.

Auswärtige Geschäftsleute wie überhaupt Geschäftsleute als Nichtmitglieder zahlen pro qm 5,-M u.

10,-M Antrag von Gastwirt Schiemangk um Genehmigung des Baues eines Zeltes auf dem Festplatz. Wird einstimmig angenommen u. zwar folgender Beschluß: Schiemangk darf aufbauen aber nur sein Ausschank oder sein Zelt.

(Antrag von Krd. W. Wilhelm) Vorbedingung: Hergabe seines Saales)

Dringlichkeitsantrag von Krd. Thümmler: Ausscheidung des Krd. Schütt. Begründung: Krd. Schütt hat bis augenblicklich keine Veranstaltung durch Versammlung des Vereins besucht. Geheimabstimmung ergab : 13 : 2 für die Ausscheidung. Schluß

Döllingen, d. 26. Juni 1926

Anwesend: 15 Mitglieder

Tagesordnung:

  1. Fest in Dreska
  2. Angelegenheit Thümmler – Schütt
  3. Vorbereitungen zum 50jährigen Jubiläum.

Da der Schriftführer Kamerad Hermann sein Amt plötzlich niedergelegt hat, tritt Kamerad Boltze vorläufig an seine Stelle. Nach Begrüßungsworten bemängelt der Vorsitzende den schwachen Besuch der Versammlung u. die schlechte Beteiligung bei den auswärtigen Festen.

Die Versammlung beschließt darauf folgendes:

  1. 8 Kameraden verpflichten sich, am Dreskaer Kriegerfest teilzunehmen.
  2. Die schwebenden Angelegenheiten betreffs der Kameraden Thümmler und Schütt werden geklärt und harren noch ihrer Entscheidung, die dann doch gefällt wird.
  3. Die eingegangenen Meldungen auswärtiger Vereine werden verlesen, verschiedene stehen noch aus. Die Quartiere für die Musikanten werden festgestellt. Paul Rößler übernimmt 2, Poppe 2, Hofmann 1, Müller 2, Wilhelm, Osw. 2, Schemmel 1 Nachtquartiere. Verpflegungs- quartiere für Sonntag Heinrich, Oskar 1, Kurt Weber 1, Wilhelm, Willi 2, Boltze 1.

Als Ersatzquartier bietet Kam. Schütt 1 Bett an. Die Reisigbeschaffung wird geregelt.

Die auswärtigen Gespanne werden untergebracht. 2 Pferde bei Poppe von Dreska, 4 von Grünewalde bei Ernst Rößler, 4 von Grünewalde bei Wilhelm, Osw., 2 von Biehla bei Hentzschel, 1 Gespann von Liebenwerda bei Schiemangk, 2 von Haida bei Schiemangk, 2 von Naundorf bei Krippendorf.

  • Die Fragen betreffs Schießstands u. Podiums- bau werden endgültig geregelt.
  • Die Vereinsschilder sollen von Eisermann gedruckt werden.
  • Die Besorgung von 6 Scheiben 24er wird Reinh. Poppe übertragen.
  • R. Schütt erklärt im Verlaufe der Versammlung seinen Austritt.
  • Die Tribüne baut Lange, den Schießstand Wilhelm

Boltze, Schriftführer

Döllingen, d. 7.7.1926.

Anwesend: 15 Mitglieder.

Tagesordnung:

  1. Platzfragen
  2. Schießfragen
  3. Kommers
  4. Fest

Die Versammlung beschließt folgendes:

  1. Der Festplatz ist der hintere Teil der Brache dicht am Schießstand. Am Freitag 7 Uhr sollen die Birken, Gebüsche und Unebenheiten beseitigt.
  2. Mit Großkaliber soll nur dann geschossen werden, wenn der Preis nicht zu hoch ist.
  3. Beim Zapfenstreich wird eine zahlreiche Beteiligung gewünscht. Fackeln werden dazu besorgt. Der Kommers bietet verschiedenes.
  4. Die Gewehrgruppe wird zusammengestellt.

Die Beschaffung des Reisigs wird geregelt.

FestabzeichenKommission in der Saalstube für die Vereine: Boltze, Hermann, auf dem Platze 1. an der Sperre: Laurentzsch, Tenner, WilhelmOsw. , Herrig 2. Platzkontrolle: Boltze, Hermann, Meyer, Krausch, George, Gotth.

Saalkommission 1.Saaleingang bei Wilhelm Müller, Schemmel Ablösung: Heinrich, Beger
bei Schiemangk: Laurentzsch, Wilhelm Moritz Ablösung Krausch, Herrig, 2.Tanzkontrolleure bei Wilhelm Paul Rößler, Reinh. Poppe Ablösung BoltzeHermann, WilhelmKurt bei Schiemangk, George, Gotth., Osw. Heyde, Reinh. George, Rich. George

Schießkommission: Kurt Hermann, Richter, RößlerEduard, Lange.

Festordner: Radfahrerpatrouille: Krausch, Wilhelm, Kurt, Laurentzsch

Anzeiger sollen gedungen werden, Boltze übernimmt die Regelung.

50jähriges Jubiläum !

Am 11. Juli 1926 konnte der Verein bei schönstem Wetter, unter starker Beteiligung vieler Verbandsvereine sein 50j. Bestehen festlich begehen. Das Fest nahm einen glänzenden erfolgreichen Verlauf. Schon am Tage zuvor herrschte im Dorfe außerordentlich rege Tätigkeit. – \ Zur Ausschmückung des Ortes beteiligte sich jung und alt, sodaß unser Örtchen gradezu mustergültig seine Gäste zu diesem gedenkwürdigen Tage willkommen hieß. Mit dem üblichen Zapfenstreich ausgeführt von der Finsterwalder Stadtkapelle u. starker Beteiligung der Vereine wurde das Fest eingeleitet, darauffolgend ein äußerst gemütlicher Kommers. – Der Festtag selbst wurde durch den Weckruf eröffnet. Gegen 10º Uhr vorm. trafen bereits die ersten Vereine ein, bis schließlich 230 nachm. Mit dem Festzug durch die Straße begonnen werden konnte. – Auf dem Festplatz angelangt, begrüßte der Vors. Krd. Weber die von nah und fern herbeigeeilten Kameraden nochmals herzlichst, worauf der Vors. des Kreis-Kr. Verbandes Krd. Faust die Festrede hielt. Unter markigen Worten gedachte er u.a. der Treue des Vereins zum KreisKr.Verband , die dieser trotz der Anfeindungen und Zersetzungsarbeiten gewisser von der Revolution erzeugter Elemente, bewiesen hat. – Einige Begründer des Vereins werden von ihm besonders herzlichst begrüßt u. ihnen

Es sind das die Kameraden: Heinrich Hofmann, Gottlieb Hofmann, Karl Rentsch – Unter reichlicher Ausnützung der doppelten Schießgelegenheit (auf 2 Schießständen) u. sonstigen Annehmlichkeiten verlief das Fest in bester Stimmung. Am Abend: Einzug mit darauf folgendem Ball auf beiden Saälen. Das Königschießen soll an einem besonderen Tag ausgeführt werden.

Döllingen, den 17 / 7. 26

Anwesend: 21 Mitglieder

Tagesordnung

  1. Verlauf unseres 50jährigen Jubiläums am 11. Juli 1926
  2. Königsschießen
  3. Verschiedenes

Nach Begrüßung des Vors. findet die Neuaufnahme eines Mitgliedes statt u. zwar der Krd. Krippendorf. U.a. kann von einen guten Abschluß des Festes gesprochen werden.

Dem Kassierer wird das Wort erteilt zur Bekanntgabe der Ein= u. Ausgaben beim Fest. Mit Befriedigung stellte der Vors. fest, dass ein Defizit trotz teils ungünstiger Verhältnissen, nicht zu verzeichnen ist. Es werden nun die Preise im Schießen festgelegt: I. Preis 10 M Krd. Richter – Elsterwerda, II.Preis 6 M = Segen Elsterwerda, III.Preis 4 M Richter Elsterwerda.

Zur besonderen Aussprache gelangt der Fall Kraupa. Der Verein Kraupa besuchte, trotz seiner Anmeldung unser Fest nicht sondern besuchte Hohenleipisch (der nicht im Kreis Krieger Verband) welche am selben Tage ebenfalls Fest feierten. Die Versammlung ist dafür, dass der Vors. eine entsprechende Antwort dem Verein Kraupa erteilt.

Zu Punkt 2. Das Königsschießen wird abgehalten, die Festsetzung richtig sich nach dem Turnerfest, findet dieses nicht statt, soll es an einem besonderen Tage abgehalten werden.

Zwecks Beschaffung einer Büchse bittet der Vors. um Beschlußfassung. Es ist hierzu ein besonderer Fonds bereits vorhanden. Die Abstimmung ergibt ein einstimmiges ja für Beschaffung.

Der Vors. des Kreiskriegerverbandes hat sich noch besonders beim Vors. für die gute Aufnahme bedankt.

Krd. Ed. Rößler spricht dem Vors. im Namen aller Kameraden für die große Aufopferung sowie der umsichtigen Leitung volle Anerkennung aus, worauf der Vors. dankt.

Die Versammlung fordert eine Anfrage an die Gemeinde zu richten, was diese gedenkt zu tun, um endlich Abänderung zu schaffen des traurigen Aussehens der Umgebung des Kriegerdenkmals zu schaffen.

Im Verlaufe des Festes ereignete sich leider ein kl. Zwischenfall indem die Girlande des Bäckers Feche von einigen noch nicht festgestellten Leuten umgerissen wurde. Der Verein hält es als seine Pflicht einzugreifen.

Döllingen den 25. Juni 1926

Anwesend: 20 Mitglieder

Tagesordnung: Festsetzung des diesjährigen Sommerfestes

Zu Anfang begrüßte der Krd. Vors. Weber die Kameraden u. gibt bekannt, dass die Unterstützungsgesuche beim Kreiskriegerverband von Erfolg waren. Es haben bekommen: Krd. Heinrich Hofmann = 25,- M, Witwer Schuster 20,- M.

Das Fest findet am 3. Juli statt, die Schießstandfrage ist durch das Entgegenkommen des Hr. Direktor v. Solms u. durch die Genehmigung des Amtsvorstehers gelöst.

Musik stellt voraussichtlich die Finsterwalder Stadtkapelle.

Der Verein nimmt an diesem Tage geschlossen am Gottesdienst teil u. legt anschließend zum Gedenken ein Kranz am Kriegerdenkmal nieder.

Mit nochmaliger Ermahnung zur Pünktlichkeit schließt der Vorst. heutige Versammlung.

Versammlung 7.1.27

Anwesend: 19 Mitgl.

Tagesordnung

  1. Wahl des Vorstandes
  2. Bericht über den Kreiskriegerverbands-Tages inFalkenberg
  3. Festsetzung eines Vereinsballes
  4. Verschiedenes

Der Vors. begrüßt die Kameraden. Noch einmal kommt er auf den Tod unseres 1. Vors. Generalfeldmarschalls v. Heeringen als Führer des Landeskriegerverbandes. Weiter gedenkt er dem Ableben des Schatzmeister des Kreiskr. Verbds. Krd. Ley. Beide werden geehrt, indem sich die Kameraden von den Plätzen erheben.

Zu Punkt 1.) Wird der Gesamtvorstand einstimmig wieder gewählt

2) Krd. Vors. Weber berichtet näher über den Verlauf des Kreiskriegervbdstages in Falkenberg. Als wichtiger Punkt ist die Bestehung der Jugendgruppen in den Vereinen. Der Gedanke auch in unseren Verein eine solche erstehen zu lassen, wird vorläufig kommenden Zeiten überlassen.

3) Einstimmiger Beschluß für die Abhaltung des Balles u. zwar am 22. oder 29. Januar oder auch anfangs Februar. Einladungen an die Nachbarvereine Plessa und Kahla sollen ergehen.

Musik stellt Stadtkapelle Finsterwalde, 6 Mann = 72 M u. die Reisegebühren etwa (?). Kein Eintritt

4) Wird der Verein Unterstützungsgesuche an den Kreiskriegerverbd. für die Kameraden Gottlieb Hofmann, Heinrich Hofmann, Karl Richter u. Ernstine Schuster.

26.8.27 Versammlung

Tagesordnung:

  1. Wahl von drei Kameraden zum diesjährigen Herbstschießen des Kreiskriegerverbandes in Mückenberg
  2. Meldung zur Fahrt nach Berlin am 2.10. Reichskriegstag
  3. Beschlussfassung über Abhaltung einer Festlichkeit anlässlich des 80. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten.
  4. Abschießen des Vereins

Zu Punkt 1 sind die Kameraden Vors. Weber, Krd. W. Wilhelm, Reinhold Poppe gewählt.

Zu Punkt 2. werden mehrere Kameraden an der Fahrt nach Berlin teilnehmen u. zwar vorläufig, Krd. Vors. Weber, Moritz Wilhelm, Karl Laurentzsch, Reinhold Poppe, Oswald Heinrich, Otto Poppe, Paul Rößler

Zu Punkt 3. findet am 24. September eine entsprechende Feier anlässlich des 80. Geburtstages des Reichspräsidenten statt. Die Versammlung faßte den Beschluß einstimmig.

Zu Punkt 4. wird der Beschluß gefasst, daß am 25. das alljährliche Abschießen stattfinden soll. In Aussicht sind freiwillige Spenden die als Preise zur Verteilung kommen, genommen. 6 Mann Musiger

Im weiteren wurden noch einige kleine Eingänge erledigt, sodann Schluß der Versammlung.

 

Döll. 21./1.1928 Generalversammlung

Anwesend: 19 Mitglieder

Tagesordnung:

  1. Rückblick auf das vergangene Jahr
  2. Wahl des Gesamtvorstandes
  3. Abhaltung eines Wintervergnügens

Der Vorsitzende begrüßt die anwesenden Kameraden u. bedauert, dass trotz seiner besonderen Einladung die Mitglieder so wenig erschienen sind.

Zu Vor Abwicklung der Tagesordnung überreicht der Vors. den Kameraden Wilhelm Moritz u. Schemmel Richard das Ehrenkreuz II. Klasse verbunden mit den herzlichen Gratulationen.

Zu Punkt 1 gibt der Vors. einen kurzen Rückblick über das vergangene Jahr, welcher mit besonderem Interesse verfolgt wird. Neue Mitglieder konnten leider nicht aufgenommen werden; möge das neue Jahr dahin mehr Erfolg versprechen u. einige noch dem Verein fernstehende uns zu zuführen.

Zu Punkt 2 wird der Gesamtvorstand einstimmig wiedergewählt.

Zu Punkt 3 kommt man überein u. beschließt einstimmig, daß am 11. Februar das Vereinsvergnügen stattfindet. Musik verpflichtet sich der Vors. wunschgemäß (4 Mann) zu den Abend zu verpflichten.

Finanziert wird das Vergnügen aus der Vereinskasse.

Einladungen an die Nachbarvereine Plessa Kahla sollen ergehen.

Nach Schluß 10 Uhr wird einstimmig der Beschluß gefaßt, der Einladung zum Ball des Nachbarvereins Plessa zu gehen; Folge zu leisten: Sämtliche einverstandene Mitglieder brechen sofort auf um zu Fuß nach Plessa zu gehen. Es herrscht fröhlichste Stimmung.

Döllingen, den 19./1.29 Generalversammlung

Anwesend: 20 Mitglieder

Tagesordnung

  1. Stellungnahme z. Rundschreiben d. KrKr.Verbd.
  2. Vorstandswahl
  3. Rechnungslegung
  4. Beschlussfassung über ein Wintervergnügen
  5. Verschiedenes

Der Vorsitzende Krd. Weber begrüßt die anwesenden Kameraden mit herzlichen Worten.

Pt.I. Das Rundschreiben behandelt mehrere wichtige Angelegenheiten, welche nachstehend nach den betr. § durchgegangen u. besprochen werden soll.

Pt.1. Stärkenachweis

Pt.2. Reichskriegertag in München am 20.u.21.Juli

Der Vors. empfiehlt den Krd. diese Gelegenheit einmal billig nach München zu kommen, wahr zu nehmen, umsomehr da München hinsichtlich seiner Sehenswürdigkeiten viel bieten dürfte. Es werden voraussichtlich mehrere Krd. teilnehmen.

Pt.3. Über Veranstaltung richtig melden.

„“ 4. Veteranenappell: sollen auch unsere Veteranen teilnehmen, G. Hofmann, 82 Jahre Karl Rentsch 81 J., Richter, Karl 83 J.

5u.6. Unwesentlich

7. Fechtwesen, wird empfohlen im Verein diese Einrichtung auch recht zu pflegen. Es wird folgender Beschluß gefaßt: Jährlich eine Umlage von 0,20 M pro Mitglied für das Fechtwesen einzuziehen (Einrichtung)(?)

8. Über Frauen, u. Jugendgruppen: Will der Verein vorläufig nichts unternehmen, da bereits hier im Orte Vereine bestehen, die unserem Verein nicht fernstehen.

9. Winterarbeit im Verein. Die Besprechung dieses Pts. ergibt u. lässt die Hoffnung offen, daß es im kommenden Jahr zur tätiger reger Arbeit führen wird.

Pkt.II. Vorstandswahl: Wird der Gesamtvorstand einstimmig wiedergewählt.

III. Wintervergnügen: Die Kameraden sind einstimmig für die Abhaltung des Vergnügens.

Tag: Mitte März. Der Vors. wirdmitder zu stellenden Musik Fühlung nehmen, um dann den Tag festzusetzen.

Pkt.IV. Rechnungslegung: die Kassenführung wird in bester Ordnung vorgefunden und dem Kassierer entlastung mit besten Dank seitens des Vors. erteilt.

Pt. V. Verschiedenes: Auf Vorschlag des Vors. ist man auch allgemein der Ansicht das die Ehrung unserer Gefallenen, stets am Toten- sonntag stattfinden soll u. zwar durch: Allge- meinen Kirchgang, Niederlegung eines Kranzes am Denkmal. Hierzu wird einstimmig der Beschluß gefaßt auch eine entsprechende Musik zu stellen.

Es sollen Unterstützungen für den Krd. Heinr. Hofmann u. für den Ww. Schuster beantragt werden.

Ferner soll Antrag auf Abzeichen für 25jährige Treue im Verein für die Kameraden.

B. Ww. Schuster ist inzwischen verstorben.

Wilhelm

 

Döll. 9.3.29 Versammlung

Anwesend 20 Mitglieder

Tagesordnung

  1. Protestkundgebung über die Kriegsschuldlüge
  2. Vortrag über Auslandsdeutschtum (Lehrer Vors. Weber)
  3. Verschiedenes

Unter begrüßenden Worten des Vors. geht er zu Punkt 1 über um auf Veranlassung des Verbandsvorsitzenden bezw. des Landesverbandes Stellung über die Lüge der Schuldigkeit am Weltkriege zu nehmen. Unter sehr leicht verstehenden Beispielen gibt der Vors. den Kameraden von der ungeheuren Last, die dem deutschen Volke durch den Versailler Vertrag auferlegt ist, einige Hauptzahlen. Durch Aufstehen erhebt die Versammlung geschlossen Protest über die alleinige Schuld des deutschen Volkes am Weltkriege.

Pt. 2 Eine Abwechselung in der Abwicklung der Vereinsversammlungen war der sehr interessante Vortrag über die Entstehung und weitere Entwicklung des Auslandsdeutschtums. Die Kameraden folgten mit großem Interesse dem Vortragenden Krd. Vors. Lehrer Weber u. zollten ihm nach Beendigung reichen Beifall.

Kamerad Lehrer Boltze verspricht den Krd. recht bald wieder mal einen derartigen Vortrag folgen zu lassen.

Pt.3 bittet der Vors. um pünktliche Beteiligung am bevorstehenden Vereinsvergnügen. Zwecks Vervollständigung der Stammrolle werden die Kameraden gebeten, ihre Entlassungspapiere mitzubringen.

Schluß

Döll. 6.4.1929 Versammlung

Tagesordnung

  1. Beschlussfassung zwecks Anlegung eines Schießstandes
  2. Vorlegung eines Kostenvorschlages u. Beschlußfassung zwecks Ausführung des Entwurfs.
  3. Aufbringung des Geldes
  4. Verschiedenes
  5. Sicherung von Grund u. Bodens des Schießstandes.

Zu Pkt. 1 wird einstimmig beschlossen, daß ein Schießstand gebaut werden soll.

Pt. 2 werden vom Baumeister Lange zwei Entwürfe vorgelegt, von denen Einsicht von den Mitgliedern genommen wird.

Der erste Entwurf mit schließt mit einem Kostenvorschlag von ca 900 RM ab.

Der zweite Entwurf mit ca 700 „“ ab.

Vor der weiteren Erledigung des Pts. 2 wird von der Versammlung der Pt. 5 erledigt.

Und zwar: Soll Pachtvertrag mit dem betreff. Eigentümern abgeschlossen werden, welcher einstimmig zugestimmt wird.

Zur Abstimmung kommt zu Pt. 2 Annahme des ersten Entwurfes u. wird dieser ebenfalls einstimmig angenommen. Die Endsumme dieses Kostenanschlages wird noch entgültig von Baumeister Lange festgelegt, da sich durch die Bereitwilligkeit verschied. Kameraden, die Summe erheblich noch verringern dürfte.

Zu Pt. 3 Die Aufbringung des Geldes. Durch Mehrheit wird beschlossen: daß ein Pflichtanteile in Höhe von 5 RM an jedes Mitglied ausgegeben werden soll . Die Anteilscheine werden gelden als zinslos und werden durch Verlosung je nach dem Vermögensstande des Vereins eingelöst.

Zum weiteren kommt ein Vorschlag des Vors. zur Aussprache, welcher sich auf die Bewältigung der Erdarbeiten bezieht.

Eine Abstimmung ergibt, daß Pflichtarbeit jedes Mitgliedes zu leisten ist. Der Stundenlohn, welcher durch Vergütung bei evtl. Nichtbeteiligung in Frage kommt, wird auf 0,51 M festgesetzt.

Eine vorläufige Zeichnung der Anteile von den Mitgliedern ergibt die Summe von ca. 500M.

Neu hinzutretende Mitglieder sind verpflichtet den durch obigen Beschluß festgesetzten Pflichtanteil von RM 5,- zu zahlen.

Zur Abstimmung kommt weiter, daß der Bau des Schießstandes trotz des noch fehlenden Betrages von ca 300 M Baumeister Lange übergeben wird„ der Beschluß ist einstimmig. Die Ausführung erfolgt nach polizeilicher Genehmigung.

V. g. u. (vorgelesen, genehmigt, unterschrieben!)

Herrmann Schriftführer
Vorsitzender Weber
Richard Schemmel
Moritz Wilhelm

Anwesendheitsliste der Versammlung vom 6./4.29

Vors.Krd. Weber              Krd. Krippendorf
Krd. Lange                        Krd. Rentsch M.
Krd. Herrmann                Krd. George R.
Krd. Hofmann Heinrich Krd. Poppe H.
Krd. Krausch H.               Krd. Grünberg O.
Krd. Wilhelm                   Krd. Heide Herm.
Krd. Laurentsch              Krd. Herrig
Krd. Wilhelm Osw.         Krd. Schemmel
Krd. Meyer P.
Krd. Hofmann Gottl.
Krd. Müller
Krd. George Reinh.
Krd. Faulwasser
Krd. Boltze Otto
Krd. Wilhelm Kurt
Krd. Rößler Paul
Krd. Wilhelm Willi
Krd. Beeger

Zusatz! Dem Mitbegründer unseres Vereins Friedrich Lentsch Dolsthaida wird zu seiner am 8./4.29 stattfindenden Diamantenhochzeit ein Glückwunschtelegramm übersendet.

Döllingen den 20. Juli 1929 Versammlung

Anwesend Mitglieder

Tagesordnung:

Stellungnahme zum Schießstandbau.

Bei Eröffnung der Versammlung gedenkt der Vors. Krd. Weber auch denen die sich zur selbigen Zeit in München zum Reichskriegertag befinden u. gibt den Wunsch zum Ausdruck, daß die Kameraden mit ???? Rührung kommen mögen u. gleichzeitig dieser Tag zum Segen des Kriegerverinswesen gereichen möge.

Z.Pt.I. Einige Zweifel bezügl. des Schießstandbaues die von seiten einiger Krd. geäußert werden, sind durch Baumeister Lange bezw. dem Vors. klargestellt worden.

– Ein Sommerfest soll am 25. August abgehalten werden, welches gleichzeitig zur Einweihung des neuerbauten Schießstandes dient.

Zur Aussprache kommt weiter ein Schreiben des Krd. Rentsch, betrifft: Bei Abhaltung von Festen darauf hinzuwirken, dass die Geschäftsleute als Kameraden nur jeder seine speziellen Waren feil zu halten.

Beschlussfassung wird auf nächste Versammlung vertagt.

Als ganz besonderes Ereigniß, ist die Übergabe des Verdienstkreuzes II. Kl. an den Kameraden Karl Laurentsch, durch den Vors.

Döllingen, den 10. August 1929 Versammlung

Anwesend 15 Mitgl.

Tagesordnung:

  1. Schießstand
  2. Besprech.d.Sommerfestes
  3. Stellungnahme Fall Rentsch

Zwecks Fertigstellung der Bauarbeiten sollen sich die Kameraden kommenden Sonntag zum Arbeitsdienst einstellen.

Weiter wird die Hälfte des Betrages der gezeichneten Anteilscheine heute eingezogen. Und zwar sind in der heutigen Versammlung eingezahlt: 230 M in Worten Zweihundertdreißig M, welche Baumeister Krd. Lange als Vorschuß gegen Quittung erhält.

Pt.2 Sommerfest. Der 25. August als vorgesehener Tag muß wegen des Kirchentages in Elsterwerda fallen gelassen werden. Entgültig den nun zu bestimmenden Tag kann die Versammlung heute nicht festlegen u. sind noch einige Erkundigungen nötig, die Beschaffung der Musik wird der Vors. besorgen u. ist der Wunsch geäußert die bisherige Kapelle (Finsterwalde) nicht zu bestellen.

Pt.3 Betrifft Geschäftsinteressen einiger Kameraden bei Abhaltung von Festen. Die Versammlung beschließt: den Antrag Rentsch keine Entscheidung zu geben, da man allgemein der Ansicht ist, dass ehr schädigend für den Verein sein könnte.

Unter Pt. Verschiedenes gelangen noch einige unbedeutende Angelegenheiten versch. Kameraden zur Aussprache.

Döllingen, den 30. Aug. 1929 Versammlung

Anwesend 14 Mitglieder

Tagesordnung: Abwicklung des Sommerfestes

Sonntag den 1. September findet nunmehr entgültig unser Sommerfest statt.

Um 10 Uhr: Antreten zum Königschießen

1 Uhr Auszug nach dem Festplatz mit anschließender Einweihung des des neuerbauten Schießstandes.

Kommandiert zur Schießaufsicht: Krd. Paul Rößler, Krd. Reinhold George Oberaufsicht

Saalaufsicht: Krd. Richard Schemmel, Krd. Wilhelm

Tanzaufsicht: Krd. Reinhold Poppe, Kurt Wilhelm

Eintritt: 20 Pfg. Tanzband 1,- M 3 Touren 0,20 M.

Musik stellt die Elsterwerdaer Kapelle Wendt.

Der Schuß auf die Ehrenscheibe kostet pro Mitglied 10 Pfg.

Beim Preisschießen am Nachmittag: 3 Schuß 1.- RM

1 Schuß 0,20 M

Unter Pkt. Verschiedenes Aufräumungsarbeiten am Schießplatz „ Es arbeiten sich freiwillig mehrere Kameraden morgen Sonnabend 4 Uhr dortselbst zur Stelle zu sein, um das Nötige noch zu tun. 12 Uhr Schluß

 

Döll. den 14./9.1929 Versammlung

Anwesend: 20 Mitglieder

Tagesordnung:

Festsetzung des Königsschießens u. Prämienschießen

Eingangs der Versammlung begrüßt der Vors. das ehemalige Mitgl. Krd. Fischer …(?) Kalle, welcher sich zufällig hier befindet.

Der Kassierer Krd. Wilhelm gibt dann ein Überblick über Einnahme bezw. Ausgabe unseres Sommerfestes u. ist wtl. Mit einem kleinen Überschuß zu rechnen.

Zur Aussprache kommt das Königsschießen am 1.9. bei welchem Krd. Tenner den besten Schuß abgab. Im Verein bestehen Zweifel über die Rechtmäßigkeit dieses Schießens, da die Gewehre wohl nicht ganz einwandfrei funktionierten. Der Vors. schlägt vor, eine Komission zu wählen, welche nochmals mit Krd. Tenner Rücksprache nimmt, ob er auf die Königswürde besteht oder nicht. Eine Abstimmung ergibt einstimmig, dass der König die Austragung der Königswürde rechtsmäßig erfolgt ist.

Die Komission besteht aus den Kameraden Poppe, Schemmel u. Herrmann.

Eine weitere Abstimmung ergibt einstimmig, für die Abhaltung des Prämienschießens u. findet am 22.9. statt. Anschließend ist öffentl. Tanz. Auf Anregung des Vors. erklären sich mehrere Krd. bereit, Preise für das Prämienschießen zu stiften.

Mit ganz besonderer Freude nimmt die Versammlung von der Mitteilung Kenntnis, daß auch unser ehemaliges Mitglied Krd. Fischer Kalle einen entsprechenden Preis zu stiften gewillt ist.
Auf Anregung des Krd. Boltze stellt der Vors. zur Aussprache: Nachwuchs durch Aufnahme von Jugemdlichen, welche das 20. Lebensjahr heute sich haben, zu schaffen. Der Beschluß ist einstimmig für Aufnahme.

Wer fährt zum Kreiskriegertag am 29. Oktober nach Ortrand? Wird vertagt auf nächste Versammlung.

Mit großer Genugtuung der Versammlung beschließt auf Vorschlag des Vors. der Verein, den Krd. Fischer Kalle als die Ehrenmitgliedschaft anzubieten, welche von diesem bewegten freudigen Ereignis angenommen wird. Hierauf erfolgte die Einteilung der Kassierer des Eintrittsgeldes (Saal) bezw. Tanzordner.

Als Schlusswort führt der Vors. mit anerkennenden Worten an, daß sich die Kameraden mit großem Interesse an der Erbauung unseres neuen Schießstandes beteiligt haben u. dankte

mit herzl. Worten. Schluß

 

Döllingen, den 5.10.29 Versammlung

Anwesend: 18 Mitgl.

Tagesordnung:

  1. Beerdigung d. Krd. Krippendorf
  2. Zeichnen v. Anteilen z. Schießstandbau
  3. Verschiedenes

Der Vors. Krd. Weber widmet dem dahingegangenen Krd. Krippendorf, herzl. Worte der Teilnahme. Die Versammlung erhebt sich von den Plätzen als letzte Ehrung. Krd. Krippendorf wird in Elsterwerda beerdigt. Der Verein wird ihn dort selbst zur letzten Ruhestätte begleiten.
Die Musik stellt wie üblich der Verein. Antreten ¾ 2 Uhr Montag den 7.10. im Vereins- lokal.

Pkt. 2. Erledigung der Anteilscheine d. Baues des Schießstandes.Baumeister Kd. Lange überreicht dem Verein die Rechnung, die wieder Erwarten niedriger gehalten ist u. größte Zustimmung seitens des Vereins erhält.

Das letzte Preisschießen erzielte einen Überschuß von 100 M, die sofort zur Abzahlung der Schuld verwandt werden.
Der Verein hält morgen Sonntag ein Übungsschießen ab, woran sich die Kameraden recht rege beteiligen möchten.

Die Versammlung beschließt erneut die Musik u. Kranz der durch Tod scheidenden Kameraden zu stellen u. Unkosten entstehenden Unkosten durch Umlage zu ersetzen.

Krd. Lange (Baumeister) erhält heute eine Gesamtsumme von 530 M. Es verbleibt eine Restsumme von 142,46 M.

Unter Verschiedenes wird den Kameraden eine kleine Überraschung zuteil in Form eines Kasten Bieres, den Krd. Tümmler spendet.

Krd. Laurentsch erklärt sich unter Pt. Verschiedenes bereit, dem Verein gelegentlich ein Gewehr zu stiften.

1930

Döllingen, den 4.1.1930 Generalversammlung

Anwesend: 22 Mann

Tagesordnung

  1. Bericht über die Vereinsarbeit im verfloss. Jahr
  2. Vorstandswahl
  3. Beschluß über die Abhaltung eines Wintervergnügens
  4. Verschiedenes

Mit den herzlichsten Neujahrswünschen (unter besonderer Berücksichtigung des anwesenden alten Kameraden Rentsch welcher im 81. Lebensjahre steht) eröffnet der Vors. die Versammlung.
Es folgt nun ein Rückblick d. alt. Jahres des Vors., welcher von großer Arbeit hinsichtlich des Schießstandbaues usw. zeugt.

Zum Pkt.2. Vorstandswahl. Der Vorsitzende u. dessen Stellvertreter lehnen eine Wiederwahl erst mal ab.
Der Vors. Krd. Weber übernimmt, nach Aufklärung einiger Mängel, die einstimmige Wiederwahl an.
Hiermit erklärt sich der Gesamtvorstand einschl. des 2. Vorsitzenden die Wiederwahl anzunehmen.

Zur Erledigung des Pkt.3 kommt man über- ein, ein Vergnügen abzuhalten. Es stimmen dafür 14 Mitglieder. Eine längere Aussprache ergibt: Rücksprache mit der Musik, betreffs Festlegung des Tages, zu halten.

Unter Pt. Verschiedenes wünscht der Vors. für das kommende Jahr ein Programm der Festlichkeiten festzulegen.

11. Mai : Anschießen!
5. Juli : Sommerfest
7. September: Abschießen & Preisschießen

Als Weihnachtsgeschenk erhält der Verein 1 Gewehr vom Kameraden Karl Laurentsch, wofür ihm er sogl. Dank von seiten der Kameraden zuteil wird.

Die Einzäunung des Schießstandes ist zerstört u. soll umgehend erneuert werden.

Betreffs der Finanzierung des Wintervergnügens (siehe unten)

Es wird folgender Beschluß einstimmig gefaßt: Die Nachbarvereine Plessa u. Kahla stets zum Wintervergnügen einzuladen. Ferner werden sämtliche Familienangehörige der Mitglieder eingeladen. Söhne die das 21. Lebensjahr erreicht haben müssen, falls sie sich am Vereinsvergnügen beteiligen wollen, Mitglied werden. Bis zur Stimmberechtigung, die sie nach zweijähriger Mitglied- schaft erlangen, haben diese die Hälfte des Viertelj.Beitrages 0,50 RM zu zahlen.

Auf einen Dringlichkeitsantrag d. Krd. Boltze ein betreffs: Finanzierung des Wintervergnügens.

Soll durch Umlage 1,- M pr. Mitgl. erhoben werden. Es wird durch Beschluß einstimmig festgelegt.

 

Döllingen, den 7. März 1930 Versammlung

Anwesend: 13 Mitglieder

Tagesordnung

  1. Festsetzung eines Teaterabends zu den Osterfeiertagen
  2. Verschiedenes

Zu Pt. 1. In Ermangelung von befähigten Spielern, muß von der Durchführung eines Theaterabends abgesehen werden.

Zu Pt. 2. Zwecks Planierung des Platzes vor dem Schießstand, finden sich die Kameraden am 23. des Mts., frühmorgens 7 Uhr dortselbst ein.

 

Döllingen, den…    Versammlung

Anwesend 13 Mitglieder

Tagesordnung

  1. Stellungnahme zum Rücktritt des I. u. II. Vorsitzenden, evtl. Neuwahl.
  2. Verschiedenes

Es wird beschlossen:

Zu Pkt. 1. An die Herren Vorsitzenden heranzutreten, um sie zu bitten, in diesem Jahre noch weiter den Vorsitz zu übernehmen. Der Beschluß ist einstimmig.

Zu Pkt. 2. Betreffs Bezahlung der Verbandsbeiträge wird beschlossen: 25 M zu zahlen u. für den Restbetrag ein Schenkungsgesuch einzureichen.

Einstimmig wird beschlossen, dass am 6. Juli (wie vorgesehen) das Sommerfest stattfindet. In Anbetracht der schlechten finanz. Lage, soll nach Möglichkeit zugesehen werden, um von dem Fest einen kleinen Gewinn zu erzielen. Die Musik zu besorgen verpflichtet sich Krd. Laurentsch. Bei günstigem Preisangebot der Musik, soll Kirchgang gehalten werden.

Königschießen findet traditionsgemäß statt. Der Verein (d.h. einige Kameraden) stiften hierzu eine Königscheibe.

Zwecks weiterer Besprechung der Ausgestaltung des Festes findet kurz vorher nochmals eine Versammlung statt.

Weiter wird beschlossen: Beim Kreisverband bezügl. der Haftpflicht Erkundungen einzuholen. Am 2. Feiertag (Pfingsten) soll ein Gesellschafts- schießen stattfinden.

Döllingen, den 19./6.1930 Versammlung

Anwesend 21 Mitglieder

  1. Neuwahl des I. u. II. Vorsitzenden
  2. Festlegung des Programmes des am 6. Juli stattfindenden Sommerfest
  3. Einladung des Kriegervereins Kahla (Fest am 29/d
  4. Verschiedenes

Die Versammlung wird vertretungsweise vom Schriftführer eröffnet, da der I. Vors. Krd. Weber sein Amt den Vorsitz endgültig niedergelegt hat.

Zu Pkt.1 Vorschläge zum I. Vors. Krd. Otto Beger
Vorschläge zum II. Vors. Krd.Karl Laurentsch

Einstimmig wird der Krd. Otto Beger zum I. Vors. gewählt, er nimmt die Wahl an.
Für den II. Vors. ergibt Krd. Laurentsch ergibt es ebenfalls eine einstimmige Wahl, worauf Krd. Laurentsch ebenfalls annimmt.

Zu Pkt. 2 egibt die Musikfrage eine rege Aussprache.

Es soll mit der Hohenleipischer Kap. entgültig abgeschlossen werden.

Zur Abwicklung des Festes wird folgendes festgelegt:

  • Kirchgang (erfordert Rücksprache mit d.H.Pastor)
  • Königschießen 10 Uhr
  • Auszug z. Fest 1½ Uhr
  • Preisschießen 3 Sch. 1,-M Probeschuß 0,20M
  • (Preise werden auf Grund der Einnahmen verteilt)
  • Saaleintritt 20 Pfg., Tanzgeld 1,-M
  • Einzeltour 3 = 20 Pfg.
  • Einteilung d. Mannschft.

Zu Pkt. 3 nimmt der Verein an dem Sommerfest Kahla teil. Abmarsch 1 Uhr

Zu Pkt. 4 stellt Krd. Weber den Antrag: Statt oder für das Ständchen bringen der Musik, freiwillig 1 M in die Vereinskasse zu zahlen. Das Ständchen bringen d. Musik fällt somit in Fortfall. Vorliegender Antrag wird von der Versammlung gutgeheißen.

 Döll. 9. Aug.1930  Versammlung

Anwesend 24 Mitglieder

Tagesordnung

  1. Aufnahme neuer Mitglieder
  2. Bericht über Sommerfest
  3. Beschlussfassung über das Abschießen
  4. Verschiedenes

Der Vors. begrüßt die Kameraden u. gibt seine Freude über den guten Besuch zum Ausdruck.

Er geht zu Pkt.1 über u. begrüßt die neuen Mitglieder Hermann Brundisch u. Hans Faulwasser,

Zu Pkt.2 gibt der Vors. einen Überblick über den Verlauf bezw. finanziellen Abschluß des Sommerfestes bekannt. Er schließt mit einem Reingewinn von 94,53 RM ab, worüber mit voller Zufriedenheit von den Kameraden Kenntnis genommen wird.

Zu Pkt.3 beschließt der Verein am 7. September ein Abschießen abzuhalten. Es erklären sich 12 Kameraden bereit, hierzu Preise zu stiften.

Ausmarsch 1 Uhr. Musik soll die Döll. Kap. stellen. Saaleintritt 20 Pfg. Tanzgeld 1.-RM Einzeltänze 3 = 20 Pfg. Mitglieder haben freien Eintritt. Zu Pkt.4 Antrag des Krd. Boltze: dem König künftig eine Unterstützung von 15 M zu gewähren, wird mit 20 Stimmen angenommen. Es soll hierdurch soll eine gerechtere Durchführung des Königschießens durchgeführt werden.

Der Vors. gibt noch einige Eingänge bekannt.
Betreffs Wanderpreisschießen , welches in Lauchhammer stattfindet sind als Schützen gewählt Krd. oder erklären sich teilzunehmen Krd. Wilhelm, Krd. Weber, Krd. Beger.
Zum Weiteren geht ein Antrag von Krd. Weber ein der dahin geht: In der Adventszeit soll eine zwanglose Zusammenkunft mit Angehörigen stattfinden. Der Antrag wird allgemein sehr gut geheißen u. wird einstimmig angenommen und soll am 13. Dez. durchgeführt werden.

Der diesjährige Kalenderbedarf beläuft sich auf ca. 20 Exempl.

Schluß

 

Döll. 25/10.30 Versammlung

Anwesend: 20 Mitglieder

Tagesordnung:

  1. Bericht über das Abschießen
  2. Aussprache über den am 13./12 stattf. Familienabend
  3. Verschiedenes

Der Vors. begrüßt die erschienenen Kameraden u. gedenkt gleichzeitig der großen Grubenkatastrophe in Alsdorf wobei ca. 260 deutsche Männer starben. Die Kameraden erheben sich vom Platz.

Zu Pkt.1. dankt der Vors. für die gespendeten Preise. Krd. Wilhelm (Kassierer) gibt Ein- u. Ausgaben bekannt, wonach noch ein Überschuß von ca. 71,-RM gebucht werden kann.

Zu Pt.2. erklären sich der Vors. u. Krd. Weber bereit, die Ausgestaltung des Familienabends vorzubereiten. Allgemein besteht die Stimmung, daß die Feier in dem Vereinszimmer stattfinden soll.

Eine weitere Aussprache geht dahin, einen Ausschuß zu bilden, welcher aus den vorgeschlagenen Kameraden Beger, Weber, Boltze u. Herrmann besteht.

Pkt. 3 Auf Vorschlag des Vors. wird auch in diesem Jahre der Verein , der gefallenen Kameraden am Toten- sonntag durch Kirchgang u. Kranzniederlegung am Totensonntag, ehren. Von Musik will man, mit Rücksicht auf die schlechte finanz. Lage, in diesem Jahre Abstand nehmen.

An den kommenden Verbandstag werden die Kameraden Laurentsch, Weber, Herrmann voraussichtlich teilnehmen.

Auf Anregung des Vors. u. gleichzeitigen Antrag des Krd. Weber soll ein Unterstützungsgesuch für den Krd. Richter u. der Witwe Hofmann eingereicht werden.

Zu dem 83. Geburtstage des Krd. Rentsch beschließt die Versammlung, dass der Verein geschlossen mit Musik antritt, um den greisen Kameraden zu gratulieren. Antreten ½ 8 Uhr. Die Bezahlung der Musik wird von den Kameraden getragen.

In besonderer Ehrung wird einstimmiger Beschluß gefaßt, den Kameraden Rentsch zu seinem Geburtstage die Ehrenmitgliedschaft auszusprechen. Auf nachträglichen Antrag d. Krd. Laurentsch, soll beim Verband angeregt werden, ob noch die Einrichtung besteht, dass der Verband für Kameraden die den 80. Geburtstag feiern, Hindenburgbilder als Geschenk gegeben werden.

1931 11. Januar Generalversammlung

Erschienen: 22 Mitgl.

Tagesordnung

  1. Jahresbericht
  2. Rechnungslegung
  3. Bericht über Kreis-Kriegertag
  4. Neuwahl des Gesamtvorstandes
  5. Neuwahl des Fechtmeisters
  6. Verschiedenes

Der Vorsitzende begrüßt die Kameraden mit dem Wunsche, dass uns das neue Jahr das bringen möge, welches unser aller Wunsch ist: Eine bessere wirtschaftliche Lage.

Zu Pkt.1. Der Vorsitzende gibt einen ausführlichen Bericht des vergangenen Jahres.

Zu Pkt.2. erläutert Kassierer Krd. Wilhelm Einnahme u. Ausgabe der Vereinskasse, sie schließt ab: Einnahme : 688,59  Ausgabe : 599,29  bleibt 89,30 RM Guthaben.
Die Entlastung, wird nach der Prüfung der Kasse erfolgen.
Die Prüfungskommission besteht aus den Kameraden: Oswald Heyda u. H. Brundisch

Zu Pkt.3. erhält Krd. Herrmann das Wort um einen eingehenden Bericht zu erstatten.

Kd. Vors. Beger gibt weitere diesbezügl. Aufschlüsse einiger angeschnittener Punkte.
Gleichzeitig machte der Vors. davon Mitteilung, daß die vom Verein gemachten Unterstützungsgesuche von Erfolg waren: Es haben erhalten Krd. Richter 25 M, Ww. Hofmann 20 M.

Zu Pkt.4 Auf Zuruf: Der alte Vorstand möge im Amt bleiben, wird dieser einstimmig wiedergewählt.

Es erfolgt die Wahl eines Fechtmeisters. Auf Vorschlag wird Krd. P. Rößler einstimmig gewählt.

Pkt. 5 kommt der Vors. auf den Austritt bezw. Eintritt von Mitgliedern, als Ergänzung zum Jahresbericht zu sprechen, er gibt bekannt: Zur großen Armee abberufen: Krd. Heinrich Hofmann,  Verzogen: Krd. O. Boltze
Eingetreten: Krd. Brundisch, Faulwasser, Joh., Oswald Wilhelm jun. u. Krd. Primas.

Zu der bevorstehenden Wiederkehr der 60. Reichsgründung am 18. Januar, wird der Verein eine entsprechende Feier halten, welche sich bereits in Vorbereitet findet. < (Originaltext) Bezügl. des Gesuches betreffend Haftpflicht an den Verband, ist keine Antwort erfolgt u. hat sich der Verein entschlossen, eine Versicherung bei der Landesfeuerzoizieätät aufzunehmen. Die Zustimmung erfolgt durch einstimmigen Beschluß.

Das Zur Festlegung des Programms der Festlichkeiten für das kommende Jahr wird beschlossen:

  • Am 7. März Wintervergnügen
  • 3. Mai Anschießen
  • 5. Juli Sommerfest
  • 30. August Abschießen abzuhalten

Der Vors. gibt bekannt, dass künftig eine Unterstützung seitens des Vereins„ an die Kriegsgräberfürsorge in Fortfall kommt, da lt. Rundschreiben dies von dem Verband erledigt wird. Auf Beschluß der Versammlung soll bei der nächsten Verbandssitzung eine Anfrage gerichtet werden, inwieweit sich finanziell der Staat in dieser Organisation sich beteiligt.

 7. März 1931 Versammlung

Anwesend: 19 Mitglieder

Der Vorsitzende begrüßt die erschienenen Kameraden u. geht zur folgenden Tagesordnung über:

  1. Wintervergnügen
  2. Anschießen
  3. Verschiedenes

Es wird beschlossen:

Zu Pkt. 1. wird das Wintervergnügen fast einstimmig abgelehnt.

Zu Pkt. 2. findet am 3. Mai endgültig das Anschießen statt. Die Abstimmung stimmt ist einstimmig dagegen dafür. Ferner wird einstimmig beschlossen: Dem Vorstande zur Beschaffung der Musik Vollmacht zu erteilen.

Zu Pkt.3. Nach Erledigung einiger weniger wichtiger Pkte. geben die Prüfer über die Kassenführung der Jahre 1928-30 Bericht. Zu beanstanden ist nichts gewesen u. wird dem Kassierer durch den Vors. Entlastung erteilt.

Auf Antrag d. Krd. Schemmel eine Hülle z. Fahne zu schaffen erbietet sich der Vors. das Erforderliche dafür erledigen zu wollen. Hierauf wird die Versammlung geschlossen.

Döllingen, den 28. April 1931 Versammlung

Anwesend 12 Mitglieder :

Tagesordnung:

  1. Anschießen
  2. Verschiedenes

Zu Pt. 1. wird beschlossen: Das Anschießen auf den 10. Mai zu verlegen, da es zu diesem Tage der hiesigen Musik passt. Als Entschädigung erhält die Musik pro Mann 8,- RM u. stellt 4 Mann.
Bezügl. der Beschaffung der Preise, erklärt sich der Krd. Laurentsch bereit, Preise zu annehmbaren Preisen zu beschaffen u. zwar sollen es mindestens 10 Preise sein.
Antreten wird auf 1 Uhr festgesetzt.
Ferner erklären sich die Kameraden Laurentsch u. Wilhelm bereit, den Schießstand ordnungsmäßig vorzubereiten.
Einladungen sollen ergehen an die auswärtigen Mitglieder sowie an die befreundeten Nachbarvereine wie Kahla & Plessa.
Das Anschießen soll durch Inserat im Kreisblatt bekanntgegeben werden.

Zu Pkt. 2. Der Vors. Stellv. Krd. Laurentsch schlägt vor dem Vorsitzenden Krd. Beger, welcher sich im Krankenhaus infolge einer Beinverletzung, befindet, einen Gruß zu senden, was sofort zur Ausführung kommt.

Es folgt, verschiedenen Einladungen von benachbarten Vereinen zu erledigen u. zwar beabsichtigt der Verein teilzunehmen:  Gröden 7. Juni ca. m. 20 Mann.

 

Döllingen, den 30.5.31 Versammlung

Anwesend: 20 Mann

Tagesordnung:

  1. 60jähriges Jubiläum Gröden
  2. Bericht über Anschießen u. Beschlussfassung über Sommerfest
  3. Gründung einer Jugendgruppe
  4. Verschiedenes

Der Vorsitzender begrüßte die Kameraden, bedankt sich unter a. für den frdl. Gruß den man ihm während seiner Krankheit nach Halle sandte.

Zu Pkt. 1. Ist dem Verein Gröden bereits schriftlich die Beteiligung zugesagt. Die Stimmung ist auch heute für unbedingte Beteiligung u. ergibt die Zusage=ca 21 Mann. Die Frauen sollen hierzu eingeladen werden.

Zu Pkt. 2. Der Kassierer Krd. Wilhelm gibt den finanziellen Ausklang unseres Anschießens bekannt. Er schließt ab, mit einem Überschuß von 27,68Mab.

Das Sommerfest welches, wie geplant am 6.Juli stattfinden soll, wird durch Abstimmung mit erheblicher Mehrheit entgültig auf diesen Tag festgesetzt.

Zu Pkt 3. Nach längerer Debatte wird darin eine Einigung gefunden, die Kameraden welche Söhne hierzu stellen können, alles Mögliche zu tun, um hierin zum guten Ziel zu kommen.

Zu Pkt. 4. Werden einige unbedeutsame Angelegenheiten besprochen.

Der Vors begrüßt ein neues Mitglied u. zwar Paul Kümmel; welcher seinen Beitritt erklärte.

Döllingen, den 28./VI.(?) 1931 Versammlung

Anwesend: 24 Mann

Tagesordnung

  1. Fest am 5./ VIII. 1931
  2. Jugendgruppe
  3. Verschiedenes

Der Vorsitzende begrüßt die Erschienenen u. wird zur Tagesordnung übergegangen.

In Erörterung steht die Musikfrage, die dahin geregelt wird, dass die Hohenleip. Kap. spielt zum Preise von 70 RM.

Ferner wird beschlossen: ½ 2 Uhr Ausmarsch.

Das Königschießen findet 7 Uhr statt ½ 7 Uhr antreten. Einmarsch und Eröffnung des Tanzes 7 Uhr.

Eintrittsgeld 20 Pfg. Tanzgeld 80 Pfg. Vereinsmitglieder bezahlen ebenfalls voll.

Schießaufsicht Krd. R. George, II. Vors. Krd Laurentsch Scheibenbedienung: Osw. Wilhelm usw.

Preise des Schießens: Probeschuß: á 15 Pfg.(3 Schuß 0,75 RM) Zu Pkt.2 erläutert der Vors. nochmals kurz Zweck u. Ziel sowie seine Bedeutung überhaupt.

Eingefunden haben sich heute, auf Grund ergangener Einladung:
Paul Heinrich Hermann Wilhelm
Heinz Wilhelm Hermann Heide
Herm. Hentschel
Herbert Heinrich
Richard Grünberg
Gerhard Beger

Der Vorsitzende begrüßt die Erschienenen und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß diese Organisation zu einem guten Erfolg sich auswirken möge. Die Zustimmung der Versammlung ist einstimmig. Darauf findet eine Verpfichtung des Vorsitzenden durch Handschlag statt.
Die Wahl eines Führers wird auf die nächste Versammlung vertagt.

Zu Pkt.3 wie üblich soll auch in diesem Jahre eine Bekanntmachung d. Festes im Kreisbl. stattfinden, welches einstimmig beschlossen wird.
Auf Vorschlag d. Vors. wird der Kamerad Hans Faulwasser zum Scheibenwart ein- stimmig gewählt.
Bezügl. eines Schreibens u. Festsetzung einer Strafe von 40 RM des Musikschutzverbandes Berlin, hat der Verein Einspruch erhoben. Eine Anwort von Berlin ist bisher nicht eingegangen.

v. g. u. (vorgelesen, genehmigt, unterschrieben)

Herrmann Beger Schriftführer Vorsitz.

 

Döllingen, den 22./8.31 Versammlung

Anwesend:

Tagesordnung

  1. Bericht über Sommerfest
  2. Beschlußfassung über Abschießen
  3. Verschiedenes

Zu Pkt.1 Der Vors. begrüßt die Kameraden wie üblich. U.a. streift er in kurzen Zügen das Sommerfest u. kommt zu dem Resultat daß es trotz der schlechten Aussichten, welche durch ein unvorhergesehenes Gewitter eintraten, noch als gut zu bezeichnen ist.

Der Kassierer Krd. Wilhelm gibt dann den finanziellen Ausgang bekannt u. zwar ergibt die Rechnung in d. Einnahmen u. Ausgaben ein + von 3,04 RM.

Den besten Schuß auf die Königscheibe gab der Krd. Kurt Wilhelm ab. Nochmals vom Vors. beglückwünscht, überreicht dieser dem König die verdiente Ehrenscheibe, welche von S. Majestät des Vorjahres Krd. Otto Boltze gestiftet wurde.

Zu Pkt.2 Ist lt. Protokoll das Abschießen vom Januar am 30. August vorgesehen. Die Versammlung ist einstimmig für die Abhaltung des Abschießens u. soll am 13. September entgültig stattfinden. Wie alljährlich soll auch im diesen Jahr ein Tänzchen den Tag beschließen. Die Musik stellt die Ortskapelle.
Preise werden z.T. von den Kameraden gestiftet, den Rest will man aus der Vereinskasse entnehmen.

Zu Pkt.3 Betr. Wanderpreisschießen des Kreiskriegerverbandes werden zur Teilnahme folgende Kameraden bestimmt: 1. Wilhelm W. Beger, Weber, Faulwasser.
Der Tag ist noch nicht festgesetzt.
Als neues Mitglied der Jugendgruppe begrüßt der Vors. den Max George.

Schluß

Döllingen, am 17./11.1931 Versammlung

Anwesend:

Tagesordnung:

  1. Bericht über Abschießen
  2. Reichsgründungsfeier 18. Januar
  3. Verschiedenes

Der Vors. eröffnet unter herzl. Begrüßungsworten die erschienenen Kameraden u. erteilt dem Kassierer das Wort zur Berichterstattung über Pkt.1:

Z. Pt.1 hat die Einnahme ergeben 127,95 RM  Ausgabe 51,30 RM  bleibt 76,65 RM.
Der Vors. stellt fest, daß dies ein guter Abschluß ist u. dankt den Kameraden gleichzeitig für die gespendeten Preise.

Pkt.2 Auf Anregung des Kreisverbandes soll im allgemeinen mit Rücksicht auf die Not, der schlechten wirtschaftlichen Lage möglichst von Vergnügungen abgesehen werden dagegen will man die 50 Wiederkehr der Reichsgründung möglichst intensiv zu gedenken.
Zu einer entgültigen Regelung kommt es noch nicht. Es wird die Angelegenheit vertagt.

Pkt.3 Die Heldenehrung am Totensonntag, soll auch in diesem Jahr durchgeführt werden, u. zwar durch Kirchgang, Kranzniederlegung am Denkmal usw.

Gleichzeitig wurden die diesj. Kalender f. 1932 verteilt.
Der Vors. gibt noch einen kurzen Bericht über den letzten Verbdstag in Elsterwerda.

Döllingen, 2. Januar 1931 Versammlung

Anwesend: 33 Mitgl.

Tagesordnung:

  1. Jahresbericht
  2. Rechnungslegung
  3. Neuwahl des Gesamtvorstandes
  4. Verschiedenes

Der Vorsitzenden begrüßt die Kameraden unter Hinweis auf die äußerst ernste Zeit in der wir uns augenblicklich befinden ohne Aussicht auf Besserung, die uns auch wohl kaum das neue Jahr bringen wird.
Gleichzeitig glaubt sich der Vors. einer sehr ernsten Pflicht erledigen zu müssen, indem er zweier Kameraden in höchst anerkennenden Worten gedenkt, welche zur großen Armee abberufen wurden. Es sind die Kameraden Eduard Rößler u. der Ksvbds. Vors. Faust. Unter Erheben von den Plätzen, gedenkt man letztere bes. zu ehren.

Z. Pkt.1 gibt der Vors. einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr. Es sind unter anderen 2 Kameraden (Rentsch u. Rößler zur großen Armee abberufen. Ausgeglichen wurde diese Verlust durch einen Eintritt von 3 Kameraden. Insgesamt wurden 7 Versammlungen abgehalten, die einen Durchschnittsbesuch von 67 % aufweisen. Ein ver- hältnismäßig guter Besuch.

Z. Punkt 2 gibt der Rechnungsführer Krd. Wilhelm die Rechnungslegung des vergangenen Jahres bekannt. Die Rechnung schließt ab:  In der Einnahme: 648,77 RM, Ausgabe: 485,92RM  bleibt Kassebestand: 162,85 RM

Z.Pkt.3 Auf Vorschlag aus der Versammlung heraus, der Gesamtvorstand möge die Wahl auch im neuen Jahre den Vorstehen Vorsitz führen, entschließt sich der Vorstand die Wahl erneut anzunehmen.

Z. Pkt. 4 Verliest der Vors. ein Anschreiben, welches sich auf die Übernahme des vorläufigen Vorsitzes des Krsverbdes. bezieht, welche sich durch den Tod des Vors. Faust erforderlich machte. In Erörterung kommt die Abhaltung des Wintervergnügens. Die Versammlung beschließt einstimmig für eine Abhaltung desselben, u. zwar wird der 23. Januar dafür bestimmt. Die Musik stellt die Döllinger Kap. Bezügl. des Vergnügens gibt der Vors. einige Aufklärungen u. Erläuterungen, die an für sich unbedeutend sind.

Als neues Mitglied wird Krd. Oswald Ober i.d.V.aufgenommen.

Dem Verein wird im neuen Jahre ein Geschenk zuteil u. zwar durch Entgegenkommen des Vors. u. seines Stellvertreters, beide erklären sich bereit das lang ersehnte Telefon für den Schießstand zu beschaffen. Bezahlung erfolgt durch die Vereinskasse, hierfür geben die Genannten Anteilscheine dem Verein zurück.

Der Plan für die kommenden Jahre stattfindenden Vergnügen wird wie folgt festgelegt:

  • 1. Mai Anschießen
  • 3. Juli Sommerfest
  • 28. August Abschießen

Nachtrag: Zur Entlastung des Kassierers macht sich die Prüfung der Kasse notwendig. Vorschlag: Hermann Oswald Heide, Paul Rößler beide nehmen als Prüfer die Wahl an.

v. g. u. Herrmann Beger Schftf. Vors.

 

Döllingen, den 2. April 1932 Versammlung

Anwesend: 37 Mitglieder

Tagesordnung:

  1. Aufnahme neuer Mitglieder
  2. Anschießen
  3. Verschiedenes

Nach Eröffnung der Versammlung begrüßt der Vors. Krd. Beger die erschienenen Kameraden und geht zu der Tagesordnung über:

Zu Pkt. 1: Seit längerer Zeit ein seltener aber doch erfreulicher Pkt. der Tagesordnung! Unter diesem Gesichtspunkt begrüßt der Vors. die erschienenen neuen Kameraden u. ergibt die Abstimmung eine einstimmige für die Aufnahme in unseren Reihen.

Es sind folgende Kameraden:

  1. Hermann Bieler
  2. August Plötz
  3. Fritz Gärtner
  4. Ewald Heinrich
  5. Arno Hietschke

Zu Pkt. 2 Das diesj. Anschießen mit anschl. Tanz wird einst. beschlossen u. findet am 1. Mai statt. Die übliche Abwicklung u. Vorbereitung derselben wird dem Krd. Vors. überlassen.

Zu Pkt. 3 Gibt der Vors. bekannt, dass die Prüfung der Kasse nunmehr stattgefunden hat u. nichts zu beanstanden war. Es wird dem Kassierer Krd. Wilhelm Entlastung erteilt. Der Vors. dankt dem Kass. besonders für seine korrekte Führung der Vereinskasse.

U.a. gedenkt der Vors. dem stattgef. Wintervergnügen u. stellt mit Genugtuung fest, daß auch das Vergnügen als gut gelungen angesehen werden kann.

v. g. u. Herrmann Beger Schriftf. Vors.

Döllingen, den 11. Juni 1932 Versammlung

Anwesend: 30 Mann

Tagesordnung:

  1. Aufnahme neuer Mitglieder
  2. Bericht über Anschießen
  3. Sommerfest
  4. Verschiedenes

Es wird beschlossen:

Zu Pkt.1 Als neues Mitglied wird der Gastwirt Berthod Schiemangk aufgenommen. Er erhält bei der Abstimmung die absolute Mehrheit.

Zu Pkt.2 gibt der Vors. einen kurzen Bericht über das am 1. Mai stattgefundene An- schießen. Es wurde ein Überschuß von ca. 48 RM erziehlt u. kann somit als gut gelungen angesehen werden.

Zu Pkt.3 Das sommerfest soll wie vorgesehen, auch in diesem Jahre stattfinden. Die Musik wird von der Biehla’er Kapelle Hesse zu dem Preise von 50 RM . Abgestimmt wird hierfür fast einstimmig.
Tratitionsgemäß findet auch der übliche Kirchgang statt. Im weiteren wird noch über die Abwikkelung des Festes selbst gesprochen.

Zu Pkt.4 Es meldet sich als neues Mitglied Oswald Ziesche, er wird einstimmig aufgenom- men.
Kamerad Weber stellt den Antrag zur geistigen Betätigung im Vereinsleben das Buch „Das alte Heer“ zu beschaffen. Es wird beschlossen, das Buch zu beschaffen, Bezahlung erfolgt aus der Vereinskasse.

Eine Anregung des Krd. Weber unsere im Weltkrieg gefallenen Kameraden, einen Gedenk- stein innerhalb der Kirche zu geben, wird angenommen u. soll bei der nächsten Versam- lung auf die Tagesordnung kommen. Um dieses weiter zu erörtern, will man über die Art des selben noch Erkundigungen ein- ziehen.

v. g. u. Herrmann Beger Schriftführer Vors.

 

Döllingen, den 13. August 1932 Versammlung

Anwesend: 29 Mitgl.

Tagesordnung:

  1. Bericht über Sommerfest
  2. Schießen mit Plessa (Kriegerverein)
  3. Gründung eines Fonds zur Beschaffung einer Ehrentafel in der Kirche.
  4. Verschiedenes.

Der Kamerad Vors. Beger eröffnet die Versammlung. Er gedenkt mit kurzen Worten der Besatzung der Niobe, die infolge Unwetters auf dem Meere den Heldentod fanden. Die Versammlung ehrt die gefallenen Kameraden durch Erheben von den Plätzen.

Zu Pkt.1 gibt der Vors. nochmals einen kurzen Rückblick. Der Kass. legt Rechnung u. ist ein Überschuß mit 31,74 RM zu verzeichnen. Demnach kann man auch diese Veranstal- tung als gelungen bezeichne

Zu Pkt.2 Auf Anregung des Vors. soll ein Gesellschaftsschießen mit dem Verein Plessa stattfinden. Es entwickelt sich eine längere Aussprache darüber. Da diese Einrichtung zum erstenmal u. versuchsweise stattfindet, will man von der Festlegung eines festen Programms vorläufig absehen.
Der Beschluß ist für die Veranstaltung. Tanz findet nicht statt.

Zu Pkt.3 wird beschlossen, diesem Fond 50 % des Kriegervereins einer jeder Veranstaltung des Vereins, zuzuführen.

Zu Pkt.4 werden verschiedene Eingänge bekanntgegeben.

U.a. finden Neuaufnahmen statt. Es melden sich zum Verein: Friedrich George u. Richard Ober. Die Abstimmung für Aufnahme ist einstimmig.

Geschlossen: Herrmann Vors. Schriftführer Beger

 

Versammlung am 3. September 1932

Anwesend:

Tagesordnung:

  1. Beschlußfassung über Änderung des Beschlusses vom 6.4.1929, btfs. Beitrag v. 5,-RM
  2. Abschießen
  3. Verschiedenes

Zu Pkt 1 Der Beschluß vom 6.4.1929 unter Pkt 3 Abs. 4 betreffs Verpflichtung eines neuen Mitgliedes zur Zahlung von 5 RM, wird durch einstimmigen Beschluß aufgehoben. Ein neues Mitglied hat nach wie vor 2,- RM Eintrittsgeld zu zahlen.

Zu Pkt 2 Von dem effiz. Abschießen will man in diesem Jahre absehen, da der Verein erst kürzlich ein Gemeinschaftsschießen mit den Nachbarvereinen Plessa u. Hohenleipisch hatte. Es findet dafür ein Übungsschießen des Vereins am 18. September statt.

Zu Pkt 3 Der Vors. gibt nochmals bekannt, daß am 11. Sept. 1932 das Verbandsschießen in Mühlberg stattfindet. Der Verein nimmt durch eine Abordnung teil.

Neuaufgenommen wird der Kamerad Reinhold Drasdo. Die Aufnahme ist einstimmig.
Der Vors. heißt ihn herzl. willkommen.

Herrmann Beger  Schriftführer

 

Döllingen, den 16.XI. 1932 Versammlung

Anwesend:

Der Vorsitzende begrüßt die Kameraden zur heutiger Versammlung. Anschließend gedenkt er mit markigen Worten dem 85. Geburtstage unseres alten Feldherrn des Reichspräsidenten von Hindenburg, welche von den besten Wünschen begleitet u. in einem dreifachen Hoch ausklingt.

Die Tagesordnung umfaßt lediglich die Feier am Totensonntag. Es findet wie alljährlich ein Kirchgang statt, anschließend die Gedenkfeier am Ehrenmal der gefallenen Kameraden.

Unter Pkt. Verschiedenes, findet die Aufnahme eines neuen Kameraden statt; es ist Richard Rümpel.

Weiter wird noch über einiges geschäftliches und sonstiger Angelegenheiten verhandelt. An der Beerdigung unseres Jugendlichen, Herbert Heinrich welcher am 14.11.32 plötzlich verstarb, nimmt der Verein durch Fahnenabordnung teil.

Herrmann Beger Schriftführer Vors.

 Döllingen, den 7. Januar 1933 Jahreshauptversammlung

Anwesend: 41 Mitglieder

Tagesordnung:

  1. Jahresbericht
  2. Kassenbericht
  3. Wahl des Gesamtvorstandes
  4. Wechsel der Lokale bei Versammlungen u. Veranstaltungen
  5. Wintervergnügen
  6. Verschiedenes

Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung. Er begrüßt die erschienenen Kameraden u. gibt besonders seine Freude über den guten Besuch zum Ausdruck. Unter den besten Neujahrswünschen schließt er seine Begrüßungsworte.

Anschließend händigt der Vors. dem Kameraden Oswald Heinrich für 40jährige Treue des Vereins das Hindenburgbild als einzigartige Auszeichnung aus. Kamerad Heinrich dankt für die Anerkennung. Der Vorsitzende geht zur Tagesordnung über:

Zu Pkt 1 wird auf die nächste Versammlung vertagt.

Pkt 2 folgt der Kassenbericht vom Krd. Wilhelm als Kassierer. Nach Verlesung der Einnahme u. Ausgabe ergibt sich ein Kassenbestand von 217,35 RM.

Zur Prüfung werden die Kameraden Paul Rößler, Reinhold George, u Oswald Heinrich vorgeschlagen, sie nehmen an. Der Tag der Prüfung wird der Kommission überlassen.

Pkt 3 Auf Vorschlag den Gesamtvorstand wiederzuwählen, wird dieser einstimmig wieder- gewählt. Der Gesamtvorstand wird ferner durch einstimmige Wahl erweitert durch

  1. Reinhold Herrig als stellvertr. Schriftführer
  2. Kurt Wilhelm als stellvertr. Kassierer

Der Gesamtvorstand u. die letzteren nahmen die Wieder- bzw. Neu-Wahl an.
Weiter gehört zum Vorstand
3. Paul Rößler als Fechtwart
4. Reinhold George als Schießunteroffizier

Pkt 4 bringt der Vors. zum Ausdruck, daß er auf Wunsch verschied. Krd. diesen Pkt. auf d zur Verhandlung stelle, da der Verein 2 Gastwirte als Mitglieder führe.
Im Anschluß hieran wünscht er, daß diese Aussprache nicht zum Zwiespalt im Verein führen möchte u. gibt nochmals die Grundzüge über Wesen u. Ziele des Vereins unter sehr anerkennenden Worten bekannt.

Pkt 5 die Mitglieder sind für ein Vergnügen. Es findet am 18. Februar statt.
Hieran folgen Erläuterungen betrffs. des Musikschutzverbandes durch den Vors.

Zu Pkt 6 wird das Programm der Veranstaltungen des Vereins für das Jahr 1933 festgelegt.

  • Anschießen: am 7. Mai
  • Sommerfest: „“ 2. Juli
  • Abschießen: „“ 17. September

Der Vors. behandelt noch weitere Geschäftseingänge . U.a. soll der Schießstand in Ordnung gebracht werden.
Die Mützenfrage soll in diesem Jahre zum Abschluß kommen.
Das Rundschreiben des Krs-kriegerverbandes wird verlesen. Der Vorstand desselben wünscht dem Verein zum Jahreswechsel das Beste.

Eine besondere ehrenvolle Pflicht glaubt sich der Vorsitz. dadurch zu entledigen indem er den Antrag stellt die alten Kameraden  Gottlieb Hofmann,  Karl Richter als Ehrenmitglieder zu ernennen. Die Abstimmung ist einstimmig.

Mit einem Schlußwort u. unter Gesang der 3. Str. des Deutschlandliedes erklärt der Vors. die Versammlung für I. Teil als beendet.

Es folgt ein gemütliches Zusammensein.

Herrmann Beger  Schriftführer Vorsitzender

 

Döllingen, den 14. April 1933

Anwesend: Mitgl. (Karfreitag)

Tagesordnung:

  1. Aufnahme neuer Mitglieder
  2. Anschießen
  3. Verschiedenes

Der Vors. begrüßt die Kameraden. Zur Einleitung weist er auf die große Zeit hin, in der wir heute leben. Wenn noch zur Zeit der letzten Versammlg. die Uneinigkeit des deutschen Volkes zu beklagen war, so war es wohl kaum nach 4 Wochen das Gegenteil. Unvergeßlich soll auch für uns Kameraden jener 30. Januar sein, an dem sich die großen Führer unserer Zeit die Hände zur großen nationalen Vereinigung reichten. Ihnen gebürt der Dank des Volkes. Mit dieser großen Vereinigung sei es wieder die Fahne „“schwarz, weiß, rot“, der wir uns treu nun für immer ergeben wollen.

Zu Punkt 1. melden sich neu zum Verein:
Reinhold Engel, Johann Schneider,
Oskar Lentzsch, Paul Bräunig,
Richard Poppe, Karl Richter, u.
Heinrich Manig aus Kahla.

Die neuen Kameraden werden unter mahnenden Worten dem Verein gemäß seiner Tradition die Treue zu halten vom Vors. verpflichtet.

Krd. Manig aus Kahla wird mit der Bedingung unter einst. Abstimmung der Versammlung nur im Verein aufgenommen, wenn er im Bruderverein Kahla ebenfalls Mitglied bleibt. Er scheidet hier wieder automatisch mit seinem Austritt aus dem Kahlaer Kriegerverein ebenfalls aus.

Zu Pkt 2 Das Anschießen wird auf den 14. Mai verlegt. Der Vors. bittet die Krd. die noch in der Lage sind zu diesem Tage einen Preis zu stiften.
Nachdem verschiedene Festsetzungen in Bezug auf Abwicklung des Tages festgelegt wurden, ging der Vors. zum nächsten Punkt über.

Zu Pkt 3. Der Kassenprüfer Krd. Paul Rößler erstattet Bericht über Kassenführung u. Prüfung derselben, es ergab sich daß die Kasse von Krd. Wilhelm einwandfrei geführt wurde u. sich Beanstandungen erübrigten.  Hierauf erfolgte die Entlastung des Kassenführers.

Auf Befehl (Rundschreiben vom 6.III. 1933) des Kreiskriegerverbandes findet von jetzt ab, zufolge der nationalen Erhebung die Heldenehrung am Sonntag (Reminiscenz Volkstrauertag) jeden Jahres statt.
Der Verein beabsichtigt in Zukunft sich eine einheitliche Uniform zu schaffen. Mit Rücksicht auf die schlechte wirtschaftl. Lage vereinzelter Krden. muß vorläufig davon abgesehen werden. Es wird beschlossen sich vorerst eine Mütze zu schaffen. Die künftige Farbe wird feldgrau sein. Der machende Mützenmacher nimmt ca. 30 Aufträge entgegen.

Herrmann Beger Schriftführer Vors.